Sonntag, 25. September 2016

Filmkritik: Lake Fear (2014)

(c) MGI Productions
Viele Filme hören sich im vorne herein gar nicht mal so schlecht an. Zumindest nach der Beschreibung auf der DVD-Verpackung zum Beispiel. Ohne zu Spoilern - Lake Fear - See der Angst ist so einer. Ohne mich vorher genauer informiert zu haben dachte ich, dass es sich zumindest um einen qualitativ durchschnittlichen Horrorfilm handeln sollte. Die Story hat dies immerhin versprochen:
Vier junge Mädchen wollen ohne ihre Eltern und Freunde ein Wochenende in einer Hütte an einem See verbringen. Dort angekommen passieren jedoch merkwürdige Dinge.
Eine Standardstory für einen Teenie-Slasher. Soviel sollte man dort ja nicht falsch machen können. Denkt man zumindest. Doch merkwürdige Dinge sind offenbar auch hinter der Kamera geschehen. Es fällt echt schwer überhaupt irgendwas über diesen Film zu schreiben, da einfach zu wenig passiert. Das Problem ist, dass tatsächlich fast nichts passiert. Der Anfang ist vielleicht noch plausibel - aber ab der 30 Minute verliert der Film komplett den Faden und wirkt wie eine Videoinstallation für moderne Kunst, welche auf der Dokumenta in einer Dauerschleife laufen könnte. Verwackelte Bilder, Grunzräusche und ein paar schreiende Mädchen. Dazu irgendeine Art Dämon in Schweinegestalt, der das undenkbar Böse heraufbeschwört. Immerhin die Grunzgeräusche wären damit geklärt. Das, aus dieser filmischen Gewagtheit heraus resultierende Problem ist, dass der Film im Gegensatz zu anderen - auch schlechten - Horrorfilmen nicht einmal einen klassischen Aufbau besitzt. Egal wie schlecht ein Film auch sein mag - in den meisten Fällen hält er sich zumindest grob an die Aufteilung Einleitung-Hauptteil-Schluss - bzw. erster Akt, zweiter Akt, Finale. Hier ist aber irgendwie alles durcheinander geraten. Irgendwann kurz vor dem letzten Drittel wird zwar noch etwas wie eine Ninja-Aufklärung betrieben - dies kann den Film jedoch auch nicht mehr vor dem kompletten Absturz in die Hölle der Trashfilme retten. Zusammengefasst: Selbst für Hardcore Trashfans ist dieser Film nicht wirklich geeignet. filmdetails

Montag, 19. September 2016

Filmkritik: Hardcore (2015)

(c) Capelight Pictures (Alive)
Selten gelingt es aus einem Filmexperiment einen erfolgreichen Film zu kreieren. Manchmal klappt es jedoch - und ist in diesem Fall tatsächlich rundum gelungen: Hardcore - bzw. Hardcory Henry, wie der Film ursprünglich heißen sollte, nennt sich das Ergebnis. Komplett gedreht aus der Ego-Perspektive des Hauptcharakters wirkt er wie eine überdimensional gestaltete Zwischensequenz aus Call of Duty oder Battlefield. Mit Computerspielen hat der Film zwar nichts zu tun - die Story ist jedoch nicht wesentlich anspruchsvoller als bei einem 3D Shooter:
Henry erwacht in einem Labor und hat keinerlei Erinnerung. Nur die attrative Ärztin Estelle erkennt Henry und behauptet sogar, dass sie seine Frau wäre. Henry hat jedoch einen kompletten Gedächnisverlust. Nur wenige Minuten nach dem Erwachen wird das Labor von einigen Gangstern überfallen. Diese haben jedoch viel mehr vor und verfolgen ab diesen Moment an Henry. Unterstützung erhält er von dem mysteriösen Jimmy, der ihn am Ende die unerträgliche Wahrheit offenbaren wird.
Story ist nicht das, worauf Hardcore den Wert legt. Ähnlich wie Crank vor über 10 Jahren definiert Hardcore in einigen Punkten das Actiongenre neu. Konsequent gibt es 90 Minuten lang geballte Action. Und auch selten hat ein Hauptdarsteller so wenig gesprochen. Bei Terminator waren es ja angeblich nur 70 Wörter. Bei Hardcore Henry sind es sage und schreibe NULL. Der Grund dafür ist allerding hier das fehlende Sprachmodul wie es im Film mehrmals erklärt wird. Trotz der einigen Logiklücken - zum Beispiel fehlt offenbar die Erklärung warum der Oberbösewicht übernatürliche Fähigkeiten hat - bietet Hardcore 90 Minuten lang beste Unterhaltung. Einzig und alleine das Alleinstellungsmerkmal, dass der Film komplett mit einer Bodycam aus der Ego-Perspektive gedreht wurde, macht einem als Zuschauer manchmal zu schaffen. Gerade bei schnellen Szenen weiß man als interaktiver Zuschauer manchmal nicht mehr wo oben und unten ist. filmdetails

Sonntag, 4. September 2016

Filmkritik: Rise of the Animals (2011)

(c) Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
Rise of the Animals einer der Filme wo der Name Programm ist. Diesmal sind es nämlich keine Zombies, ein Virus oder Aliens die den Untergang der Menschheit herausbeschwören sondern ganz einfache - die im Titel versprochenen - Tiere. Und zwar nicht irgendwelche gefährlichen Tiere - wie z. B. Haie, bei denen es der gemeine Horrorfan ohnehin erwartet, dass sie uns alle töten wollen - sondern einfache Waldbewohner wie Rehe, Hasen oder Vögel.
Wolf ist Pizzalieferant und muss eines Tages zu einer entlegenen Hütte fahren um bei einer Party Pizza auszuliefern. Dort trifft er zufällig auf seine Traumfrau Samantha. Als sein Auto aufgrund technischer Probleme nicht wieder anspringt verbringt er die Nacht bei Samantha. Nach einer mißglückten Liebesnacht wird jedoch alles noch viel schlimmer: Eine Horde Rehe steht vor der Hütte und greift jedes menschliche Lebewesen an. Und dies ist erst der Anfang: Weltweit haben sich offenbar jegliche Tierrassen verbündet um die Menschheit anzugreifen.
Irgendwie ist der Film schwer einzuordnen. Aufgrund des - laut imdb - offenbar extrem niedrigen Budgets von gerade einmal 7000 Dollar (!!!) ist das Ergebnis mehr als sehenswert. Die Schauspieler sind zwar durch die Bank weg Laien, machen aber ihren Job. Und ihr Job ist es sowie meistens einfach nur zu sterben - z. B. durch die Klauen eines Eichhörnchens oder die Bisse eines Rehes. Das meiste Geld ging hier mit Sicherheit für rote Farbe drauf. Selten hab ich in der letzten Zeit einen Film gesehen in dem derart viel Kunstblut verschüttet wurde wie hier. Teilweise wirkt der Film eher wie ein Demoreel eines Spezialeffect Spezialisten, der einmal demonstriert wie auch mit wenig Geld viel dargestellt werden kann. Abgesehen von den Effekten hat der Film dann leider doch nicht viel zu bieten. Die Story, aus der man hätte sicher mehr machen können, ist für den Müll - genau wie die praktisch nicht existente Filmmusik. Wer auch ordentlich Splatter steht und bei der knappen Laufzeit von etwa 70 Minuten auf alles andere Verzichten kann, kann durchaus einen Blick wagen. filmdetails
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