Freitag, 27. Dezember 2013

Filmkritik: Lance - Stirb niemals jung (1986)

(c) Krause & Schneider Multimedia (KSM)
Während sich Lance darüber Gedanken macht, ob sein Vater beim diesjährigen Sportwettbewerb in der Schule anwesend sein wird, hat dieser zwischenzeitlich ganz andere Sorgen: Auf der Suche nach einer geheimen Datendiskette begibt sich Agent Drew Stargrove eher unfreiwillig in die Hände des wahnsinnigen Bösewichts Velvet von Ragner – dieser plant mit Hilfe der Diskette die städtische Wasserversorgung radioaktiv zu verseuchen. Der Kontakt mit Ragner beendet leider Stargroves Leben was seinen Sohn Lance auf den Plan ruft. Nachdem dieser von der geheimen Identität seinen Vaters erfährt und realisiert, dass es dessen Job mit allergrößter Verantwortung war, der so manches Treffen und Wiedersehen zwischen ihnen verhinderte, nimmt er sich der Sache persönlich an um Ragner zur Rechenschaft zu ziehen.
Während seinem Rachefeldzug gegen den Psychopaten vergisst er eines nie: Es steht mehr auf dem Spiel als den Tod seines Vaters zu rächen. Die wahnsinnigen Pläne die Wasserversorgung zu kontaminieren und damit tausende Menschen zu verletzen, muss unbedingt verhindert werden. Schnell bildet sich ein Team um Lance: Cliff, ein Mitschüler mit Erfindergeist der sich mit ihm ein Zimmer teilt, stattet ihn mit allerlei nützlichen Gadgets aus. Danja, bildhübsch und im Umgang mit Waffen perfekt ausgebildet, schafft es Lance immer wieder aus brenzligen Situationen zu befreien. Brenzlige Situationen entstehen immer dann, wenn sich Lance in seinem jugendlichen Eifer mit ganzen Rockergruppen anlegt. Diese werden von Ragner befehligt und schrecken vor nichts zurück. Gnadenlos setzen sie sich wie befohlen in Bewegung und führen jede Order ihres Meisters aus. Ragner selbst arbeitet mit seinem Partner Riley (gespielt von Robert Englund) mit Hochdruck an der Verwirklichung seines Plans. Während Lance immer wieder Ragners Plan vereitelt, wird der Wahnsinnige langsam ungeduldig und fordert Lance ein für allemal zu erledigen. Er wird zusammen mit Danja gefangen genommen und in Ragners Stützpunkt einem Arenakampf ausgesetzt. Allerdings gelingt es ihm eine automatische Waffe zu erbeuten und den ganzen „Spaß“ zu beenden bevor er eigentlich angefangen hat. Auf dem obersten Punkt eines Staudamms kommt es zum Finale zwischen Ragner und Lance in dessen Folge Ragner mit seiner eigenen Waffe geschlagen wird: Einem langen und geschärften Fingernagel mit dem er selbst unzählige Menschen getötet hat.
Lance – stirb niemals jung (Originaltitel: Never too young to die) aus dem Jahre 1986 ist ein gewaltiger Trash-Action-Comedy Spaß. Gene Simmons in der Rolle des verrückte Ragner ist passend besetzt und auch Vanity als Danja macht im Film eine gute Figur (was ihr als Modell nicht schwer gefallen sein dürfte). Die klassische Gut-gegen-Böse-Story, interessante Stunts wie die Fahrt der Corvette unter einem Lastwagen und die an Mad Max erinnernden Locations haben mir sehr gut gefallen. Dem gegenüber stehen wirklich miese Kostüme und die Frage, ob der Film eher witzig oder brutal sein soll. Ich habe mir zwar nicht die Mühe gemacht alle Tote im Film zu zählen, aber es werden wohl etliche sein. Trotz der ernsten Story finden sich auch immer wieder Szenen im Film an deren Ernsthaftigkeit man wirklich zweifeln kann. Unterm Strich eine ausgewogene Mischung die man gesehen haben muss. (Filmkritik von power_channard) filmdetails

Sonntag, 22. Dezember 2013

Filmkritik: Plutonium Baby - Der Alptraum lebt! (1987)

(c) Embassy Video (1987)
Falls man von Ray Hirschman noch nie was gehört hat, ist das keine Schande. Er ist eine der wenigen Personen, die in der imdb nur für einen einzigen Film eingetragen sind und das nicht für irgendeine Statistenrolle, sondern als Regisseur und Produzent. Nach seinem Regie-Debüt mit Plutonium Baby war bei ihm damit aber auch schon das Karriereende besiegelt. Es hat danach offenbar nicht einmal mehr für weitere Jobs als Autor, Cutter oder ähnliches gereicht. Wenn man Plutonium Baby gesehen hat, wundert es einem jedoch nicht: Dieser Film ist tatsächlich sowas von unterirdisch schlecht, wie man es nur selten erlebt - selbst im Trashbereich. Angesiedelt irgendwo zwischen Teeniehorror und einem Tromafilm nimmt der Film von Allem das Schlechteste mit. Die Story ist konfus, die Effekte billig und überhaupt macht einen der ganze Film so wütend, dass er nur bei zwei bis drei Bier zu ertragen ist. Die Bildqualität - aufgenommen im verauschten 4:3 Format und offenbar direkt auf Video und nicht auf Film aufgezeichnet passt hierbei ins negative Gesamtbild. Versuchen wir mal die Story zusammenzufassen:
Danny lebt mit seinem Großvater alleine im Wald. Seine Mutter war eine Forscherin für Atomphysik und starb vor einigen Jahren. Das irgendwas nicht stimmt ist dem Großvater schon länger klar: Danny liebt es z. B. rohe Fische zu essen und verhält sich auch sonst sehr seltsam. Als eines Tages ein paar Teenies im Wald campen wollen kommt es wie es kommen musste: Einige Fässer mit Atommüll werden ausgegraben und bei Danny setzten Mutationen ein. Als der ehemalige Chef von Dannys Mutter davon erfährt geht er mit ein paar Gangster in den Wald um die "Beweise" zu vernichten.
Dann ein krasser Cut: 10 Jahre später ist Danny inzwischen erwachsen geworden und lebt mit seiner Freundin zusammen in der Stadt. Doch als Dr. Drake, so der Name des Atomgangster, davon erfährt, macht er sich wieder auf um Danny zu töten. Doch dies gestaltet sich auch im zweiten Anlauf nicht so leicht: Bei Danny setzen erneut Mutationen ein und er wird zu einer Art mordenden Bestie. Toxie lässt grüßen. Wie oben beschrieben wirkt das ganze relativ Konfus. Ein klassischer Aufbau einer Geschichte wird genauso als vermißt gemeldet wie das Talent der Schauspieler oder das Gespür von Hirschman für einen guten Film.
Fönfrisuren und Jeanshemden- Wikommen in den 80igern!
Der Film teilt sich in zwei mehr oder wenige unabhängige Kurzfilme auf: Während der erste ein Teenieslasher im Wald ist, spielt der zweite mit jungen Erwachsenen in der Stadt. Artet aber natürlich auch in Splatter aus, wobei angemerkt sei, dass die Spezialfffekte allesamt eine Beleidigung für den Zuschauer sind. Das sich Hirschman hier von Troma inspirieren lies ist so penetrant wie die omnipräsenten Fönfrisuren. Dummerweise nimmt der Film sich im Gegensatz zu diversen Tromaproduktionen selbst zu ernst, was bei der Story einfach nicht passen will. Unfreiwillig komisch ist der Film aber dennoch - wenn man ihn zusammen mit einigen Leuten als Partyfilm konsumiert könnten es mit etwas guten Willen durchaus unterhaltsame 90 Minuten werden. Trotzdem würde ich auch hier eher zu den Alternativen von Troma tendieren wie The Toxic Avenger oder Class of Nuke'Em High, die definitiv mehr Spass machen als Plutonium Baby. filmdetails

Montag, 16. Dezember 2013

Filmkritik: Jungfrau unter Kannibalen (1980)

Das Positive vorweg: Obwohl es ein klassischer Kannibalenfilm ist, gibt es keinen Tiersnuff. Ein bedenkenloses Anschauen ist somit möglich. Die negative Nachricht lautet aber: Der Film ist frauenfeindlich, rassistisch und brutal. Wer bei einem italinischen Kannibalenfilm aus den frühen Achtzigern aber etwas anderes erwarten sollte ist selbstverständlich an der falschen Adresse: Natürlich ist dieser Film Nonsens Pur und sollte nur konsumiert werden, wenn man sich auf 90 Minuten Hirnausunterhaltung einlassen kann. Sex und Gewalt sind definitiv die beiden primären Faktoren, auf die Jesus Franco Wert gelegt hat.
 
(c) Eurociné
Zur Story: Laura Crawford ist eine angesehene Schauspielerin, die sich aber offenbar mit den falschen Leuten abgibt. Ihre Managerin höchstpersönlich steckt nämlich hinter der Entführung um von Lauras Produzenten Lösegeld zu erpressen. Dieser aber gibt nicht so leicht auf: Er engagiert kurzerhand den Vietnamveteram Peter Weston um Laura wieder zuholen. Was Peter nicht weiß: Auf der Insel, wohin Laura entführt wurde, hausen Kannibalen. Und selbst die sind nicht einmal das Schlimmste: Eine unheimliche Kreatur herrscht in dieser Wildnis und fordert immer mehr Menschenopfer.
Jungfrau unter Kannibalen ist ein Film voller Logikfehler und überdies hinaus handwerklich schlecht gemacht. Beispielsweise der Absturz eines Helicopters: Hier wird mit einem Hubschrauber von der Kamera weg hinter einen Bergkamm geflogen (und dort offenbar gelandet). Mit einem abrupten Cut wird dann genau auf die Stelle am Bergkamm eine Explosion eingeblendet. Dies sollte dann offenbar irgendwie so aussehen, als ob der Helicopter abgestürzt wäre. Die Betonung liegt hier tatsächlich auf sollte irgendwie. In echt war aber offenbar einfach nicht das Geld da, einen echten noch flugfähigen Heli abstürzen zu lassen. Ist ja auch nichts schlimmes für einen Low-Budget Film, aber so gesehen hätte man bestenfalls die komplette Szene einfach aussen vor lassen oder das Ganze nur in Nahaufnahmen drehen sollen. Im Nachhinein ist man aber immer schlauer. 
Ebenso interessant wäre es auch zu wissen, wer der medizinische Berater bei diesem Film war: In einer Szene stellt Vietnamveteran Peter entsetzt fest, dass der Frau das Herz herausgerissen wurde. Diese Unmenschen aber auch! Dumm nur, dass bei der nächsten Einblendung die Wunde am Unterbauch klafft - und oben rum alles Intakt scheint. Das ein italienischer Splatterregiesseur offenbar nicht weiß wo sich das Herz eines Menschen befindet verwundert einen dann doch etwas. Zusammengefasst ist Jungfrau unter Kannibalen ein ganz mieser Film, dem man lediglich gutheißen kann, dass er wie oben erwähnt nicht auf die Tiersnuffschiene aufgesprungen ist wie diverse andere Filme zu der Zeit. Hardcore Trashfans könnten gefallen finden - alle anderen kaum. filmdetails

Montag, 9. Dezember 2013

Filmkritik: Insidious: Chapter 2 (2013)

(c)  Blumhouse Productions
Einige Zeit nach den Ereignissen aus dem ersten Teil: Die Familie Lambert ist inzwischen umgezogen. Ungeklärt ist jedoch immer noch der Ausgang von Teil 1. Für die Lamberts jedoch klar, waren Dämonen am Werk als das Medium Elise starb und Sohn Dalton sich seltsam verhält. Die Polizei ermittelt jedoch gegen Familienvater Josh, da er der Hauptverdächtige bei Elises unnatürlichen Tod ist.
Nachdem die Familie inzwischen umgezogen ist geht es mit der Heimsuchung der Dämonen weiter. Bei der Untersuchung der Ereignisse werden sie von den Geisternjägern Specs, Tucker und Carl unterstützt.
Obwohl der Film grundsätzlich gut gemacht ist, kommt leider keine richtige Spannung auf. Woran das liegt ist schwierig zu sagen: Die Schauspieler sind durchwegs in Ordnung und das Setting gut gemacht. Geschuldet wird die Unglaubwürdigkeit vermutlich vor allem der sehr abwegigen Thematik. Um an Dämonen oder Geister zu glauben - und diese für gruselig zu halten - muss der Zuschauer sich auf diesen Film erst einmal einlassen. Hat man das gemacht, kann es auch funktionieren. James Wan hat atmosphärisch nämlich einen wirklich sehenswerten Film hingelegt. Würde er sich allerding wieder mehr auf weltliche Themen konzentrieren, würde dem nächsten Blockbuster-Thriller alá Saw sicher nichts mehr im Wege stehen. filmdetails

Freitag, 15. November 2013

Filmkritik: V/H/S/2 (2013)

Gerade als Horrorfilmfan hat man inzwischen seine Ansprüche ja schon ohnehin ziemlich runtergeschraubt. Umso erfreulicher, wenn man in all dem Wust mal wieder zufällig auf einen wirklich durchaus sehenswerten Film stößt.
(c) ELEA-Media
Seit Rec kam im Genre des Found-Footage Filmes eigentlich sehr wenig sehenswertes raus. Umso erstaunlicher, dass einVideothekengeheimtipp aus dem Jahr 2013 dieses Genre wieder nach vorne bringt. Der erste Teil, der letztes Jahr erschien, ist an mir zwar irgendwie vorübergegangen, aber laut der imdb Wertung offenbar auch nicht unbedingt schlecht. Eine Rezension wird wohl folgen.
Doch nun zu V/H/S/2 und was ich an dieser Stelle mal behaupte: Man kann den zweiten Teil auf jedenfall sehen ohne den Ersten zu kennen, da er eine in sich abgeschlossene Story besitzt und gleichzeitig ohnehin mehr eine Art Episodenfilm ist, als eine strenge Storyline aufweist.
Larry und Ayesha sind Privatdetektive: Als sie von einer verzweifelten Frau gerufen werden um das verschwinden ihres Sohnes aufzuklären, stoßen die Beiden auf einige VHS-Kassetten, die sie besser niemals gefunden hätten. Ein Hobby des verschwundenen Studenten war offenbar das Sammeln von seltenen Videos. Über dunkle Quellen hat der junge Mann eine stolze Sammlung kranker Videos angesammelt, welche nun von den beiden Detektiven gesichtet wird.
Aufgebaut ist der 90 Minuten lange Film als eine Art Episodenfilm. Hauptstory ist dabei die Geschichte um die beiden Detektive, die den Fall des vermissten Studenten untersuchen. Jedes Video, dass die beiden entdecken ist jedoch eine in sich abgeschlossene Kurzgeschichte. Auch wenn vor allem die Hauptstory einige massive Logiklücken aufweist (z. B. warum informieren die beiden Detektive nicht nach dem entdecken des ersten gestörten Videos die Polizei) funktioniert das Ganze erstaunlich gut. Dies liegt vor allem an der Qualität der Kurzgeschichten. Hier wurde je Story plausible Gründe ausgedacht, wie das Archive-Footage zustande kam. Mal ist es die Helmkamera eines Freizeitsportlers, mal eine Gruppe von Reportern, die eine Sekte interviewen. Auch wenn es teilweise ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirkt: Im Vergleich zu dem letzem Paranormal Actitity Film nimmt man hier den Grund für das Filmen einer bestimmten Szenen jederzeit den Umständen ab. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist der geschickte Schnitt, der zwischen den verschiedenen Kameras wechselt und stets dem Zuschauer das beengende Gefühl gibt, nicht Zuschauer zu sein, sondern die Person zu sein, welche die entsprechende Kamera bei sich trägt. Eingeschränkte Perspektiven, ein teils schwammiges VHS-Bild und ein angenehm unangenehmer Sound auf vorwiegend tiefen Frequenzen sind die mächtigsten Werkzeuge mit denen der Regisseur eine Horroratmosphäre schafft.
Über dies hinaus trägt vor allem das veruchte Schmuddelimage einer überspielten VHS-Kassette (die älteren werden sich vielleicht noch daran erinnern, wie aus der Videothek überspielte VHS Kassetten auf Longplay aussahen) zur unheimlichen Atmosphäre bei.
Fazit: Zum Jahresende kommt hier ein wirklich guter Horrorfilme in die Videotheken. Jeder der dem Found-Footage Genre nicht komplett abgeneigt ist sollte unbedingt einen Blick riskieren. filmdetails

Donnerstag, 7. November 2013

Filmkritik: Der letzte Exorzismus - The Next Chapter (2013)

(c) Studiocanal
Die Schauspielerin Ashley Bell spielt die 17 Jährige Nell. Und hiermit fängt schon das erste Problem an. Auch wenn Bell durchaus eine gute Schauspielerin ist, fragt man sich, wieso jemand der auf die 30 zugeht eine nicht einmal 18 Jährig spielt. Doch nach einiger Zeit mit dem Film merkt man, dass dies offenbar aber nur das kleinste Problem ist. Der letzte Exorzismus 2 ist ein Film, der wortwörtlich nur so dahinplätschert und sogar ein Hallenhalmaturnier im direkten Vergleich mehr als das 10 Fache der Spannung bietet. Nicht die Schauspieler, nicht die Technik, sondern die lahme Story und das zähe Drehbuch sowie langweilige Dialoge zerren mehr an den Nerven des Zuschauer, als es ein jeder Dämon tun kann.
Die Story: Die 17 jährige Nell wird nach den aufreibenden Ereignissen aus Teil 1 total verstört von einem Psychiater aufgenommen. Dort lernt sie einige andere Jugendliche kennen und beginnt ein scheinbar normales Leben. Doch der Dämon aus dem ersten Teil übernimmt schon bald die Kontrolle über Nell.
Falls man zu den Menschen gehört, die sich denken, dass sich diese Story nicht als besonders spektakulär eignet, liegt man absolut richtig. Sie ist nicht spektakulär. Nein, sie ist nicht einmal Mittelmaß. Der Film ist durchwegs einfach nur langweilig und taugt leider nicht einmal um ein Trashfest abzufeiern, wie es bei den meisten anderen Kalibern dieser Art der Fall ist. Auf der einen Seite technisch gesehen gut gemacht bietet er auf der erzählerischen Seite praktisch nichts. Fazit: Von diesem Film ist nur abzuraten. Selbst für einen Partyabend taugt er nur als Rausschmeisser.  filmdetails

Samstag, 2. November 2013

Halloween Filmabend: 4 kurze Reviews

Genau wie im letzten Jahr (und im Jahr zuvor, und auch im Jahr davor...) gab es dieses Halloween ebenfalls wieder einmal einen gepflegten Horrorfilmabend. Egal was man von der kommerziellen Ausbeutung halten will, es ist ein guter Grund sich unter diesem Vorwand gemeinsam ein paar Horrorfilme anzusehen. Mit von der Party war dieses Halloween auch wieder Channard, der letztes Jahr nicht dabei war.
Natürlich wird an dieser Stelle ein kurzes Résumé der gesehenen Produktionen stattfinden. Als da wären - aufgezählt in chronologisch gesehender Reihenfolge:
Vier Filme, die unterschiedlicher nicht sein könnten, trotzdem aber mehr parallelen aufweisen als man zunächst denkt. Ausgewählt wurden die Filme nach dem Mehrheitsprinzip. Curse of Chucky stand hierbei quasi in der Official Selection, da jeder der Anwesenden diesen Film unbeding sehen wollte. Die weiteren Filme wurden präsentiert von Cid (C2 - Killerinsekt), Channard (Monster Man) und Ghost Shark (meine Wenigkeit). Eine vierte, weibliche Zuschauerin, soll hier nicht unerwähnt bleiben hatte aber keine eigene Filmvorstellung im Gepäck - blieb aber trotzdem tapfer (fast) bis zum bitteren Ende dabei. Wobei man bei Ghost Shark es keinem intelligenten Menschen vorwerfen kann den Filmabend etwas früher zu verlassen (dazu später mehr). Begonnen hat der Filmabend - wie oben erwähnt - also mit Curse of Chucky.

Curse of Chucky

(c) Universal Pictures Germany GmbH
Nach neun Jahren Wartezeit steht endlich ein neuer Chucky-Film an: Kein Wunder, dass dieser Film für alle der anwesenden gestörten Horrorfilmnerds zum absoluten Pflichtprogramm wurde: 
Die über 30 Jahre alte Nica wohnt noch zuhause bei ihrer totalitären Mutter. Da Nica an den Rollstuhl gefesselt ist, bleiben ihr jedoch keine anderen Perspektiven. Eines Tages erhalten die beiden ein Paket von einem unbekannten Absender: Enthalten ist eine Puppe aus der Spielzeugserie der Good-Guys. Was es mit der seltsamen Puppe auf sich hat, können aber weder Nica noch ihre Mutter wissen. In der selben Nacht stirbt urplötzlich Nicas Mutter. Zunächst wird ein Selbstmord vermutet, als die Familie der Schwester von Nica sie in ihrer Trauer besucht offenbart sich aber ein dunkles Geheimnis: Cucky, die Good-Guy Puppe, war für den Mord verantwortlich. Und dieser Mord war nicht der letze. Nica selbst hat zu Chucky nämlich eine engere Bindung als ihr lieb ist.
Wer hätte das gedacht. Nach Chuckys Braut und Chuckys Sohn, die beide eher in Richtung Horrorkomödie gehen, gab es hier wieder knallharten Puppenterror. Obwohl relativer Trash erwartet wurde, konnte bewiesen werden, dass auch im Jahr 2013 Puppenhorror durchaus noch funktionieren kann. Trotz einiger kleiner Schwächen hat Don Mancini hiermit offiziell allen gezeigt, dass Chucky auch im Jahre 2013 noch alles andere als tot ist. Fazit: Für Horrofans absolute sehenswerte Fortsetzung einer klassichen Horroreihe, die sämtliche Erwartungen übertrifft. Besonders der Twist zum ersten Teil war ganz großes (Horror)Kino. Um diesen Teil zu schätzen sollte man jedoch unbeding die alten Teile kennen.

Nach diesem fulminanten Einstieg in den Horrofilmabend ging es nach einer kleinen Unterbrechung direkt weiter. Kinder klingelten nämlich um Süßes oder Saures zu verlangen. Gerade als wir uns noch in der Diskussion befanden, ob man die Kinder entweder erschrecken, ihnen einfach was süßes geben - oder vielleicht die Tür gar nicht erst aufmachen sollte, waren die Kinder auch schon wieder fort. Vielleicht hätten wir uns weniger Zeit lassen sollen... Dafür erfuhren wir aber später, dass die Kinder zwischenzeitlich bei den Nachbarn waren. Dort gab es sogar Geld, womit die Kinder sicher sowieso glücklicher waren als mit ein paar veranzten Gummibären, die wir ihnen überlassen hätten. Somit konnten wir uns wieder unseren Flmen widmen. Der nächste, der auf dem Programm stand war:

C2 - Killerinsekt
(c) Laser Paradise

Für mich die Überraschung des Abends. Seth Green als 19 Jährigen in der Rolle eines etwa 14 Jährigen zu sehen könnte interessant sein. War es auch.
Tyler (gespielt von Seth Green) und einige andere Jugendliche werden zusammen in ein Resozialisierungscamp geschickt. Die Unterschiede zwischen den Kids sind groß und nicht wirklich nachvollziehbar: Der eine ist ein halbwüchsiger Straftäter, während die andere ein Vergewaltigungsopfer ist. Warum gerade so unterschiedliche Problemkinder in ein gemeinsames Erziehungscamp geschickt werden ist absolut unlogisch, bringt aber die Story weiter, da sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen. Sieht man über diese grundsätzliche Unlogik hinweg kann man den Film trotz des unterschwelligen Trashfaktors durchaus ernst nehmen. Nachdem die Jugendlichen in dem Camp ankommen, stellt sich heraus, dass in der Nähe einige Hillbillies Drogen angebaut haben. Diese Drogen haben jedoch einen mehr als schlechten Einfluss auf die Umwelt gehabt: Insekten, insbesondere Zecken, haben unfreiwillig von den Drogen konsumiert und sind dadurch mutiert. Aufgrund des Mutation und der dadurch erlangten Stärke machen sich die Zecken nun auf, die Jungendlichen anzugreifen. Nun liegt es an Tyler, die Situation zu entschärfen. 
Trotz der grottigen Story ist es Regisseur Tony Randel gelungen einen durchaus guten Horrofilm zu drehen. Dies liegt vor allem an den gelungenen Spezialeffekten, die einem teilweise das Fürchten bzw. Ekeln lehren. Trotz dem geringen Budgets konnten Effekte geschaffen werden, von denen sich einige Blockbuster in den späteren Jahren noch einiges hätten abschauen können. Seth Green wirkt trotz riesiger Nerdbrille sau Cool und die Hillbillies tun ihren Job. Mehr braucht es nicht, weshalb der Film locker eine 5 bis 6 von 10 verdient.
Als nächster Film stand Monster Man auf der Reihe. Dieser Film wurde von Channard bereits ausführlich rezensiert, weshalb ich an dieser Stelle direkt zum nächsten und letzten Film übergehe:

Ghost Shark

(c) EuroVideo Medien GmbH
Den Höhepunkt des Abends sollte die Perle Ghost Shark stellen. Wow, was für ein Finale. Und dazu noch ein Film, der den Begriff Shark im Titel trägt und nicht vom Asylum ist. Das muss was heißen. Oder auch nicht, wie sich nach nur ca. 10 Minuten ansehen herausstellte. Das nicht nur Asylum Schund produzieren kann, stellt der US Sender Sci-Fi bereits seit Jahren unter beweis. Und auch dieses mal halten sie Asylum die Stirn: Ghost Shark, insbesondere die deutsche Synchro, schießt absolut den Vogel ab. Die Story ist so hirnrissig, dass wahrscheinlich sogar Dr. Axel Stoll den Job als wissenschaftlicher Berater verweigert hätte. Die Synchronsprecher hören sich hingegen an, als ob sie entweder mal eben vom Pornoset rüberkamen oder es gleich den Praktikanten überlassen wurde den Film komplett alleine zu sychronisieren.
Zur Story: Ein Hai wurde getötet - dieser kommt einige Jahre später als Geisterhai zurück und terrorisiert eine Kleinstadt. Alleine in diesen Satz kann man zusammenfassen was in Ghost Shark passiert. Es ist nämlich tatsächlich nicht mehr. Nur die Sidestory von einem versoffenen Leuchtturmwärter, der einst seine Frau verlor, spielt hierbei noch eine kleine Rolle. Zusammengefasst ist der Film der größte (und schlecht synchronisierteste) Schwachsinn der letzten Monate. Zum Glück haben wir den Film zuletzt geschaut, da unsere Aufmerksamkeit ohnehin nicht mehr überfordert werden sollte.

Fazit: Ein gelungener Filmabend mit einer guten Filmauswahl. Abgesehen von Ghost Shark waren alle Filme sehenswert - und auch Ghost Shark definitiv unterhaltsam, wenn auch unfreiwillig und bestimmt nicht im Sinne des Regisseurs. 

Dienstag, 29. Oktober 2013

Filmkritik: Orc Wars (2013)

(c) Splendid Film/WVG
Vielleicht dachte Kohl Glass, dass es eine gute Idee wäre, eine Fortsetzung für Orcs! Sie kommen um uns alle zu töten zu drehen. Das dem natürlich nicht so ist, hätte sicher jeder andere gedacht - nicht so aber der Cutter vom ersten Teil. Vielleicht hat Fantasy-Fan Glass hier einmal zuviel an seiner Pfeifenimitation aus Mittelerde gezogen: Der erste Teil war nämlich schon derart schlecht, dass Tele 5 ihn direkt in die Schlechteste Filme Aller Zeiten-Reihe aufgenommen hatte. Und trotzdem: Orcs! hat nun eine Fortsetzung - oder zumindest einen Nachfolger, der im selben seltsam verstörenden Ork-Universum spielt. Hauptmotivation war neben mutmaßlichen Drogenkonsum vielleicht aber auch der simple Grund, dass man die grottenschlechten Masken aus dem ersten Teil noch nicht entsorgt hatte und sich nun irgendwie verpflichtet fühlte eine Fortetzung zu drehen. Man weiß es nicht. Eines ist aber bekannt: Teil 2 legt im Ork-Gerümpel noch eine Schippe drauf und lässt jeden Mittelerdefan hoffen das jetzt ganz schnell die Fortsetzung vom Kleinen Hobbit erscheint, damit Orks wieder zu ernstzunehmenden Fantasy-Bösewichten werden und diese Orks hier wieder ganz schnell in der Versenkung verschwinden.
Das Orcs Wars mehr als Orcs! in Richtung Fantasy gehen soll merkt man schon nach den ersten 10 Minuten: Eine Prinzessin, eine böse Hexe, jede Menge Orks, ein Typ mit ner MG und ner Schrotflinte. Moment - ein Typ mit Maschinengewehr und einer Schrotflinte? Ja, genau den trifft der Zuschauer in den ersten 10 Minuten des Filmes. Und das ist auch so ziemlich der Zeitpunkt, ab dem der Film von nur schlecht ins absolute Trashniveau absinkt. Der Typ mit der MG ist nämlich ein sogenannter Wächter, der seit geraumen Zeiten das Dimensionentor zwischen der Welt der Orks (ein verkappte Mittelerde sozusagen) und unserer Welt bewacht. Als er bei einem Einsatz ums Leben kommt ist das Portal nun offen und Orcs können einfach so in unsere Welt marschieren. Dort haben sie aber die Rechnung ohne John Norton gemacht, einem knallharten Ex-Marine (Typ Chuck-Norris auf Schlaftabletten) der sich zufällige am selben Tag auf der anderen Seite des Raum-Portales eine Ranch gekauft hat. Bevor die Orcs nun die Menschheit unterjochen und die Prinzessin häuten (aus welchen Gründen auch immer sie das wollen) müssen sie an Norton vorbei: Dieser ist aber zorniger als jeder Schulhausmeister wenn die Kinder über die frisch gemachte Wiese rennen. Ein knallharter Kampf zwischen den Orks und dem Ex-Marine beginnt.
Mehr Schwachsinnige Fantasyverwurstungen in 90 Minuten Film unterzubringen dürfte schwierig sein. Gerade mal Uwe Boll mit seinen Dungeon Siege Filmen bietet hier ernsthafte Konkurrenz. Sogar der unsagbare schlechte Dungeons and Dragons Film wirkt gegen Glass' Orc-Film wie hohe Filmkunst. Ansonsten ist Orc Wars unangefochtener Spitzenreiter. Und zwar in Sachen schlechte Kostüme, bescheuerte Story und mieser Effekte. Gerade letztere passen aber durchaus ins Gesamtbild: Mündungsfeuer von Maschinenpistolen wurden hier offenbar im Nachhinein reinkopiert, genauso wie Explosionen, die es aus Budgegründen nur aus dem Computer gibt. Wenn man auf Ork-Trash könnte man evtl. einen Blick riskieren. Wenn man aber schon Orcs! kennt braucht man sich Orc Wars nicht wirklich auch noch anzusehen. Mögen wir alle hoffen, dass bei den hitzigen Ork-Schlachten die Filmmasken nun entgültig draufgegangen sind und kein weiterer Ork-Film aus dem Hause in Planung steht. filmdetails

Freitag, 18. Oktober 2013

Filmkritik: Mega Piranha (2010)

(c) Great Movies
Die Menschheit hat sie geschaffen... Aber einiges ging schief. So lautet die Tag-Line auf der BluRay von Mega Piranha. Das hier einiges schief ging ist ganz offensichtlich: Zum Beispiel das Drehbuch. Genauso gingen aber auch die Spezialeffekte schief. Ebenso die Leistungen der Schauspieler. Wobei die Bezeichnung in dem Fall eher eine schmeichelhafte Umschreibung für Berufsdarsteller ist. Ja, Mega Piranha ist grottenschlecht. Aber trotzdem unterhält er, sicher ein Grund, warum ihn Tele 5 in die Schlefaz-Reihe aufgenommen hat. Einmal bei youtube gesucht findet man Haufenweise abstruse Filmclips aus diesem misslungenen Fischhorror-Disaster.
Doch genug der Lästerei, der vollständigkeithalber wegen sollte man fairerweise an dieser Stelle auf die Geschichte eingehen: Irgendwo in einem Fluss in Venezuela: Aus einem Forschungslabor brechen wiederbelebte Urzeitmonster aus. Nach diversen Monster-Bastarden wie Dinocrocs oder Versus Filmen alá Boa vs. Python sind es diesmal reinrassige Piranhas, die uns Asylum auf den Leib hetzt. Zunächst werden für die Toten in dem Fluss irgendwelche Terroristen verantwortlich gemacht. Erst Special Agent Jason Fitch erkennt die Wahrheit: Die Menschheit hat es mit mehr als 20 Meter großen Piranhas zu tun! Doch damit nicht genug - das Piranharudel macht sich alsbald auf in das sonnige Florida um von nun an dort sein Unwesen zu treiben. Nur Jason Fitch und seine rothaarige Kollegin Sarah Monroe können die Brut aufhalten.
Wer ernsthaft so einen Film kauft (so wie ich Beispielsweise) weiß in der Regel worauf er sich einlässt. Das den Film ein Familienvater mitnimmt um seinen Lieben zuhause ein Geschenk zu machen kann man sicher schon aufgrund des gestörten Coverartworks ausschließen. Somit ist es kaum notwendig weiter auf all die Mängel hinzuweisen, die dieser Film mit sich bringt. Aber trotzdem: Man kann mit dem Streifen eine Menge Spass haben. Man muss sich nur darauf einlassen. In der richtigen Runde, mit genügend sinnverändernden Getränken steht einem gelungenen Filmabend nichts im Wege. Wer ihn also noch nicht kennt: Heute Abend um 22:15 Uhr kommt diese Perle der Trashkunst in der Schlefaz-Reihe auf Tele 5. filmdetails

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Filmkritik: The Purge (2013)

(c) 2013 Universal Pictures Germany GmbH
Die USA im Jahre 2022: Die Verbrechensrate ist auf gerade einmal 1% gesunken. Das Land ist so sicher wie nie zuvor. Kriminalität ist nach Arbeitslosigkeit, Finanzen und Krankheiten das kleinste Problem, welches das Land hat. Da der Mensch aber im Grunde ein Tier ist und ihm das Morden und Töten praktisch im Blute liegt, hat die Regierung auch hier Abhilfe geschaffen: Einmal im Jahr findet deshalb der sogenannte Purge Day, zu deutsch Der Tag der Säuberung, statt. Von 19:00 Uhr Abends bis um 07:00 Morgens ist es an diesem Tage gestattet jegliche kriminellen Aktivitäten auszuleben die man sonst offenbar nur unterdrückt. Und zwar ohne eine Bestrafung zu fürchten. Mord, Totschlag, Vergewaltigung oder Mißhandlungen: Alles ist erlaubt. Niemand muss das Gesetz fürchten.
Im Grund durchaus ein guter Ansatz für einen dystopischen Thriller - jedoch alles andere als neu. Ob Running Man, The Hunger Games, The Tournament oder Das Millionenspiel: Viele Filme haben schon mit dem Gedanken gespielt das in der Zukunft Verbrechen in einem bestimmten Kontext mehr oder weniger legitimiert werden.
Unsere Geschichte beginnt am Vorabend vom Purge Day. Die Familie Sadin ist in der Vorbereitung für die darauffolgende Nacht: Die Alarmsysteme werden aktiviert und die Kinder auf die Nacht eingestimmt. Vater James ist Verkäufer von Alarmalagen und Sicherheitssystemen. Dies macht seine Frau unsicher, nachdem sie sich mit einer Nachbarin unterhalten hat und erfuhr, dass die komplette Nachbarschaft mit dem Sicherheitssystemen ihres Mannes ausgestattet wurden. Immerhin haben alle viel Geld bezahlt und somit den Wohlstand der Familie Sadin auf diese Weise gesichert.
Nachdem es 19:00 Uhr ist aktivert Vater James alle Sicherheitssysteme des Hauses. Was er nicht weiß: Der Freund seiner Tochter befindet sich noch im Haus. Als dann noch sein hochbegabter Sohn Charlie einen Fremden in das Haus hinein lässt eskaliert die Lage. Eine Gang belagert von nun an das Haus und verlangt die Freigabe des Fremden, dem Charlie zuvor noch das Leben gerettet hat.
Bei The Purge hapert es an verschienen Punkten. Abgesehen von der Grundidee - die jedoch schon auf verschiedene Varianten mehrmals dagewesen ist - ist nicht viel cool bei dem Film. Die Darstellern, allen voran Ethan Hawk, stolpern mehr schlecht als recht durch die 90 Minuten Survival Hostage Action. Belagerungsfilme wie John Carpenters Das Ende lassen grüßen. Hier wird versucht vieles besser zu machen. Das scheitert aber konsequent an der umsetzung. Abgesehen von den zugegebenermaßen oft sehr beeindruckend wirkenden Kameraeinstellungen gibt es nicht viel zu sehen: Das Licht ist meistens so dunkel, dass man ohnehin nicht viel erkennt. Die Action ist spärlich geseht und geht überhaupt erst nach der ersten halben Stunde so richtig los.
Hauptproblem bleibt aber immer noch die Grundidee, die zuviele Fragen aufwirft. Während bei Running Man und Konsorten noch plausibel erklärt wird, warum Verbrechen in einem bestimmten Zusammenhang legal werden versagt The Purge auf der ganzen Linie. Alleine der Grund, dass der Mensch in Wirklichkeit eine mordene Bestie ist mag zwar stimmen, reicht aber nicht aus um dem Zuschauer zu vermitteln, dass sämtliche Verbrechen inklusive Mord und Vergewaltigung 12 Stunden lang legitim werden. Moderne - von den Medien ausgeschachtete - Gladiatorenkämpfe wie in Das Millionenspiel. Running Man oder The Tournament sind da weitaus realistischere Dystopien. Im  Gesamtbild ist The Purge zwar kein schlechter Film - geht in der hochkarätigen Konkurrenz aber gnadenlos unter. filmdetails

Samstag, 12. Oktober 2013

Filmkritik: Piranhaconda (2012)

(c) Sunfilm Entertainment
Von dem Macher von Dinocroc vs. Supergator. Wer sich traut sowas auf das Cover seiner Bluray-Hülle zu drucken muss ganz schön selbstbewusst sein. Oder einfach nur irre. Fast jeder andere Regisseur, wäre froh, wenn er nicht mit so einem Film in Verbindung gebracht wird. Und wenn er doch sowas gemacht hätte, dann wäre er vermutlich nur unter einem Pseudonym in Erscheinung getreten. Nicht so aber Jim Wynorski. Roger Cormans Ziehsohn, der die Fahne des Trashes weiter in den Wind hält wie kein anderer, sieht also einen Film wie Dinocroc vs. Supergator in seiner Filmographie als Qualitätsmerkmal. Soweit so gut. Wynorski macht Trash und steht dazu. Und wir kaufen das Zeug dann oder leihen es aus. Das diese Filme vor allem - oder vielleicht auch nur - dem Geld wegen produziert werden ist kein Geheimnis. Der künstlerische Anspruch ist hierbei zu vernachlässigen. Eine Story gibt es trotzdem - auf die ich an dieser Stelle kurz eingehen werde (auch wenn sie Nebensache ist...).
Irgendwo auf Hawaii: Ein Filmteam dreht gerade am neuen Horrorstreifen Head Chopper II. Was das Team nicht weiß ist, dass in unmittelbarer Nähe eine schreckliche Kreatur ihr Unwesen treibt. Der Piranhaconda - eine grauenhafte (und vor allem grauenhaft animierte...) Tiermutation mit dem Körper einer Schlange und dem Kopf eines Piranhas. Nachdem auch noch Terroristen einige Mitglieder des Filmteams entführen um vom Studio Geld zu erpressen eskaliert die Lage. Inmitten des Ganzen befindet sich Dr. Lovegrove, ein Universitätsprofessor - der optisch wie ein abgehalfterter Rockstar aussieht - der auf der Insel nach exotischen Lebewesen sucht. Gespielt wird er von einem gelangweilten Michael Madsen, der die Rolle offenbar vor allem deshalb angenommen weil ein Gratis-Aufenthalt auf Haiwaii gewunken hat. Terroristen, eine Badass Filmmonster-Kreatur und diverse Sideshows die der Reihe nach als Opfer für den Piranhaconda herhalten müssen: Das könnte ein guter Film werden oder? Wird es aber nicht. Nicht unter der Regie von Jim Wynorski, dessen bestbewertester Film auf imdb gerade bei 5/10 liegt. Und das bei über 80 gedrehten Filmen. Unter einem Ausrutscher nach unten auf der Qualitätsskala kann man bei ihm diesen Film nicht verbuchen. Was bleibt ist also ein Film mit einem gelangweilten Michael Madsen, grottenschlecht animierten Monstern und einer hanebüchene Story. Ein Film, der mit etwas Glück vielleicht einmal kult werden könnte wie Plan 9 from Outer Space. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch leider nicht so groß, da Firmen wie The Asylum inzwischen mit gefühlten 100 ähnlichen Monsterfilmen im Jahr den Markt regelrecht überschwemmen. Ein gutes gibt es jedoch zu Piranconda zu sagen: Es gibt keine Haie! filmdetails

Freitag, 4. Oktober 2013

Filmkritik: Helden - Wenn Dein Land Dich braucht (2013)

Die schlimmste Szene kommt gleich am Anfang des Films: Eine Texttafel, die uns den Hinweis gibt, dass dieser Film aus diversen Filmfonds und Filmförderstiftungen mitfinanziert wurde. Angebliche 8 Millionen Euro soll das Weltuntergangsspektakel gekostet haben. Angesichts des Riesenbudgets für einen TV-Film und der Werbetrommel, die RTL schon seit Wochen ordentlich rührt, heißt es also fest anschnallen für einen fesselnden TV-Abend. OK - wer das allerdings ernsthaft glaubt, glaubt auch das Dieter Bohlen nett zu kleinen Kindern ist. Man sollte also zuerst einmal einen Blick auf den Cast machen: Hier offenbart sich uns die komplette RTL-Prominenz. Ausgenommen Katy Karrenbauer, die aus unerfindlichen Gründen diesmal nicht mit am Start ist. Worum geht es nun in dem Film, den uns RTL seit mehreren Monaten und dutzenden Vorschauen als "Film des Jahres" und verkaufen will?
(c) RTL
Ein ganz normaler Tag am LHC am CERN in der Schweiz: Eine Gruppe Kinder besucht gemeinsam mit ihrer Erzieherin die Wissenschaftler um ihnen einmal bei der Forschung ein Blick über die Schulter werfen zu können. Genau an diesem Tag soll das LHC mal so richtig hochgefahren werden um ein kleines künstliches Schwarzes Loch zu erzeugen.
Szenenwechsel: Eine Wohnung im Schwarzwald. Ein Hacker hat Daten vom LHC abgegriffen. Daten die seltsamerweise beim runterladen auf den Originalrechner nicht mehr existieren, sondern nur bei dem Hacker. Soweit die Erklärung zur Vorgeschichte, von jetzt an muss das passieren, was passieren muss: Das Experiment am LHC geht grandios schief. Das kleine Schwarze Loch ist doch nicht so klein wie gewollt und sendet elektromagnetische Impulswellen aus. Diese EMP bringen von da an das komplette Chaos über Deutschland: Satelliten stürzen auf den Reichstag und Gurkenfarmen, Flugzeuge stürzen auf die Siegessäule. Die einzige Möglichkeit die Deutschland, ja sogar die Welt, vor dem Untergang zu bewahren befindet sich in einem Stück Softwarecode auf dem Rechner des Hackers. Dieser muss nun gefunden werden. Was folgt sind Szenen- und Ortswechsel im Minutentakt. Schweiz, Berlin, Brandenburg, Gelsenkirchen und der Schwarzwald.
Hierbei wären wir auch gerade beim ersten - und mit Abstand nervigsten Filmfehler. Figuren die gerade vor gefühlten 10 Minuten noch in Salzburg waren sind auf einmal in Berlin. Ein Flug von Brandenburg nach Gelsenkirchen dauert länger als ein Flug von dort aus in die Schweiz. Und der Hacker fährt aus dem Schwarzwald nach Brandenburg in wenigen Minuten. Fünf Minuten Recherche mit Google Earth hätten hier Abhilfe geschaffen. Für Recherche war aber bei 8 Millionen Euro offenbar kein Budget veranschlagt. Und man muss zugeben: Dieser Fehler ist zwar einer der größten - aber nicht der einzige. Warum zum Beispiel Yvonne Catterfeld direkt neben dem Schwarzen Loch noch mit ihrem Handy telefonieren kann, während über 500 Kilometer weit entfernt aufgrund des EMP Flugzeuge abstürzen kann sicher auch nur der Drehbuchautor erklären. Wer bei diesem Film der wissenschaftliche Berater gewesen war wäre interessant zu wissen. Wurde hier vielleicht ebenfalls auf das RTL Inventar zurückgegriffen? Dieter Bohlen und Bruce Darnell hätten für Geld sicher auch das gemacht. Zusammengefasst kann man kein gutes Haar an diesem Film lassen. Er ist von vorne bis hinten ganz mieses Kino. Abgesehen von unendlich vielen Filmfehlern, einer unstrukturierten Story, nervigen Szenenwechseln und mittelmässigen Schauspielern gibt es etwa ein bis zwei lustige Szenen mit Armin Rohde die halbwegs passabel sind. Der Rest sollte am besten zusammen mit Yvonne Catterfeld und dem Regisseur ganz tief in einem schwarzen Loch verschwinden. filmdetails

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Filmkritik: Monster Man (2003)

(c) Kinowelt
Filmschaffende haben bereits eine ganze Menge unheimlicher Karossen ins Rennen geschickt um dem eingeschüchterten Zuschauer auf seinem Sofa mal ordentlich einzuheizen. Wir erinnern uns beispielsweise an Christine, den 58er Plymouth Fury oder den 1970er Chevrolet Nova den Kurt Russell in Death Proof als Waffe einsetzt. In Monster Man aus dem Jahre 2003 terrorisiert uns ein Bolide der sehr viel rustikaler ist: Ein Monster Truck. Der Zuschauer muss sich auch gar nicht lange gedulden – nach knapp 10 Minuten gibt’s die erste Attacke dieses wildgewordenen aggressiven Ungetüms. Alles spielt erst einmal auf den langen Highways Amerikas. Adam und Hurley, zwei junge Erwachsene die ihre Freundschaft nach einem Zwist wieder entdeckt haben, sind auf dem Weg zu Batty-Anns Hochzeit. Während Adam schüchtern und von reinen Gedanken ist, rutscht Hurley permanent ein Spruch über die Lippen auf dem Niveau von „Vibratorwurstfinger“, „Doktor Meisterstecher“ oder „Dildofresse“. Nachdem der erste Angriff des verrückten Monster Trucks abgewehrt werden konnte, geht den beiden das Benzin aus. Nach einem kurzen Fußmarsch entdecken sie mitten in der Prärie ein einsam abgestelltes Wohnmobil. Kurzerhand zapfen sie diesem den Benzintank leer wobei Hurley erst den Schlauch zum Abwasser greift und entschlossen zu saugen beginnt. Was die Jungs nicht ahnen: Im Wohnmobil gammelt eine kopflose und blutüberströmte Leiche vor sich hin.

Als die Fahrt weitergehen kann treffen sie auf die attraktive Anhalterin Sarah (gespielt von Aimee Brooks). Für Hurley ist die Sache klar – Sarah muss mitgenommen werden. Adam hingegen entscheidet sich dagegen weil er Gefühle für Batty-Ann hegt. Kurze Zeit später machen sie Pipipause auf einem Rastplatz. Ganz ehrlich: Diese Szene bietet die ekligsten Toiletten die ich bisher in einem Film gesehen habe. Während Hurley draußen im Auto wartet und schlussendlich einschläft, fährt der Monster Truck vor. Sein Fahrer, ein hünenhafter gehbehinderter Mann mit vernarbtem Gesicht steigt aus und macht sich auf den Weg zur Toilette. Adam erschreckt zu Tode, schafft es aber aus dem Toilettenhaus zu fliehen. Hurley, der mittlerweile wieder wach ist und den Monster Truck entdeckt, kommt auf die wahnwitzige Idee in dessen Führerhaus zu urinieren.
Die Nacht verbringen Adam und Hurley in einem Motel. Dort erfahren sie über die Nachrichten von der kopflosen Leiche im Wohnmobil. In der Nacht schreckt Adam aus dem Schlaf weil seine Hand plötzlich in einem Katzenkadaver steckt. Er schreit und schleudert das tote Tier auf Hurley der dieses während seinem perversen Traum anfängt abzulecken.
In panischer Angst stürmen sie aus dem Motel und fahren von dannen. Die Anhalterin Sarah hat sich auf dem Rücksitz versteckt und versetzt den beiden direkt den nächsten Schock. Im Laufe der folgenden Kilometer lernen sie Sarah näher kennen und freunden sich mit ihr an. Während Adam schöne Worte für sie findet (malzbierfarbene Augen) würde Hurley gerne erfahren, ob sie auch malzbierfarbene Nippel besitzt.
Den nächsten Rast machen sie in einer Billard-Bar. Merkwürdigerweise fehlen den Gästen allesamt Gliedmaße. Arm- und Beinstümpfe sind hier scheinbar ganz normal. Auch eine verlassene Geisterstadt, durch die sie fahren, lässt das Trio grübeln. Erst bei der zweiten Rast und während sie Chilli und Burger essen fällt auf, dass sie gerade Menschenfleisch konsumieren. Voller Abscheu fliehen sie sofort, doch im Auto geht der Horror weiter: Eine Leiche mit zermatschtem Schädel sitzt auf dem Rücksitz und wäre dies nicht schon schlimm genug, erscheint der Monster Truck wie aus dem Nichts. Nach einer wilden Verfolgungsjagd endet die Fahrt mit einem Unfall. Das Trio flieht zu Fuß in einen Wald wo sie von Bruder Bob dem gruseligen Monster Truck Fahrer angegriffen werden. Bob schaltet Hurley aus und entführt Sarah. Adam schleicht sich zu einer Hütte und betritt sie vorsichtig. Im Inneren bietet sich ihm ein fürchterliches Bild: Überall Blut, Leichenteile, Pentagramme. Bruder Fred, der angekettet auf einem Bett liegt sieht fürchterlich aus: Sein Torso ist fast in zwei Teile geteilt – dort wo sich vorher sein Bauch befunden hat sieht man nun nur noch eine überdimensionierte Reifenspur. Adam tritt zu Fred als dieser plötzlich die Augen aufschlägt und markige Sprüche macht. Im ersten Stock findet Adam Sarah angebunden und retten sie. Als Dank zieht im Sarah eine Schaufel über den Kopf.
Jetzt klärt sich alles auf: Bruder Bob, Bruder Fred und Schwester Sarah gehören zu einer Familie. Während Bob und Fred an fürchterlichen Unfällen gestorben sind, holte sie Sarah, die Hexenkunst studiert, ins irdische Leben zurück – als Dämonen. Bobs Aufgabe sei es, immer wieder neue Leichen zu besorgen die für die Regeneration von Freds Körper benötigt werden. Adam soll der nächste sein. Dieser schafft es allerdings sich in origineller MacGyver Manier mit einem Bleistiftspitzer zu befreien und mit der Klinge Sarah zu töten. Zum Showdown kommt es draußen, als der Monster Truck von Adam gesteuert wird. Bruder Bob wird mehrfach überfahren und liegt total zersplattert auf der Erde. Am Ende taucht auch noch Hurley auf der gar nicht tot war sondern nur k.o. – das perfekte Happy End.
Monster Man ist DER Männerfilm überhaupt: Autos, Frauen, Horror und das alles als Roadmovie verpackt. Durch den komödienhaften Auftritt von Hurley sind viele Lacher garantiert – dies soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Monster Man auch heftigen Horror mit vielen Splatter- und Ekeleinlagen bietet. Sehr empfehlenswert für einen gemütlichen Halloweenabend. Filmkritik von power_channard) filmdetails

Samstag, 28. September 2013

Filmkritik: Sharknado (2013)

(c) Delta Music & Entertainment
Nur selten hat es ein Asylum-Film geschafft, dass viele Leute über ihn reden. Natürlich nichts gutes, aber immerhin war Sharknado im Gespräch. Durch Zufall wurde er nach seiner Austrahlung in den USA über Twitter sehr schnell sehr bekannt. Sogar bekannten deutschen Medien wie Spiegel Online war dies einer Erwähnung wert. Was dieser Film anders macht als diverse andere Asylum-Schundprodukte ist einem auch nach dem Ansehen jedoch nicht wirklich klar. Nun ist das zweifelshafte Meisterwerk in unseren Videotheken angelangt, weshalb auch hier eine kleine Rezension fällig ist.
Zur Story, die, ganz in der Tradition des Studios, auf die Rückseite eines Bierdeckels passt: Ein Hurrikan hat einen Haischwarm aufgesaugt und trägt diesen nach Los Angeles. Dort werden nun die Haie durch den Sturm, der sich inzwischen in drei kleine Stürme geteilt hat hat, über die ganze Stadt verstreut. Ob im Pool, auf dem Highway oder die Kanalisation: Die Haie lauern überall. Und sie machen natürlich das, was Haie am liebsten tun: Menschen töten. Der Barbesitzer und Sonnyboy Fin macht sich in all diesem Trubel auf den Weg um gemeinsam mit seinen Freunden seine Ex-Frau sowie seine Kinder zu suchen. Auf dem Weg rettet er nebenher noch einen Schulbus voller Kinder und erledigt massenhaft Haie.
Wer sich ernsthaft tiefere Gedanken über den Sinn der Story macht, oder überlegt ob Haifische tatsächlich universale Killermaschinen sind, braucht gar nicht erst weiterlesen. Dieser Film ist - wie eigentlich alle Filme von Asylum - nur mit einem Ziel produziert worden: Möglichst viel Geld einzubringen und dabei so billig wie möglich zu sein. Von der Story bis über die Darsteller hin bis zu den Effekten ist praktisch nichts gut an dem Film. Sogar von Mittelmaß zu reden wäre hier noch übertrieben. Warum sollte man ihn sich dann überhaupt anschauen? Sollte man nicht, außer man will eine Rezension schreiben, wie schlecht der Film ist - und / oder hat während dem Film mindestens 2 bis 3 Bier getrunken. Dann geht es. Erwähnenswert wäre allefalls Tara Reid in der Rolle einer wütenden Mutter. Wobei Reids filmischer Karrierehöhepunkt irgendwann so 1998 gewesen sein muss. Das sie in solchen Filmen eindeutig besser aufghoben ist, stellt sie jedoch wunderbar unter Beweis. filmdetails

Samstag, 7. September 2013

Filmkritik: M.A.R.K. 13 (1990)

(c) Laser Paradise
Irgendwann in ferner Zukunft: Die Menschheit wurde durch einen Atomkrieg zu großen Teilen vernichtet. Die Überlebenden sind oftmals verstrahlt und leben zusammen mit Cyborgs in einigen Mega-Metropolen zusammen. Alles außerhalb dieser Bereiche ist unbewohnbar geworden und wurde von den Regierungen zur sogenannten Todeszone definiert.
M.A.R.K. 13 ist der Name einer Gefechtsdrohne, die in dieser Welt für Recht und Ordnung sorgen sollen. Als eines Tages der Ex-Soldat und Cyborg, Mo Baxter, vom Schrottsammeln zurückkommt, hat er für seine Freundin Jill eine Überraschung im Gepäck: Den Kopf eines M.A.R.K. 13, den er ihr als Geschenk macht. Da Jill eine Künstlerin ist verarbeitet sie alsdann das Geschenk zu einer Skulptur. Was sie dabei nicht ahnt ist, dass der Kopf dieser Hochintelligenten Drohne immer noch intakt ist. Die Energie zieht er dabei aus allem, was in Energie umgewandelt werden kann wie z. B. Sonnenlicht. Dadurch entsteht eine nicht aufzuhaltende fehlprogrammierte Kampfmaschine, die von nun an versucht alles zu Töten.
Warum der Film in der Red Edition Serie von Laser Paradise erschien ist jedoch nicht wirklich nachvollziehbar. Der Film ist abgesehen von ein paar wenigen Stellen in der zweiten Hälfte relativ unbrutal. Auch sonst geht es im Vergleich zu anderen Filmen aus der Red Edition sehr unkrawallig zur Sache: Vielmehr liegt der Fokus auf der bedrohlichen Atmosphäre. Die Beleuchtung, die mit omnipräsenten Rottönen spielt, lässt hier fortwährende Endzeitstimmung aufkommen. Ebenfalls positiv erwähnenswert ist der Score, der mit Westernklängen das übrige für eine gelungene Atmosphäre tut.
Zusammengefasst bin ich positiv überrascht, da es sich um einen Blindkauf handelte. Weder wusste ich, dass der Film wie Dredd im 2000 AD Universum spielt, noch, dass es sich um einen waschechten Endzeitthriller handelt. Anhand der Aufmachung des Covers und der Tatsache, dass der Film in der Red Edition erschienen ist, hätte ich eher Robotersplatter in einem apokalyptischen Setting erwartete. Auch wenn der Film für einen Splatterfilm vielleicht zu ruhig sein mag - man sollte durchaus einen Blick riskieren, sich aber nicht durch das Red Edition Label blenden lassen.  filmdetails

Donnerstag, 22. August 2013

TV-Kritik: Reality Queens auf Safari

(c) 2013 Pro 7
Was passiert, wenn man einen Haufen weiblicher C-Prominenz (Models, Ex-Pornostars etc.) in die Wüste schickt? Eigentlich eine begrüßenswerte Idee, würde es sich hierbei nicht um das neue Showformat von Pro 7 handeln - und wäre nicht deshalb zwangsläufig die ganze Zeit die Kamera dabei. Wie zu erwarten kommt also doch nichts Gutes dabei raus, sondern mehr oder weniger unterhaltsamer TV-Trash. Pro7 konnte aber wohl zu der Produktionszeit nicht ahnen, dass das Konkurrenz-Format Wild Girls bei dem Zuschauern alles andere als gut ankommt. Da der Schmodder aber jetzt abgedreht wurde und trotz niedriger Gagen sicher einiges gekostet hat, strahlt Pro 7 es jetzt völlig schmerzfrei aus. Ob der Zeitpunkt unmittelbar nach dem Ende der gescheiterten Wild Girls geschickt gewählt ist steht auf einem anderen Blatt. Eventuell hat der Zuschauer nämlich jetzt entgültig genug von einer Gruppe Attentionwhores auf Pseudo-Safari.
Trotz des sperrigen Namens Reality Queens auf Safari ist die Sendung wie eine x-beliebige andere Promi-Survival Show aufgebaut. Es beginnt damit, dass die zwölf Möchtegernstars - meist blond (wenn nicht auf dem Kopf zumindest im Kopf) und mit üppiger Oberweite ausgestattet - nach Afrika gekarrt werden. Danach kommt die Aufteilung in Teams, die ab jetzt gegeneinander spielen müssen bzw. Aufgaben erfüllen müssen. Dem Gewinnerteam winken 50 000 Euro - nachdem es den Weg zurück in die Zivilation gefunden hat.
Nachdem die versammelte Discounter-Prominenz ihr in der Wüste überflüssiges Gepäck (Handy, Lippgloss usw.) abgelegt hat, lässt Taff Moderator Daniel Aminati (der hier übrigens wunderbar beweist, dass er noch unsinnigere Dinge als Taff moderieren kann) die Spiele beginnen. Dies war damit auch schon das erste Spiel: Welches Team hat sich von den meisten Zeug aus der Zivilisation verabschiedet und nimmt weniger auf die Safari mit? Das Gewinnerteam darf ab jetzt in einer Art Wüstenhotel wohnen - während die Verlierer in einem Camp hausen wogegen ein Wacken-Zeltlager fast wie Luxus wirkt. Doch die Hauptproblem sind nicht die zu erwartenden Probleme wie kein fließend Wasser oder das fehlende Handy - sondern, dass die Queens nicht nur dme Zuschauer auf die Nerven fallen, sondern vor allem sich gegenseitig. Somit ist der ohnehin erwartete Zickenkrieg schon innerhalb der ersten Folge mehr oder weniger zum Hauptthema geworden.
Als Fazit kann man sagen, dass die Sendung nicht empfehlenswert ist - unterhaltsam aber doch. Jedoch reicht hier für ein Trash-Sättigungsempfinden der Konsum von einer Folge. Wer sich ernsthaft interessieren sollte was aus dieser kruden Mischung von Dschungel Camp und Wild Girls geworden ist, kann sich in ein paar Wochen dann besser die Bild kaufen, wo berichtet wird, wer von den Teams gewonnen hat und die Entschädigung den Gewinn von 50 000 Euro bekommen hat.

Sonntag, 18. August 2013

Filmkritik: Das Haus an der Friedhofsmauer (1981)

(c) Laserparadise
Der Historiker Dr. Norman Boyle bezieht mit seiner Frau und Söhnchen Bob eine üppige Villa in der Nähe von Boston. Dort möchte er sich den Forschungen hingeben, die er von seinem Kollegen Dr. Peterson übernahm. Peterson fand man irgendwann an einem Geländer im Archivbereich der Bibliothek baumeln. Je tiefer Norman in die Aufzeichnungen Petersons einsteigt, desto eher bekommt er ein Bild von der Arbeit seines verstorbenen Kollegen. Eine Kassettenaufnahme lässt ihn tief blicken – voller Entsetzen zerstört er das Band. Zeitgleich passieren unheimliche Dinge in der Villa. Es knarzt, man hört Stimmen, es poltert im Keller. Sohn Bob erscheint hin und wieder ein Mädchen dass ihn davor warnt das Haus an der Friedhofsmauer weiter zu bewohnen. Norman forscht weiter und findet heraus, dass der ehemalige Eigentümer der Villa ein Prof. Freudstein war und dass sich Dr. Peterson eingehend mit den Aufzeichnungen des Professors beschäftigte. Die Geheimnisse dieser Aufzeichnungen haben in schlussendlich in den Tod getrieben.
Als das bestellte Kindermädchen Ann eintrifft um sich ein wenig um Bob zu kümmern bis die Eltern das Haus fertig eingerichtet haben, erinnert sie Mutter Lucy an eine blutverschmierte und geköpfte Schaufensterpuppe. Als die Stimmen und Geräusche im Haus zunehmen inspizieren Norman und Lucy den Keller wo Norman direkt von einer aggressiven Fledermaus angegriffen und gebissen wird. Nur mit allergrößter Mühe gelingt es ihm das Tier von seiner blutigen Hand zu lösen. Lucy droht wahnsinnig zu werden und überredet Norman das Haus wieder zu verkaufen. Als die Maklerin das Anwesen zu einem späteren Zeitpunkt besucht wird sie im Haus von einem Zombie angegriffen und getötet. Später erfährt man, dass es Professor Freudstein ist der als Untoter im Keller haust und sich von immer jüngeren Opfern ernähren muss um nicht zu vergehen. Nachdem auch das Kindermädchen ein eher unschönes Ende erfährt und sich obendrein noch Bob im Keller einschließt, kommt es zum finalen Kampf bei dem Norman und Lucy getötet werden. Bob überlebt den Horror als einziger und flieht durch eine Grabplatte die direkt ins Wohnzimmer der Villa führt. Der Film endet mit dem Henry James Zitat: „Niemand wird je wissen ob die Kinder Monster sind oder die Monster Kinder“.

Typisch für diesen Fulci-Film ist die kaum vorhandene Story. Sicher die gibt es natürlich, ist aber zu vernachlässigen - ebenso wie die schauspielerische Leistung der mehr als steifen Charaktere. Neben den gewohnt blutigen Effekten hat mich besonders das Haus an sich in den Bann gezogen. Alles wirkt zu jedem Zeitpunkt verdammt unheimlich. Verstärkt wird das Gefühl durch die permanenten Laute und Geräusche in der Villa. Besonders zur Nachtzeit wenn alle schlafen nur Norman durch das Haus schleicht um die Quelle der Unruhe ausfindig zu machen stellen sich die Nackenhaare auf. Fulci-Fans haben den Film mit Sicherheit bereits in der Sammlung stehen – alle anderen dürfen ruhig mal einen Blick wagen. (Filmkritik von power_channard) filmdetails

Samstag, 10. August 2013

Filmkritik: Nezulla - Das Rattenmonster (2002)

(c) afn
Ein japanischer Monsterfilm mit einer mutierten Ratte, welcher in der offziellen Auswahl eines Japanischen Fantasy-Filmfestes war? Hört sich eigentlich vielversprechend an. Für unter 3 Euro wurde der Film dann auch direkt mal bei Amazon mitbestellt. Ich dachte zunächst, dass man bei dem Preis nicht viel falsch machen kann und irrte dennoch. Im Nachhinein betrachtet ist der Film selbst geschenkt nicht einmal die Zeit wert, die man braucht um ihn sich anzusehen.
Doch der Reihe nach. Als Storyzusammenfassung zitiere ich einmal den Text auf der Rückseite der DVD, der alles was man wissen muss so ziemlich genau auf den Punkt bringt:
"Eine durch Genmanipulation mutierte Ratte infiziert die Mitarbeiter eines Forschungslabors zur Herstellung biologischer Waffen. Als das tödliche Virus die ersten infizierten Opfer in der Nähe des Labors fordert und droht sich weiter auf die Bevölkerung auszubreiten, erhält ein SWAT-Team die Aufgabe, die tödliche Bedrohung zu stoppen..."
Dies ist tatsächlich auch somit das einzige was passiert. Ein SWAT-Team - welches jedoch rein überhaupt nicht wie ein SWAT-Team wirkt, sondern wie eine Truppe Amateurschauspieler, die ein SWAT-Team verkörpern sollen, jagt eine mutierte Riesenratte. Abgesehen von der technischen minderwertigen Qualität des Filmes - er wirkt wie mit einer VHS-Kamera aufgenommen - agieren sämtliche Schauspieler unter aller Sau. Angefangen damit, dass bei dem angeblichen härtesten SWAT-Team was Japan zu bieten hat fast alle 10 Minuten jemand entweder in Panik gerät oder sich durch eine dumme Aktion in Lebensgefahr bringt, ist die Ratte selbst das Hauptproblem des Filmes: Sobald das Tier ins Bild geht auch die restliche vorhandene Gruselatmosphäre flöten. Als Monster taugt die Ratte noch weniger als ein X-Beliebiges computeranimiertes Megamonster aus einem Asylumfilm. Obwohl die Ratte nicht einmal digital ist, sondern aus einem echten Kostüm gefertigt wurde, wirkt sie stets reinkopiert und unpassend. Ist der Tier dann einmal in Bewegung sieht es aus, als ob Gonzo aus der Muppetshow versucht zu rennen, was wohl an diversen Strippen oder Stangen an und unter den Rattenarmen liegen mag. Zusammengefasst einer der miesesten Filme die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Für einen Trashabend mit entsprechend viel Bier evtl. aber eine Überlegung wert. Viel kosten tut er ja nicht. filmdetails

Freitag, 2. August 2013

Filmkritik: Night of the Living Dead: Resurrection (2012)

(c) 2012 Lionsgate Home Entertainment
Die Welt im Jahre 2012: Die Zombies haben die Erde überrannt. Es gibt keine funktionierende Infrastuktur oder Wirtschaft mehr. Die restlichen Überlebenden sind mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Eine Familie schafft es sich in einem Farmhaus der Apokalypse zu stellen und den Kampf anzunehmen. Lebende Tote, die Apokalypse, ein Bauernhaus... das Ganze erinnert mehr schlecht als recht an einen Mischmasch aus The Night of the living Dead, dem Videospiel zu The Walking Dead bzw. einem weiteren X-beliebigen austauschbaren Zombieapokalypse-Film. Das Gesamtwerk ist konfus zusammengeschnitten und hat die Optik einer Viedeotheken-Produktion. Weder effektmässig noch aus Storysicht stimmt hier irgendwas: Beispielsweise ist die Familie angeblich in einem abgelegenden Bauernhaus auf sich alleine gestellt. Jedoch gibt es Strom, die Zimmer sind immer beleuchtet und eine Frau kann den anderen Zombieopfern mitteilen, dass #Apocalypse der Top Hashtag bei Twitter wäre. Mehr Inkonsequenz in gerade mal 30 Minuten Film sind wohl kaum umzusetzen. Abgesehen davon, dass offenbar noch während der Apokalypse das Internet noch funktioniert, kommen diverse weitere kleinere Ungereimtheiten hinzu.
Aber auch die technische Umsetzung lässt arg zu wünschen übrig. Neben der bereits erwähnten Videothekenoptik stören die aufgesetzen Filmkratzer die wie mit After Effects reinkopierte Grindhouseeffekte wirken. Von der absolut miserablen deutschen Synchro ganze zu schweigen. Zusammengefasst einer der schlechtesten Zombiefilme der letzten Monate die ich zu Gesicht bekommen habe. Das Hauptproblem ist aber: Der Film nimmt sich selbst viel zu ernst als um richtiger Trash durchzugehen. Gleichzeitig ist er aber einfach zu trashig um als ernster Film durchzugehen. Einziger Tipp an Videothekenausleiher: Irgendwas anderes mitnehmen - selbst bei unbekannten Zombiehorrorfilmen werden 90% besser sein als Night of the Living Dead: Resurrection. filmdetails

Samstag, 27. Juli 2013

TV-Tipp: Trashfilme auf Tele 5

Bereits gestern ist die Trash-Reihe Die schlechtesten Filme aller Zeiten auf Tele 5 gestartet. Den Auftakt machte der Tiertrash Super Shark. Am jeden Freitag wird nun eine weiter Perle aus dem B- und C-Movie Archiv des Senders gezeigt, präsentiert von Oliver Kalkofe.
Wem das Ganze nicht reicht: Außerhalb der offiziellen Reihe bringt Tele 5 auch weiterhin gewohnt schlechte filme. Der heutige Abend steht ganz im Zeichen des Tier-Trashs. Eine Wiederholung von Supershark inklusive. Passend zum Niveau machen den Anfang und das Ende des Filmabends je ein Asylum-Film. Die IMDB Durchschnittswertung der Filme liegt übrigens bei 2,6 von 10 Punkten...

Donnerstag, 25. Juli 2013

Filmkritik: Maniac (2012)

(c) Ascot Elite Home Entertainment
Irgendwo in den Straßen von Los Angeles. Die Kamera schwenkt scheinbar ziellos umher um sich letztendlich an einer Frau zu fixieren. Diese wird konsequent die nächsten Minuten lang beobachtet, erst langsam erahnt der unbedachte Zuschauer, dass er selbst der Verfolger ist. Der geheimnissvolle Stalker kommentiert darauf aus dem Off - die Person ist ihm wohl bekannt. Er stalkt sie offenbar nicht das erste mal. Der Unterschied: Dieses mal ist der Zuschauer dabei. 
Frank Zito lebt allein in Los Angeles und ist Restaurator für Schaufensterpuppen. Durch seine schwere Kindheit und der kaputten Beziehung zu seiner Mutter, hat Frank im Laufe seines Lebens ein gestörtes Verhältnis zu Frauen aufgebaut. Einsam und ohne Freunde versucht er durch das Stalken und Auflauern ahnungsloser Opfer seine Sorgen zu kompensieren. Eines Tages taucht die attraktive Anna auf, in die sich Frank verliebt. Anna weiß dabei nichts von Franks dunklen Zweitleben als Triebtäter.
Nur selten gab es Filme, die so konsequent aus der Egoperspektive gefilmt wurden: Peeping Tom wäre ein Beispielfilm der seinerzeit verachtet wurde, später jedoch zum Kult avanchierte. Nicht vergleichbar ist Maniac mit diversen andere Slasherfilmen, wo man die meiste Zeit mit den Opfern mitfiebert. Maniac konzentriert sich auf den Täter, mit dem der Zuschauer nach einiger Zeit eine Art Verbindung aufbaut: Moralisch falsch, fiebert der Zuschauer mit, dass Frank weiter unerkannt bleibt. Die Hauptfigur ist hier nicht nur Antiheld, sondern tragischer Bösewicht. Und der Zuschauer unterstützt ihn dabei.
Eine der schönsten Hommages die der Film zu bieten hat ist, als Elijah Wood sich - nachdem er ein weiteres Opfer ermordet hat - in einer Autotür wiederspiegelt und das Bild schemenhaft wirkt wie das einstige Kinoplakat des Originals von William Lustig. An dieser Stelle wird bewust, dass hier jemand das Remake gemacht hat, der das Original offenbar wirklich kennt und schätzt. Dies ist interessanterweise auch gleichzeitig eine der insgesamt zwei Szenen, in dem der Zuschauer auch wirklich zum Zuschauer wird und das Geschehene distanziert aus einer dritten unbeteiligten Person verfolgt. Kurz darauf schon schlüpft der Zuschauer bereits wieder in die Rolle des Killers und verfolgt bis zum Schluss alles aus der Egoperspektive des Psychopathen.
Zusammengefasst eine der positiven Überraschungen, die das Slashergenre der letzten Zeit zu bieten hat. Obendrauf auch noch eines der besten Horror-Remakes, die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Empfehlenswert für alle, die starke Nerven haben. filmdetails

Sonntag, 21. Juli 2013

Filmkritik: Pumpkinhead (1988)

Für das Zustandekommen eines Horrorfilms bedarf es manchmal nur ein paar Zeilen Text. Wenn der Text ein Gedicht ist und der Autor Ed Justin heißt und die ersten Zeilen wie folgt beginnen,
„Keep away from Pumpkinhead, unless you're tired of living, his enemies are mostly dead, he's mean and unforgiving, laugh at him and you're undone, but in some dreadful fashion, vengeance, he considers fun, and plans it with a passion ..”
hat dies mit Sicherheit Einfluss auf den damals 42jährigen Stan Winston genommen der sich daraufhin in seine Arbeit stürzte um den Film Pumpkinhead zu verwirklichen. Stan Winston, bekannt durch seine herausragenden Effektarbeiten für Filme wie Terminator oder Aliens – Die Rückkehr, gab mit Pumpkinhead 1988 sein Regie-Debüt. Hauptdarsteller ist neben dem grandiosen Lance Hendriksen (im Film Ed Hardy) natürlich die Kreatur aus der Hölle.
(c) ems
Aber der Reihe nach: Als junger Bub erlebt Ed Hardy 1957, wie sein Vater in einer nebeligen, stürmischen und regnerischen Nacht einen Hilfesuchenden abweist der darum bittet in das Haus gelassen zu werden. Mit durchgeladener Waffe ruft der Vater nach draußen, dass er verschwinden soll – wegen ihm kann er seine Familie nicht in Gefahr bringen. Ed befindet sich im Bett – ist aber hellwach. Seine Mutter ist bei ihm und versucht ihn zu beruhigen. In dem kleinen Haus brennen Kerzen und das Licht wirft gruselige Schatten an die Wände. Das Halloween-Monster spukt draußen herum und ist auf der Suche nach einem Opfer. Als von draußen her Schreie ertönen und es dann abrupt still ist, atmet die Familie Hardy erleichtert auf. Der Schrecken ist gebannt.
Ein Schnitt versetzt uns in die Gegenwart: Wir schreiben das Jahr 1988. Ed ist erwachsen und hat selbst einen Sohn um den er sich rührend kümmert. Der kleine Billy ist das ein und alles für den alleinerziehenden Vater. Was mit der Mutter passiert ist erfährt der Zuschauer leider nicht. Ed steht in seinem abgelegenen Werkzeugladen als er plötzlich Geräusche vernimmt. Jugendliche steuern mit Corvette. Pick-Up und Motorrädern den Laden an. Als dann auch noch der Farmer Wallace mit ein paar seiner zerlausten Kinder anrückt, ist ordentlich Stimmung angesagt. Billy ärgert sich mit den Wallace-Kindern rum während Ed den Farmer bedient. Als Ed merkt, dass er die Bestellung von Wallace nicht ganz erfüllen kann schwingt er sich in seinen Wagen um die restlichen Teile in der Stadt zu besorgen. Alleine bleibt Billy mit seinem Hund im Werkzeugladen zurück. Die Jugendlichen hingegen schwingen sich auf die Motorräder und brettern über das sandige Gelände. Durch den höllischen Lärm aufgeschreckt reißt sich der Hund von Billy los und läuft direkt auf die Motorradfahrer zu. Und BiIly hinterher geradewegs ins Verderben. Einmal nicht aufgepasst und Billy wird von einem Motorrad erfasst und so schwer verletzt, dass er noch an Ort und Stell verstirbt.
Der großen Schuld zwar bewusst, reagieren die Jugendlichen dennoch völlig falsch: Schnell machen sie sich aus dem Staub, nur einer bleibt bei dem regungslosen Billy und wartet bis Ed eintrifft. Als dieser vom Tod seines Sohnes erfährt und die Schuldigen schnell ausgemacht hat, reift in ihm ein höllischer Plan: Eines der Wallace-Kinder führt ihn in einen schwer zugänglichen Teil des Waldes zu einer Hütte in der eine alte Hexe wohnt. So steinalt, dass diese regungslos und totenähnlich in ihrem Stuhl sitzt – aber geistig immer noch das Gespür für ein gutes Geschäft hat. Ed legt seinen toten Sohn auf eine Pritsche, leert seine Taschen, spendet etwas von seinem und Billys Blut und fertig ist der Cocktail aus dem ein Monster entstehen soll.
Das Monster befindet sich als eingebuddeltes Etwas auf einem verwunschenen Friedhof. Ed macht sich direkt auf den Weg und sichert die Kreatur. Zurück in der Hexenhütte beginnt die Zeremonie und der Pumpkinhead wird zum Leben erweckt. Seine Aufgabe ist klar: Die Rache von Ed an Billys Mördern zu vollziehen und das möglichst ohne Gnade.
Gesagt – getan. Das alienartige Halloween-Monster ist von großer humanoider Statur, wirkt knöchern und hat eine abscheuliche Fratze. Jetzt beginnt die Jagdzeit und der Pumpkinhead säubert in klassischer Slashermanier das Feld von Billys Mördern. Aber dann der plötzliche und den Zuschauer völlig unvorbereitet treffenden Sinneswandel von Ed: Auf einmal ist das Monster böse, die Rachegedanken verschwinden vollkommen, und der Entschluss aus heiterem Himmel ist ein völlig neuer: Das Halloween-Monster muss gestoppt werden!
Ed greift zum Gewehr und versucht die verbliebenen Jugendlichen zu beschützen. Allerdings ist Pumpkinhead nicht zu stoppen, selbst nicht durch die alte Hexe. Als er merkt, dass Kugeln dem Ungeheuer nichts ausmachen, läuft er in seinen Schuppen und bastelt sich, (die Szene kommt mir jetzt irgendwie bekannt vor … ah ja, Ash aus Evil Dead), eine Flammenwerfer-Waffe. Brennen soll das Monster, brennen. Als er aus dem Schuppen stürmt und mit seinem Gasflaschenrucksack an der Tür hängen bleibt und dabei dummerweise in eine angelehnte Mistgabel fällt, ist das Geschrei nicht nur bei Ed groß, nein auch das Monster krümmt sich in Schmerzen. Oha, das ist es also was dem Monster schadet: Der eigene Schaden. Um den Horror zu beendet, beendet Ed sein Leben durch Kopfschuss und damit stirbt auch Pumpkinhead.
Pumpkinhead – Das Halloween Monster ist ein Gruselfilm, den man sich durchaus ansehen kann. Die Story ist zwar recht simpel, ich bin mir aber sicher, dass das Hauptaugenmerk Stan Winstons an anderer Stelle lag: auf seiner neuesten Monsterkreation die tatsächlich überzeugt. Alleine die Bewegung, die Körperhaltung, die Torsodrehungen sind toll in Szene gesetzt. Bereichert wird der Film auch durch die gewohnt gute schauspielerische Leistung eines Lance Hendriksen dem man seine Rolle, zumindest bis zum Sinneswandel, voll und ganz abnimmt. Ein prima Filmchen für einen netten Popkornabend. (Filmkritik von power_channard) filmdetails

Donnerstag, 18. Juli 2013

Filmkritik: Bait - Haie im Supermarkt (2012)

(c) Universum Film GmbH
Bei einem Film mit dem Namen Bait - Haie im Supermarkt hatte ich bereits Szenen eines Asylum Filmes vor dem geistigen Auge. Als Monsterfilm-Fan habe ich ihn dann natürlich aber trotzdem mir einmal angeschaut. Im Nachhinein wurde ich jedoch mehr als überrascht was Story und Effekte angeht: Zu tun hat dieser Film mit diversen anderen C-Movies aus dem Bereich nämlich herzlich wenig. Im Gegenteil: Trotz des trashigen deutschen Titels handelt es sich hierbei tatsächlich um einen durchaus akzeptablen Actionfilm.
Josh ist Rettungschwimmer in einer australischen Kleinstadt. Als eines Tages bei einem Einsatz ein Hai seinen Freund und Kollegen Rory tötet nimmt ihn das sehr mit. Ein Jahr später: Josh arbeitet gerade bei seinem Nebenjob in einem Supermarkt als eine weitere Katastrophe über sein Leben hineinbricht: Ein Tsunami überflutet die Stadt und schließt ihn und eine Reihe weitere Menschen in dem überfluteten Supermarkt ein. Hierbei handelt es sich um eine interessante Konstellation aus Mitarbeitern, Besitzern sowie zwei Gangstern, die gerade einen Überfall auf den Supermarkt geplant hatten. Durch das Wasser wird - daher auch der Filmtitel - zu allem Übel auch noch ein Hai in den Markt gespült. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt.
Wer hätte gedacht, dass man mit so einer abgedrehten Story einen relativ guten Film hinbekommt. Das es möglich ist, wird hier aber demonstriert. Technisch auf relativ hohen Niveau lässt der Film die meisten andere Filme aus diesen Genre im Fahrwasser hinter sich. Auch die Darsteller sind für die Story passend gewählt und kommen glaubhaft rüber. Ein neuer Weißer Hai ist Bait natürlich nicht, ein Lichtblick inmitten all dem Monsterschund der letzten Zeit aber auf jedenfall. filmdetails

Samstag, 13. Juli 2013

Filmkritik: Get the Gringo (2012)

(c) 20th Century Fox Home Entertainment
Wenn man in den letzten Jahren irgendwelche Neuigkeiten von Mel Gibson gehört hat, waren das meisten Negativschlagzeilen über seine entgleisenden politischen Meinungen. Das man auf diese Art nicht im Geschäft bleibt war offensichtlich: Die Tage in denen Mel Gibson als Vorzeigeschauspieler Hollywood Blockbustern sein Gesicht geliehen hat waren offenbar entgültig gezählt. Aber auch im Videobereich hat man lange nichts mehr neues gehört. Umso erstaunter war ich, als ich den Trailer zu Get the Gringo gesehen habe. Ein neuer Film mit Mel Gibson, der tatsächlich einfach nur Action ohne tieferen Sinn ist? Google hat mir geholfen um festzustellen, dass der Film offenbar im Februar sogar kurze Zeit im Kino lief. Mitbekommen hat es aber offenbar fast keiner. Im Nachhinein schade eigentlich.
Mel Gibson - dessen realen Rollennamen man interessanterweise an keiner Stelle im Film erfährt - ist auf der Flucht vor der amerikanischen Polizei. Im letzten Augenblick retten er und sein Komplize sich über die Grenze nach Mexiko, in der Hoffnung frei zu sein. Dummerweise erwartet ihn dort ebenfalls die Polizei. Als diese merkt, dass die beiden eine Menge Bargeld dabei haben wird dieses augenblicklich konfisziert und Gibson wandert in den Knast. Dieses Gefängis ist jedoch alles andere als das, was man unter einem Knast erwartet: Vielmehr handelt es sich um eine eigene autonome Kleinstadt: Bevölkert von Kriminellen die ihren einen Mikrokosmos aufgebaut haben, inklusive Läden und Dienstleistungen. Dort eingelebt freundet er sich mit einem kleinen mexikanischen Jungen an. Nachdem er erfährt, dass es ein krimineller Oberboss es auf das Kind abgesehen hat, verbündet sich Gibson mit dem Jungen und beginnt einen Rachefeldzug gegen die kriminelle Oberschicht.
Angesiedelt irgendwo zwischen Knastaction und Haudrauf-Film ist Get the Gringo ein Film in einem Stil, den man Mel Gibson seit über 10 Jahren nicht mehr zugetraut hätte. Ganz in der härteren Gangart der 90iger-Jahre Actionfilme wie Ramsom oder Payback  mischt hier Mel Gibson einfach mal 90 Minuten lang gepflegt den Laden auf: Es gibt keine Moral von der Geschichte - und Gibson ist meistens einfach das, was er doch am besten kann: Arschloch sein. Ohne aufgesetzter political correctness wird hier einfach ein 1,5 Stunden langes Actionfeuerwerk abgebrannt, das schon längst überfällig war. Man mag vielleicht privat von der Person Mel Gibson halten was man will, als Actiondarsteller zeigt er aber nach wie vor, wie es gemacht wird. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass es im privaten Bereich bei Gibson wieder ruhiger wird und weitere Filme dieser Art folgen. filmdetails

Mittwoch, 3. Juli 2013

Filmkritik: World War Z (2013)

(c)  Paramount Pictures
Gerry Lane arbeitet bei der UN und ist deshalb die meiste Zeit beruflich unterwegs. Nicht selten auch in Krisengebieten, was vor allem seiner Frau sehr zu schaffen macht. Gerade als er beruflich einmal kürzer treten will und wieder eine längere Zeit bei seiner Familie verweilen will, bricht eine Zombiepandemie aus. Der Ursprung ist völlig unklar. Klar ist aber, dass das Leben wie man es gewohnt ist der Vergangenheit angehört. Durch seine Beziehungen zum Miliär ergattert Lane mit seiner Familie einen Platz auf einem Flugzeugträger, der weitab auf hoher See ein sicherer Platz zu sein scheint. Doch eines wird Lane schnell klar gemacht: Seine Familie hat diesen Platz nur bekommen, weil das Militär ihn als Krisenspezialist braucht um den Ursprung der Seuche auf den Grund zu gehen.
Worlz War Z für mich objektiv zu beurteilen ist relativ schwierig. Eine recht lange Zeit schon habe ich mich auf diesen Film gefreut und alle Trailer und Infos sofort angesehen. Schlußendlich waren meine Erwartungen wohl einfach zu hoch gewesen. Bei einer Besetzung mit Brad Pitt unter der Regie von Marc Forster ist aber eine bestimmte Erwartungshaltung durchaus gerechtfertigt.
Insgesamt wäre es sicher unfair zu sagen, dass der Film schlecht ist. Das ist er nämlich nicht. Nur ist er aber leider genauso etwas Besonderes. Größtes Manko ist, dass keine wirkliche Zombie Atmosphäre aufkommt. Das ganze ist zwar eine globale Katastrophe - aber genauso spielt auch der Film: Global. Brad Pitt reist zwischen Amerika, Asien und dem Nahen Osten hin und her. Flugzeuge und Hubschrauber sind allgegenwärtig. Auswegslose Situationen wo Gruppen von Zombies eingeschlossen sind, oder Psychospiele zwischen den Überlebenden gibt es nicht. Die Menschheit wirkt nicht wirklich hilflos, bis an die Zähne bewaffnet und hochtechnologisiert. Treffen tut es vor allem den armen kleinen Mann. Brad Pitt spielt hier jedoch einen Mann der bei der UN und beim Militär war bzw. ist. Die Familie bekommt schon alleine deshalb sofort eine Sonderbehandlung und wird auf einem Flugzeugträger untergebracht. Suvival geht da anders. Mit dem hilflosen Polizisten in The Walking Dead können sich daher wohl sicher mehr Zuschauer identifizieren. Auch das zuende gehen der Zivilisation wird dort wesentlich eindringlicher vermittelt. Der Vergleich hinkt vielleicht, da The Walking Dead eine Serie ist und kein Film: Jedoch hat dort bereits eine einzelne Episode mehr Atmosphäre erzeugt als die zwei Filmstunden von World War Z.
Zweites Problem ist die konstruierte Geschichte. Die meiste Zeit ist der Film nämlich eine globale Schnitzeljagd nach dem Ursprung sowie einem Impfstoff gegen die Pandemie. Die Zombies sind zwar eine Bedrohung - jedoch nicht allgegenwärtig. Daher gibt es nur wenige Überraschungsmomente, wo ein Zombieangriff wirklich aus dem nichts zu kommen scheint.
Insgesamt ist der Film jedoch durchaus sehenswert. Technisch bewegt er sich auf höchsten Niveau - solch dynamische Zombies hat nicht einmal in 28 Days Later gesehen. Hier hängt der Film die meisten anderen Kokurrenten problemlos ab. Bei 200 Millionen Dollar Budget jedoch keine Überraschung. Hinzu kommt, dass der Film vielleicht als Thriller mehr funktionieren würde, als wie als Zombiefilm. Hierfür fehlen ihm wie oben beschrieben nämlich diverse Elemente wie die beklemmende Atmosphäre oder der obligatorische Zwist zwischen den Hauptcharakteren. Fazit: Man kann ihn sich ansehen - aber sollte nicht erwarten hier einen neuen Dawn of the Dead oder 28 Days Later serviert zu bekommen. filmdetails
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