Donnerstag, 31. Dezember 2015

Guten Rutsch

Allen Lesern einen Guten Rutsch und einen gesunden Start in das Jahr 2016. Das Gewinnspiel hat sich aus privaten Gründen um einen Tag verzögert. Die Gewinner der Weihnachtsverlosung werden deshalb heute Abend von der Glücksfee ausgelost und nächstes Jahr bekannt gegeben :-)

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Weihnachts Gewinnspiel 2015

Genau wie im letzten Jahr soll auch in diesem Jahr eine kleine Weihnachtsverlosung stattfinden. Die Filme sind diesmal leider nicht ganz so Weihnachtlich, aber sicherlich nicht minder unterhaltsam. Bei dem ersten Film, der zur Verlosung aussteht, handelt es sich um die Tragimomödie Paper Man – Zeit erwachsen zu werden, über einen Schriftsteller der nie so richtig erwachsen geworden ist. Empfehlenswerter Film, jedoch kein Trash.
Bei dem zweiten Film handelt es sich um einen Trashgranate aller erster Güte, die in diesem Blog sogar von meiner Wenigkeit rezensiert wurde: Kickboxer from Hell. Zu den Teilnahmebedienungen zitiere ich aus dem letzten Jahr:
Zum Mitmachen bedarfs es einfach eine Mail mit dem Betreff "Weihnachten" an mediennerds(at)googlemail.com zu schicken. Am 30.12.2015 - also in einer Woche - wird aus allen Einsendungen per Zufall der Gewinner gezogen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen :-) Die Adresse muss mir natürlich erst dann mitgeteilt werden (und selbstverständlich nur von dem Gewinner), damit die DVD per Post dann den richten Weg findet.
Ein kleine Besonderheit gibt es jedoch: Der Kickboxerfilm ist von der FSK freigegeben ab 18 Jahren (was für mich persönlich aufgrund mangelnder Filmgewalt nicht nachvollziehbar ist). An das Deutsche Gesetz muss ich mich jedoch trotzdem halten. Aus diesem Grund ist die Teilnahme in diesem Fall erst ab 18 Jahre bzw. der Gewinner vom Kickboxerfilm sollte - wie bei Verkäufen über Internet üblich - eine kurze Bestätigung schicken, dass er mindestens 18 Jahre als ist. Für den Gewinner von Paper Man gilt dies selbstverständlich nicht, dieser ist FSK 12. Allen Lesern an dieser Stelle vielen Dank für das Lesen des Blogs, frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch in das Jahr 2016!


Sonntag, 20. Dezember 2015

Schulmädchen-Report 7. Teil - Doch das Herz muß dabei sein (1974)

(c)  Kinowelt
Es gibt wirklich nicht viele Filme, die behaupten können ein ganzes Genre begründet zu haben. Und obwohl der erste Teil des Schulmädchen Report alles andere als anspruchsvoll war (so wie die komplette restliche Filmreihe übrigens auch) hat er sämtliche Rekorde gebrochen: Bis heute sind die Filme kommerziell gesehen die erfolgreichste Kinoreihe die jemals in Deutschland produziert wurde und hat nebenbei  - wie Eingangs erwähnt - das Genre des neuen deutschen Sexfilms geschaffen. Denn bis zum Erscheinen des ersten Teiles im Jahre 1970 ging es im Kino noch züchtig zu. Pünktlich zur sexuellen Revolution Ende der sechziger Jahre schwappte die Freizügigkeit dann aber auch auf die Unterhaltungsindustrie über. Produzent Wolf C. Hartwig erkannte die Zeichen der Zeit und kaufte die Rechte am Buch was im selben Jahr erschien (ja, die Grundlage für alle Schmuddelfilme ist tatsächlich ein Buch gewesen!). Das damit Filmgeschichte geschrieben wurde ist den meisten Beteiligten erst Jahre später bewusst geworden. Am wenigsten geahnt hat es vermutlich der Buchautor Günther Hunold der die Rechte für einen niedrigen Festpreis an Hartwig verkaufte und auf einen prozentualen Gewinn verzichtete. Profitiert haben außer Hartwig vom Schulmädchenreport jedoch diverse Schauspieler wie Ingrid Steeger, Heiner Lauterbach oder Sascha Hehn, welche die Filmreihe als Karrieresprungbrett benutzen. Doch genug des Vorwissens - schauen wir uns den eigentlichen Film an. Wie vermutlich schon aufgefallen ist handelt es sich bei der Rezension um den 7ten Teil der Reihe. Dieser wurde zufällig ausgewählt und steht repräsentativ für die komplette Serie. Denn tatsächlich sind alle Teile der Serie genau auf die selbe Weise aufgebaut: Ein paar junge Frauen - die aufgrund des Jugendschutzes natürlich alle mindestens 18 Jahre oder älter waren - mimen ein paar 16 - 18 Jährige Schülerinnen. Diese kommen ununterbrochen in die verschiedensten anrüchigen Situationen.
Auch in diesem Teil werden diverse Kurzgeschichten in eine knappe Rahmenhandlung verpackt. Während in den ersten Teilen noch ein Straßenreporter dreiste Fragen stellte, finden wir uns in diesem Teil vor Gericht wieder. Ein paar Schulmädchen müssen sich vor Gericht verantworten, wieso sie gegen verschiedenste Sittengesetze verstoßen haben. Dies wird dann in diversen Kurzgeschichten genauer erklärt. Dies ist damit auch schon die komplette Story. Eine zusammenhängende Geschichte gibt es nicht wirklich.
Der siebente Teil der Reihe passt damit genau in das Schema der Serie. Mit einem fast lächerlichen Dialog beginnt der Film: "Sechs Schuldmächen Report-Teile wurden bereits gedreht. Das hier ist der siebente. Ist die Welt moralischer geworden?". Ein Film der am Anfang diese Frage in den Raum stellt pfeift natürlich auf die Moral. Genauso wie es den Darstellern tun, denen es selbstverständlich ums Geld ging. Die vermeintliche Aufklärung war Nebensache. Die Hauptsache war, dass das Kinopublikum ein paar nackte 20 Jährige zu sehen bekommt, was ohne Internet in den 70iger Jahren nämlich nicht so einfach möglich war. Ein Fazit zu so einem Film zu finden ist schwierig. Filmisch gesehen bewegen sich neben der nichtvorhandenen Story auch Darsteller und Technik an der Grenze zur Niveaulosigkeit. Filmgeschichtlich wie oben erwähnt sicherlich ein wichtiger Beitrag sei dieser Film jedoch einem normalen Zuschauer nicht ans Herz gelegt. Abgesehen von dem historischen Hintergrund gibt es keinen wirklichen Grund sich die Filme anzusehen. Wer sich jedoch trotzdem für interessieren sollte, der kann bedenkenlos bei der Schulmädchen Report Kollektion zugreifen. 30 Euro gibt es 14 Filme (Schulmädchen Report 1 bis 13 + Tanzstundenreport). Gegengerechnet zu den über 1000 Spielminuten ist das trotzdem ein guter Preis. Achja und bevor jemand fragt wieso jetzt genau Teil 7: Diesen habe ich ziemlich wahllos aus der Box gezogen und wurde wie oben erwähnt repräsentativ für die Serie komplette Serie rezensiert Bei Zeiten wird eventuell auch noch einmal ein anderer Teil der Reihe explizit analysiert. filmdetails

Sonntag, 13. Dezember 2015

Filmkritik: 11/11/11 – Das Omen kehrt zurück (2011)

(c) dtp entertainment AG
Wie schlecht muss ein Mockbuster zu einem bereits schlechten Blockbuster sein? Rein wissenschaftlich betrachtet sehr schlecht natürlich. Und er wurde passenderweise - wie man sich denken kann - von The Asylum produziert. Die Vorlage bietet der Horrorfilm  11-11-11 – Das Tor zur Hölle von 2011, der mir ehrlich gesagt komplett entgangen war. Eine Wertung von 4/10 bei imdb.com suggeriert, dass ich scheinbar nichts verpasst habe. Also gut, sehen wir uns das Machwerk aus dem Hause Asylum an.
Die Geschichte ist zusammengeklaut aus mehreren anderen Horrorstreifen - und vermutlich vor allem aus dem Original Kinofilm 11-11-11, den ich jedoch wie erwähnt nicht kenne. Eine junge Familie zieht in ihr neues Eigenheim (z.B. Poltergeist). Dort ist jedoch in der Vergangenheit ein schrecklicher Mord passiert (z.B. Sinister ). Der Junge der Familie, Nathan, fühlt sich aus übernatürlich Gründen berufen die Familie und auch sonst alle Mitmenschen zu terrorisieren (Das Omen). Der Hintergrund ist, dass eine lokal ansässige Sekte dem 11.11.2011 entgegenfiebert. An diesem Tag soll sich nämlich das Tor zur Hölle öffnen (ja, genau in dieser Straße) und der kleine Nathan soll als Schlüssel fungieren. Nur die seltsame Nachbarin, die meistens auf der Suche nach ihrer Katze ist, ahnt was der Welt bevorsteht.
Der Film läuft aktuell umsonst bei Amazon Instant Video für Prime-Kunden. Dies ist eigentlich auch der Hauptgrund, weshalb ich den Film überhaupt angesehen habe. Mit der Spielzeit von knappen 85 Minuten (der Film ist übrigens im deutschen leicht geschnitten, was jedoch bis auf ein oder zwei Szenen nicht wirklich auffällt) handelt es sich wie bei The Asylum gewohnt um kurzweilige Unterhaltung. Ganz so grottig wie erwartet, ist er dann am Ende sogar doch nicht. Ein paar Charaktere wie die Katzen-Lady oder das schräge Kindermädchen bleiben sogar nachträglich im Gedächnis hängen. Gut wird der Film dadurch natürlich trotzdem nicht. Zuviele unrealistische Wendungen und Zufälle - oder klassische Filmfehler wie das mehrmalige Zwinkern eine Leiche - lassen den Film meistens billig wirken. Die deutsche Sychro setzt dabei noch einen drauf: Wenn die Katzen-Lady z. B. sich anhört als ob ein Mann um die 40 versucht die Stimme einer alten Frau zu imitieren (vielleicht war es ja so...) wirkt das nur noch unfreiwillig komisch. Nüchtern betrachtet kann man den Film nur mit 2 Bier minimum ertragen - also nicht ganz nüchtern. Zwei weitere sind dann fällig um darüber noch eine Rezension zu schreiben. Wer den Film jetzt wirklich noch sehen will kann ihn wie oben erwähnt aktuell als Amazon Kunde umsonst sehen. Kaufen würde ich ihn nicht. Und wenn ich ihn physikalisch besitzen würde gäbe es an dieser Stelle ein Gewinnspiel, wo ich ihn verschenken würde. filmdetails

Sonntag, 6. Dezember 2015

Filmkritik: Berkshire County (2014)

(c) Mad Dimension (AL!VE)
Wieder so ein Film, der vor allem nach dem Cover ausgesucht wurde. Obwohl es sich mehr oder weniger um normale Tiermasken handelt, wirkt das Gesamtbild irgendwie verstörend. So ging es auch mir in der 18er Abteilung beim MediaMarkt: Dieser Film muss gesehen werden. Auch wenn er schlecht sein sollte. Die Story versprach jedenfalls eine Geschichte, die man schon öfters in ähnlicher Form irgendwo gesehen hat und im weitesten Sinne zu den sogenannten Home Invasion Filmen gehört.
Alysa King ist eine ganze normale Highschoolschülerin. Als auf einer Halloween-Party eines Mitschülers jedoch heimlich ein anzügliches Video von ihr gemacht wird, ist Alysa mit den Nerven fertig. Schon am nächsten Tag kennen alle Mitschüler den Clip und beginnen sie zu mobben. Trotzdem - oder gerade deswegen - nimmt sie einen Babysitterjob an, der sie auf ein entlegendes Landhaus verschlägt. Doch der wahre Terror beginnt erst dort: Kurz nachdem die Eltern der Pflegekinder auf eine Halloweenparty gefahren sind, beginnen ein paar Irre in Tiermasken Alysa und ihre Schützlinge zu terrorisieren.
Auch wenn der Film relativ gut startet und es schafft über die Hälfte hinaus eine glaubhafte Atmosphäre aufzubauen stürzt er leider im letzen drittel umso mehr ab. Der letzte Akt - wo klassischerweise das nervenaufreibende Finale erwartet wird - überzeugt er allenfalls mit Ideenlosigkeit und einem Plot-Twist, den ein Besoffener um 02:00 Uhr morgens besser hinbekommen hätte. Irgendwie tut es einem als Zuschauer fast leid, dass das Ende von Berkshire County dermaßen mies geworden ist, nachdem der Anfang einiges versprochen hat. Ohne zuviel zu spoilern: Es gibt nämlich weder eine Auflösung der Geschichte, noch irgendwelche Hintergründe, was es mit den Killern auf sich hat. Dies ist dann einfach aber zu wenig für einen richtigen Horrorfilm und daher nicht zu empfehlen. Wer ähnliche aber bessere Filme zu dem Thema Home Invasion sehen will, sollte sich besser The Purge, The Purge 2 oder The Last House on the left ansehen. Und wenn es gar kritisch sein sollte vielleicht Hanekes Funny Games. Auch wenn keiner dieser Filme die Neuerfindung des Horrorfilms darstellt ist man dort mit Sicherheit besser aufgehoben. filmdetails

Sonntag, 29. November 2015

Filmkritik: Cherry 2000 (1987)

(c) Twentieth Century Fox
Cherry 2000 ist von 1987 und spielt 30 Jahre später im Jahre 2017. Das ist die Ausgangssituation und wie in den meisten postapokalypstischen Filmen der 80iger Jahren wird die Zukunft alles andere als rosig gezeichnet. Auch wenn die jetzige Welt in Mitteleuropa vielleicht auch alles andere als das Paradies ist, haben wir zumindest fließend Wasser, Strom und können Abends auf die Straße gehen ohne von einer Bande Wilder erschossen zu werden. Zumindest in den meisten Städten. In der Welt von Cherry 2000 sieht es anders aus: gibt es mehrere Zonen, die inzwischen als NoGo-Areas deklariert wurden. Genaugenommen sind nur noch die Städte ansich sicheres Gebiet. Alles andere darüber hinaus ist ein Outback, in der sogar Mad Max um sein Leben fürchten würde.
Der Aufhänger der eigentlichen Geschichte in dieser trostlosen Welt ist etwas an den Haaren herbeigezogen: Sam ist ein gut situierter Geschäftsmann. Anstatt jedoch mit Frau oder Familie zusammen zu wohnen, genießt Sam die Freiheit und lebt mit einem Androiden der Cherry 2000 Serie zusammen. Dieser ist nicht nur Hausfrau-Ersatz, sondern leistet praktischerweise auch Liebesdienste. Während eines Schäferstündchen kommt es zu einem Sexunfall der besonderen Art: Cherry 2000 bekommt einen Kurzschluss und geht kaputt. Sam ist daraufhin fix und fertig. Als er dann noch beim Händler erfahren muss, dass seine Roboterfrau eine veraltete Serie ist und es keine Ersatzteile mehr gibt ist er komplett am Ende. Einzige Lösung für Sam: Sich auf die Suche nach den letzen Exemplaren und Ersatzteilen der Cherry 2000 Roboter Serie zu machen. Diese befinden sich jedoch dummerweise auf dem Roboterfriedhof in einer der Outback-Zonen, in denen lediglich das Gesetz des Stärkeren zählt und das vom skrupellosen Gangster Lester regiert wird. Auf der Suche nach dem Schrottplatz trifft Sam auf die attraktive Edith Johnson und merkt dabei, dass es auch reale Frauen gibt die interessant sind.
So abwegig die Geschichte auch ist - so gut ist sie umgesetzt. Trashig ist das Ganze selbstverständlich von vorne bis hinten. Jedoch passt alles irgendwie dann doch zusammen. Obwohl Setting, Geschichte und Kostüme mehr als gewöhnungsbedürftig sind macht Cherry 2000 Spaß. Dies liegt mit Sicherheit auch daran, dass sich der Film selbst meistens nicht ganz ernst nimmt. Eine kluge herangehensweise, wenn man versucht einen 90 Minuten Film auf Basis der oben erwähnten Story zu produzieren. Hervorzuheben ist übrigens der wirklich exzellente Soundtrack. Dieser besteht - passend zur Zeit - größtenteils als atmosphärischen Synthesizertönen. Für Trashfilm-Fans ist Cherry 2000 ein kleines Meisterwerk im Cyborggenre und sollte in keiner Sammlung fehlen. filmdetails

Sonntag, 22. November 2015

Filmkritik: Zombiber (2014)

(c) Splendid Film/WVG
Wenn man an gefährliche Tiere denkt, werden den meisten zunächst Haie, Grizzlys oder giftige Tiere wie Schlangen oder Spinnen einfallen. Biber dürften aus Zoo-Erfahrungen auf der Rangliste der Killertiere sehr weit unten stehen. Irgendwo zwischen Enten und Hamstern vermutlich. Doch kein Tier ist harmlos genug um nicht doch in einem Trashfilm als die Rache der Natur schlechthin herzuhalten. Das Wortspiel Zombeavers - im deutschen Zombiber - bietet sich direkt an, dass nun Biber die Hauptrolle des tierischen Terroristen übernehmen.
Eine Gruppe junger Studentinnen will ohne ihre Freunde ein Wochenende in einer abgelegenen Hütte am See verbringen. Der Grund ist, dass eine der drei Mädchen über ihren Ex-Freund hinwegkommen soll. Blöd ist dabei nur, dass die Jungs - inklusive Ex-Freund - den dreien einen Überraschungsbesuch abstatten. Noch blöder aber, dass in der Nähe der Hütte ein Giftfass kaputt gegangen ist - und die ansässigen Biber davon genascht haben. Diese sind dadurch alles andere als kuschelig geworden, sondern haben Appetit. Aus den Holz knabbernden Nagern sind wilde Bestien geworden, welche die ganze Studenten-Gruppe zu eliminieren versuchen.
Mit nicht einmal 80 Minuten ist Zombiber alles andere als lang. Trotzdem packt er alles rein, was eine Survival Horrorkomödie benötigt. Panik, Gewalt, etwas Sex und jede Menge dumme Sprüche der Hauptdarsteller. Positiv zu erwähnen sei auch, dass die Biber in den Nahaufnahmen fast immer mit Puppenmodellen dargestellt werden. Auch andere Spezialeffekte wirken oftmals wie "von Hand" gemacht - eine schöne Abwechslung zu diversen anderen Low-Budget Horrorfilmen, bei denen inzwischen fast alles möglichst günstig über CGI gelöst wird.Insgesamt hat mich Zombiber durchaus positiv überrascht. Trashig ist er, jedoch wird es nie langweilig. Auch wenn die Darsteller Anfangs mehr als nervig erscheinen entwickelt sich das Ganze zu einer anschaulichen Horrorkomödie. Die Splattereffekte gibt es fast ausschließlich in dem letzen drittel zu sehen - dafür umso heftiger. Wer auf Tierhorror steht, sollte sich Zombiber nicht entgehen lassen. filmdetails

Sonntag, 15. November 2015

Filmkritik: Red Faction: Die Rebellen (2011)

(c) KSM
Es gibt Filme, bei denen man von vornherein praktisch nichts erwartet. Wenn es sich zum Beispiel um eine Computerspielverfilmung - dazu noch aus dem TV Bereich - handelt, kann man eigentlich schon sicher sein, dass nichts Gutes bei rauskommt. Umso überraschender, dass Red Faction: Die Rebellen nicht die erwartete Trashgranate ist, die man eigentlich erwartet. Das Comuterspiel Red Faction ist inzwischen schon fast 15 Jahre alt und hat ein kleines bisschen Computerspielgeschichte geschrieben: Es stand zwar immer im Schatten der großen Shooter der Jahrtausendwende wie Unreal Tournament oder Quake 3 - Arena, brachte aber eine Erneuerung, mit der sonst keiner aufbot: Man konnte die Umgebung manipulieren. Das heißt mittels Waffen nicht nur die Gegner niederstrecken - sondern auch Wände einreißen oder Türme sprengen. Dies entwickelte sich mit der Serie zum Markenzeichen von Red Faction und wird in mehreren Fortsetzungen fortgeführt. Soviel zum Hintergrund. Der Film ist von 2011 - also auch schon ein wenig älter und ist erschien mit dem letzen Teil der Reihe. Auf DVD bzw. Bluray erschien Red Faction jedoch erst am 9.11.2015. Was der genaue Hintergrund für diese extreme Verzögerung ist weiß ich jedoch nicht.
Soldat Jake ist der Sohn von Alec Mason, dem Befreier der Marskolonien. Eines Tages stürzt bei einem militärischen Zwischenfall ein Raumschiff ab und soll geborgen werden. Bei der Bergungsmission trifft Jake auf seine längst verschollene Schwester. Diese wurde vor vielen Jahren von mysteriösen weißen Soldaten entführt, die auch seine Mutter ermordeten. Obwohl sein Vater und alle anderen Jake davon abhalten wollen seine Schwester zu suchen, macht er sich auf die Suche nach den weißen Soldaten. Dabei deckt er ein Geheimnis auf, was alles andere als angenehm ist.
Es gibt Computerspielverfilmungen um die wesentlich mehr Wind gemacht wurde - und die im nachhinein deutlich schlechter gelungen sind als dieser Film hier. Nicht nur Uwe Boll Verfilmungen wie Alone in the Dark oder House of the Dead sind dabei, sondern auch der damals groß angepriesene Wing Commander. Red Faction ist - obwohl es sich um eine TV Produktion handelt - weitaus besser. Auch wenn die Spezialeffekte aus Budgetgründen kaum mit den Hollywoodblockbustern von 2011 mithalten können, merkt man anhand der Story und den durchaus guten Schauspielern, dass sich Mühe gegeben wurde. Die Atmosphäre von Red Faction wird gut eingefangen und trotz des TV-Charmes wirkt es an keiner Stelle richtig billig. Das einzige was mir unerklärlich ist, ist die Tatsache, dass er erst im November diesen Jahres auf Bluray und DVD veröffentlicht wurde. filmdetails

Sonntag, 8. November 2015

Filmkritik: Masters of the Universe (1987)

(c) Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
Fall jemand behaupten würde, dass es eine Rolle gibt für die ein Dolph Lundgren in seinen besten Jahren zu wenig Muskeln hat, würde man vermutlich erst einmal unglaubig den Kopf schütteln. Wenn jedoch dann erwähnt wird, dass es sich bei der zu verkörpernden Rolle um He-Man handelt - dem immerhin (laut Aussage der Serie) stärksten Mann des Universums - würde man vermutlich doch zustimmend nicken. Nicht viele Figuren aus den 80igern haben einen derart großen Kult ausgelöst wie He-Man and the Masters of the Universe. Maßgeblich Schuld war hierbei die Zeichentrickserie rund um die Figuren sowie eine Reihe von Actionfiguren des Spielzeuggiganten Mattel. Ganz schnell war klar, dass noch während der Hype anhält ein Kinofilm rausgebracht werden muss. Gesagt getan. Doch genug der Vorabinfos, schauen wir uns den Film einmal näher an. Und spätestens hier muss man auch gleich erwähnen, dass der Film leider nicht allzuviel mit der Serie zu tun hat. Größtes Manko: In der Serie dreht sich alles um Prinz Adam. Dieser wird - wie man wissen muss - erst durch sein Zauberschwert zu seinem Alter Ego He-Man. Hierbei geht ein Running Gag der Serie direkt flöten. Prinz Adam gilt in der Serie nämlich als ein Drückeberger. Immer, wenn es in irgendeiner Form Ärger gibt, verabschiedet er sich. Was seine Freunde - bis auf wenige Ausnahmen - nicht wissen ist, dass er sich in der Abwesenheit mit der Hilfe seines Zauberschwertes in He-Man verwandelt und ihnen kurz darauf in verwandelter Form doch zur Seite steht. Im Film aber bekommen wir es ausschließlich mit He-Man zu tun. Prinz Adam ist hier nicht existent. Zweites Manko: Das erwähnte Zauberschwert trägt Lundgren zwar stets bei sich - benutzt es aber gerade mal in zwei bis drei Szenen. Ansonsten wird in 80iger Action-Manier geprügelt und geschossen was das Zeug hält. Dies ist Schade, den gerade das Schwert hilft He-Man in der Serie oftmals Probleme zu lösen. Nicht nur mit Gewalt, sondern auch indem er Hindernisse mit dem Schwert kurz und klein schlägt. Und auch die Story haut keinen vom Hocker: He-Mans Widersacher Skeletor hat Eternia erobert. Jetzt fehlt ihm nur noch der legendäre kosmische Schlüssel, der seinen Besitzer die Macht verleiht an jeden Punkt des Universums zu reisen. Doch er hat seine Rechnung ohne He-Man gemacht. Der Kampf beginnt in Eternia und wird, nachdem die Portale geöffnet sind, in der realen Welt weiter ausgetragen. Auch hier eine große Diskrepanz zur Serie, da diese fast ausschließlich auf Eternia spielt - der Kinofilm ist zu achtzig Prozent in der realen Welt angesiedelt.
Auch wenn der Film damals zwar im Kino lief, kann man ihn schlecht zu den AAA Produktionen seiner Zeit zählen. Fakt ist, dass der Film es vor allem aufgrund der Popularität der Serie und den Figuren überhaupt ins Kino geschafft hat. Der Film ansich ist eine krude B-Movie-Granate mit Fantasy-Anleihen. Wenn der Titel Barbaren im Weltall heißen würde, wäre er nicht wesentlich weniger He-Man, als er jetzt schon ist. Auch wenn er die wichtigstens Charaktere wie Man-at-Arms und Skeletor vorweisen kann, kommt nicht wirklich der Charme der Zeichentrickserie rüber. Für Fans ist dieser Film natürlich trotz aller Schwächen ein Muss, für Leute welche die Serie nicht kennen aber kein Film, den man im Regal haben muss. filmdetails

Sonntag, 1. November 2015

Halloween Filmabend: 2 kurze Reviews

Wie jedes Jahr wird auch 2015 Halloween gefeiert. Während sich die einen an der zunehmenden Kommerzialisierung bzw. der vermeintlichen Amerikanisierung stören, freuen sich die anderen auf eine der unzähligen Halloween Partys die es inzwischen gibt. Wir regen uns nicht über die Kommerzialisierung auf - gehen aber trotzdem auf keine Kostümparty. Wir schauen Horrorfilme. Wie jedes Jahr. Und dank eines fast schier unerschöpflichen Fundus an Horrorfilmen aus den letzten Jahrzehnten sind mit Sicherheit auch die nächsten Halloweenfeste vor dem Fernseher gesichert. Auf dem Programm standen das The Abbys-Ripoff Leviathan sowie der Untotenschocker Zombi 3 von Lucio Fulci.

Leviathan (1989)

Nachdem wir als Aperitif die South Park Halloween Episode Pink Eye gesehen hatten ging es direkt mit Leviathan los. Irgendwo im Atlantik betreibt der Großkonzern Tri Oceanic Mining Corporation eine Unterwasser-Mine zum Schürfen von Silber. Kurz bevor das offizielle Ende der Mission bevorsteht kommt es zu einem Zwischenfall: Ein verlassenes gekentertes russisches Schiff wird nur unweit von der Basisstation des Teams gefunden. Ohne es zu wissen holt sich die Mannschafft einen unbekannten aber extrem gefährlichen Virus an Bord der Station. Jeder der damit in Berühung kommt fängt schon nach einer kurzen Zeit an zu mutieren und wird eine Gefahr für alle anderen.
Leviathan ist ansich kein schlechter Film. Es gibt einige gute Effekte - für die immerhin Stan Winston verantwortlich war - und stimmungsvolle Unterwassereffekte. Diese wurden zwar teils im trockenen gedreht, was der Zuschauer aber dank dem geschickten Einsatz von Filtern und Nebeln nicht wirklich merkt. Insgesamt ein durchaus guter Film, der aber im direkten Vergleich zu seiner Konkurrenz dann doch nicht so gut abschneidete. Storytechnisch muss sich Leviathan nämlich mit Das Ding sowie The Abyss messen. An beide Vorbilder reicht Leviathan natürlich bei weitem nicht heran. Auf der einen Seite dann doch zuviel geklaut und gleichzeitig zu wenig selbst gewagt - auf der anderen Seite aber ein wirklich gutes Setting in der beengten Unterwasserstation. Im Ergebnis daher ein durchschnittlicher Film, den man durchaus gesehen haben kann. filmdetails

Zombi 3 (1988)

Nachdem wir wieder runtergekommen waren (wobei, soweit oben waren wir nach Leviathan gar nicht), ging es weiter: Mit Zombi 3 stand nun ein Zombiestreifen von Lucio Fulci auf dem Programm. Allgemein wird behauptete, dass Fulci seine kreative Phase zwischen Ende der siebziger und Anfang der achtizger hatte. Dieser Film ist von 1988. Zum Titel sei gesagt, dass er wie so oft in der Zeit eigentlich nur irreführend ist. Zombi 3 (ja, richtig geschrieben ohne ie) war die offizielle Fortsetzung von Zombi 2 aká Woodoo - Schreckensinsel der Zombies. Dieser Film wiederum war eine inoffizielle Fortsetzung von Zombie - Dawn of the Dead. So gesehen ist Zombi 3 der dritte Teil einer Reihe, die eigentlich niemals existierte. Dies nur am Rande, damit man schonmal einordnen kann worum es bei Zombi 3 hauptsächlich geht: Nämlich um Profit.
Die Story ist nebensächlich und schnell erklärt: Bei dem Transport eines Gefahrenstoffes kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem Terroristen das Mittel entwenden. Ein Terrorist infiziert sich daraufhin mit dem Mittel und wird zum Zombie. Das Militär fängt den Infizierten und tötet ihn. Die Idee ihm eine Feuerbestattung zu geben erweist sich jedoch als legendärer Fehler: Der entstandene Rauch schlägt sich nun auf die komplette Gegen nieder und eine regelrechte Zombie-Epidemie breitet sich aus.
Das dieses nicht die Geschichten sind aus denen großes Kino entsteht, wußte man vermutlich schon vor knapp 30 Jahren. Abgesehen von der Story passt hier auch sonst vorne und hinten nichts. Egal ob Dialoge, Darsteller (Schauspieler will ich sie bewusst nicht nennen) oder Effekte - alles wirkt billig. Ausgenommen von zwei Explosionen (für die vermutlich das komplette Budget draufging) wirkt alles mehr oder weniger improvisiert. Plötzliche Tag und Nachtwechsel oder Sprünge in den Lokalitäten tun ihr übriges. Von vorne bis hinten Trash aus der untersten Zombieschublade - und trotzdem macht es Spaß zuzusehen. In den meisten Fällen ist Zombi 3 derart schlecht, dass er wieder gut wirkt - von daher kann man jedem Trashfan eine uneingeschränkte Empfehlung für diesen Film aussprechen. filmdetails

Sonntag, 25. Oktober 2015

Filmkritik: Grizzly (1976)

(c) Astro
Ein weiterer Film der letzen Film-Börse muss heute dran glauben. Dieser trägt den kurzen und prägnanten Namen Grizzly. Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen sind Bären im Bereich des Tierhorrors eine eher selten anzutreffende Spezies. Im Vergleich zu Schlangen, Haien oder Wölfen fristen die pelzigen Waldbewohner ein Nischendasein. Als primärer Bärenfilm fällt mir spontan abgesehen auf den mir vorliegenden Film nur noch Aufs Messers Schneide ein. Umso größer die Vorfreude auf Grizzly natürlich.
Irgendwo in einem Nationalpark im Bundesstaat Georgia. Zwei Touristinnen werden von einem Bären getötet. Wobei das noch nett ausgedrückt ist. In echt werden die Beiden regelrecht in Stück gerissen. Arme und Beine werden von überdimensionierten Tatzen einfach abgeschlagen. Bei der näheren Untersuchung des mysteriösen Vorfalles bleiben jedoch einige Fragen offen: Eigentlich dürften die Bären zu dieser Zeit gar nicht bis in die Täler kommen. Außerdem zeigen Spuren und Hinweise wie Tatzenabdrücke, dass es sich um einen Grizzly-Bären handeln soll. Dies ist jedoch nicht möglich, da sich üblicherweise nur Braunbären in der Region aufhalten. Nur Park-Ranger Kelly erkennt den Ernst der Lage und begibt sich auf Bärenjagd. Der Chef des Parks weigert sich jedoch selbigen zu schließen, da er ein Imageverlust befürchtet.
Genau genommen ist Grizzly nicht anderes als ein Der weiße Hai im Wald. Kein Wunder eigentlich, Grizzly erschien lediglich ein Jahr später als Spielbergs Film, der zu dem ersten Blockbuster aller Zeiten zählte. Das dies dem Produzenten als eine Lizenz zum Gelddrucken erschien bemerkt man sofort. Die Parallelen finden sich allerdings nicht nur in der Story sondern sogar in Schnitt und Ton wieder: Bei Grizzly zwar wesentlich weniger gelungen und meistens holprig, sieht man zum Beispiel genau wie in Der weiße Hai den bevorstehenden Angriff des Tieres in der Ego-Perspektive, untermalt mit einem eindringlichen Score. Dazu kommt noch der obligatorisch sture Ranger, der sich partout weigert den Nationalpark zu schließen, obwohl alle Signale auf Alarm stehen. Technisch gerade so gut gemacht, dass es nicht als Trash durchgehen kann, ist der Film über weiter Strecken vor allem langweilig. Die Angriffe sind relativ selten - dafür aber umso blutiger gestaltete. Sämtliche Tabus fallen, als sogar ein kleiner Junge vom Bär in Großaufname in Stücke gerissen wird. Eine Szene die vor einigen Jahren sicher noch 10 Jahre Index gekostete hätte.
Trotz der Spielzeit von ca. 87 Minuten lässt einem nicht das Gefühl los, dass die Story eigentlich nach 30 Minuten schon abgeschlossen sein sollte. Schablonenartiger geht ein Plot kaum. Dies mag zwar für viele andere Filme auch zutreffen - wenn ein Film jedoch wenigstens spannend inziniert ist, stellt dies kein Problem dar. Hier schon. Empfehlenswert ist Grizzly nur für hartgesottene Tierhorrorfilmfans. Wer einen guten Thriller mit einem gefährlichen Tier sehen will sollte jedoch eher zum Weißen Hai greifen. filmdetails

Sonntag, 18. Oktober 2015

Filmkritik: Poltergeist (2015)

(c)  Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)
Nachdem in den letzten Jahren von The Fog über Carrie bis hin zu Das Omen so ziemlich jeder bekannte Horrorklassiker ein Remake bekam, grenzt es fast an ein Wunder, dass sich bis jetzt noch keiner an Tobe Hoopers Poltergeist rangetraut hatte. Bis jetzt aber nur. Denn inzwischen ist es selbstverständlich auch hier soweit: Herausgekommen ist durchschnittliche Horrorkost. Und mit rantrauen ist es natürlich so eine Sache: Hier ging es eindeutlich weniger darum den Film künstlerisch neu zu interpretieren als darum, mit einem bekannten Namen Kasse zu machen. Ein Glück, dass Der Exorzist bis jetzt verschont geblieben ist. Doch zurück zum Poltergeist:
Familie Bowen muss umziehen, weil Vater Eric seinen Job bei John Deere verloren hat. Trotzdem ist natürlich noch genug Kohle da, sich ein freistehendes Einfamilienhaus mit Garten zu kaufen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Gesagt, getan: Die junge Familie kauft sich hiermit auch direkt den erstbesten Bau, den die Maklerin ihnen präsentiert. Das Problem ist jedoch, dass sich zwei der drei Kinder hier alles ander als wohl fühlen. Während die jüngste Tochter sich mit unbekannten Mächten anfreundet, bekommen es die Älteren Geschwister mit der Angst zu tun. Als die Eltern eines Abends ausgegangen sind eskaliert die Lage. Zeit für einen Geistejäger.
Um fair zu bleiben: Poltergeist ist mit Sicherheit nicht das schlechteste Remake aller Zeiten. Trotzdem schafft der Film keine richtige Spannung aufzubauen. Über weite Strecken wirkt er langweilig oder gar unfreiwillig komisch. Zugegeben, die ersten 45 Minuten fangen vielversprechend an: Es bekommt jemand mal einen Stromschlag, ein Baseball rollt ohne erkennbaren Grund durch den Flur, oder Dinge stapeln sich. Es gibt keine rationale Erklärungen und die Geschehnisse werden abgewiegelt. Ab der zweiten Hälfte baut der Film dann massiv ab. Dies liegt vor allem daran, dass es kein Gruseln mehr ist, sondern das Ganze in einen Geister-Actionfilm abdriftet. Fast in jeder Szene fliegen auf einmal Sachen durch die Gegend - von Stühlen bis hin zu Autos (!). Scheinbar wusste man nicht mehr wohin mit dem ganzen übrig gebliebenen Budget. Subtil ist hier gar nichts mehr. Wie Eingangs geschrieben ist Poltergeist ein durchschnittlicher Film, den man sich durchaus einmal ansehen kann, falls man mit dem Thema grundsätzlich etwas Anfangen kann. Die bessere Wahl ist jedoch eindeutig das von Steven Spielberg produzierte Werk aus dem Jahre 1982. filmdetails

Sonntag, 11. Oktober 2015

Filmkritik: Captain America (1990)

(1990) Marvel
Achtung - bevor hier jemand eine Rezension zu den aktuellen (sehr guten!) Marvel Verfilmungen erwartet: Bitte nicht weiterlesen. An dieser Stelle folgt nämlich eine genauere Betrachtung des Machwerkes von Albert Pyun aus dem Jahre 1990. Wir erinnern uns: Pyun ist hauptsächlich ausgewiesener Experte für diverse B-Movies aus den 90igern - vorzugsweise dem Cyborg-Genre. Der Versuch sich an die bekannte uramerikanischen Comicvorlage Captain America heranzuwagen geht selbstverständlich schief. Jedoch auf eine durchaus unterhaltsame Weise. Ehrlich gesagt war mir bis letzte Woche gar nicht bewusst, dass sich auch Pyun schon mit diesem Thema befasst hat. Durch Zufall stieß ich am Stand einer Filmbörse dann auf die streng mit 88-Stück limitierte Fassung des Streifens von Shamrock Media. Mit der Limitierung ist das in dem Fall natürlich so eine Sache: 88 Stück hört sich zunächst einmal sehr wenig und wertvoll an. Angesichts der erwartenden Lizenzkosten von dem Film und den verschiedenen unterschiedlichen Box-Varianten wird der Wert jedoch schnell geschmälert. Vermutlich ist die DVD gerade mal 2 Euro wert. Dies nur am Rande.
In der Story geht es - naja - um Captain America halt. Urvater des Propaganda Comics. Steve Rogers ist um die 20 Jahre alt und körperlich eingeschränkt. In der Hoffnung auf Genesung macht er bei einem streng geheimen Projekt der US-Army mit. Dort wird er bei einem speziellen Experiment in eine Art Supersoldat verwandelt. Bei einem Kampf gegen einen Nazibösewicht landet Rogers im Eis und friert knapp 50 Jahre ein. Als er von einigen Arktis-Forschern in den 90igern gefunden wird muss sich Rogers erst einmal zurechtfinden. Sein Erzfeind existiert jedoch immer noch.
Ich weiß nicht wie Pyun es schafft: Obwohl seine bekanntesten Filme aus den 90igern stammen - wie auch dieser hier (nämlich von 1990) - wirken sie wesentlich älter. Egal ob Frisuren, Autos oder Dialoge: Alles was Pyun zeigt scheint aus den dunkelsten 80iger Jahren zu stammen. Da der Film ohnehin trashig wirkt, ist dies 25 Jahre später nicht einmal mehr als Manko zu sehen, sondern unterstreicht das Gesamtbild. Ernst nimmt sich Captain America dennoch - jedoch merkt man gleichzeitig, dass Pyun sehr genau wußte, was hier in echt fabriziert wird. Nämlich kein großartiges Hollywood Kino sondern ein geradeliniger Direct-to-VHS Film, der in der untersten Liga mitspielt. Ohne viel Umschweife sei jedem Trash-Fan dieser Film ans Herz gelegt - auch für 5 Euro, die er mit Sicherheit wert ist. Wer großes Kino will, der sollte sich jedoch die aktuellen Produktionen ansehen und Pyuns Film sparen. filmdetails

Sonntag, 4. Oktober 2015

Ausbeute der letzten Filmbörse

Und wieder geht eine Filmbörse vorbei. Damit auch gleich die letzte im südhessischen Neu-Isenburg für dieses Jahr. Es war das 20te Jubiläum und sollte laut Verantalter etwas besonderes werden. Vom Angebot war tatsächlich recht viel Abwechslung dabei - von alten VHS bis hin zu Laserdiscs gab es einiges Spezielles. Für den normalen Sammler, der sich vor allem auf BluRay oder DVD konzentriert, war diese Börse jedoch nicht großartig anders als sonst. Auffallend war, dass inzwischen fast die Mehrzahl der neu Erscheinungen im Mediabook erscheint. Auf der einen Seite ist es toll zu sehen, wenn fast verloren gegangene Klassiker mit soviel Liebe aufbearbeitet werden - auf der anderen Seite gibt immer seltener die Möglichkeit sich günstig mal an Blindkäufen zu wagen. Wer gibt schon gerne 30 Euro aus, ohne den Film wirklich zu kennen. Wie auch immer - bis zur nächste Börse dauert es jetzt fast ein halbes Jahr. Und auch die Ausbeute von diesem mal kann sich dennoch blicken lassen:

Sonntag, 27. September 2015

Filmkritik: Battle Planet - Kampf um Terra 219 (2008)

(c) Tiberius Film
Nein, ich werde nichts über das Filmplakat schreiben - und ja: Es ist ein Avatar-Ripoff. Jedoch eines, der sich selbst zu wenig zutraut - soll heißen: Zu wenig klaut. Überdies handelt es sich trotz aller Erwartung nicht einmal um einen Asylum Film. Die Frage ist, wieso man sich diesen Film dann überhaupt antun sollte. Tja, das weiß ich leider auch nicht. Ich habs vermutlich getan, weil der Film erstens aktuell bei Amazon Prime umsonst zu sehen ist und zweitens durchwegs schlechte Kritiken hatte. Und ja - das dreiste Cover (auch wenn ich es nicht mehr erwähnen wollte) hat natürlich auch dazu beigetragen, dass ich mir dieses Machwerk doch mal näher ansehen wollte.
Irgendwann in der Zukunft: Captain Strider - stolzes Mitglied der Allianz - wird auf einen Planeten geschickt um die Erzfeinde der Menschen, ein Naturvolk namens Aquarianer auszuspionieren. Bei der Mission trifft er auf die attraktive (jedoch sehr grüne) Aquarianerin Jun'hee. Wie es kommen muss, ensteht dadurch ein riesen Problem. Und das wird nicht leichter, als sich herausstellt, dass seine eigenen Leute Strider des Hochverrats beschuldigen. Doch Strider gibt nicht nach und stößt dabei auf ein skandalöses Geheimnis der Allianz.
Wie erwartet sollte man hier rein überhaupt nichts erwarten. Selbst als Ripoff taugt der Film nur wenig. Die parallelen zur Story von Avatar sind einfach zu weit hergeholt. Bis auf das Cover, welches ich längst nicht mehr erwähnen wollte, hat der Film mit dem großen Vorbild nicht viel gemein. Einzig und alleine der Konflikt mit dem Naturvolk erinnert an James Camerons Meisterwerk. Regisseur Greg Aronowitz sollte sich am besten noch ein paar Asylum Filme ansehen, um zu lernen wie richtige Ripoffs funktionieren. Und sonst? Auch da gibt's nicht viel zu berichten. Der Film - der sich nicht einmal selbst entscheiden kann, ob er Komödie, Science-Fiction oder Action sein will - wirkt meistens höchstgradig langweilig. Die Dialoge sind oftmals sinnfrei und die Story plätschert allenfalls dahin. Wer ein Amzon Prime Konto sein eigen nennt, kann einen Blick riskieren. Allen anderen sei abgeraten Geld dafür auszugeben. filmdetails

Samstag, 19. September 2015

Filmbörse in Neu-Isenburg

Nur noch zwei Wochen, dann ist es wieder soweit: Am 4. Oktober wird der Hugenottenhalle in Neu-Isenburg die letzte Filmbörse des Jahres im Rhein-Main Gebiet stattfinden. Diese steht unter dem Motto der 90iger Jahre. Also alle Sammler die noch auf der Suche nach längst vergriffenen Laserdiscs, seltenen VHS-Kassetten oder alten Filmplaketen sind, sollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Wie immer wird es aber auch an aktuellen Material auf BluRay und DVD nicht fehlen. Der Eintritt ist traditionell ab 18 Jahre. Alle wichtigen Infos findet ihr hier.

Sonntag, 13. September 2015

Filmkritik: Hell (2011)

(c)  Paramount Pictures
Der deutsche Horrorfilm hat es nicht leicht. Vor allem auch deshalb, weil er kaum vorhanden ist. Blenden wir die Splatterszene, vertreten durch Ittenbach, Schnaas oder Buttgereit, einmal aus, bleibt kaum etwas übrig. Zumindest an neueren Material. Ikonen wie Udo Kier - die im deutschsprachigen Raum ihre Karriere gestartet haben - wohlbemerkt im Horrorgenre - sind inzwischen abgewandert. Genau so verhält es sich auch mit Regisseuren aus Deutschland. Richtiger Horrorfilm und Deutschland, das paßt einfach nicht zusammen.
Dadurch ist Hell eine der wenigen Ausnahmen der letzten Jahre, die sich selbst nicht als Trash definieren wollen aber zugleich Horror sind. Ob dem wirklich so ist wird sich herausstellen. Übrigens eine kleine Anmerkung: Da es sich um einen deutschen Film handelt, ist hier mit dem Filmtitel Hell nicht die Hölle aus dem englischen gemeint, sondern hell als Adjektiv. Selbstverständlich eignet sich das ganze aber auch als hervorrangendes Wortspiel.
Die Welt im Jahre 2016: Durch verherrende Sonnenstürme ist die Durchschnittstemperatur um 10 °C angestiegen. Diverse Waldbrände und Überflutungen haben das gewohnte Leben nicht mehr möglich gemacht. Die Überlebenden sind nun Unterwegs auf der Suche nach Wasser und Rohstoffen.
Marie, ihr Freund Phillip sowie Maries jüngere Schwester Leonie sind ebenfalls auf der Suche nach Wasser. An einer Tankstelle treffen sie auf den mysteriösen Tom, der sie von nun an begleitete. Doch dies ist erst der Beginn einer Reise bei der es letztendlich nur ums Überleben geht.
Ich muss zugeben, dass ich mir mehr versprochen habe. Erste Kritiken damals waren nicht allzu schlecht - doch die imdb Wertung, die sich bei 5,9 von 10 möglichen Punkten eingependelt hat, gibt ein weitaus realistischeres Bild ab. Weder gut noch wirklich schlecht. Dies trifft auf den Film am ehesten zu. Das größte Problem ist, dass der Film als (postapokalyptischer) Horrorfilm zu zart ist. Im direkten Vergeich mit einigen Produktionen aus dem europäischen Ausland kommt Hell einem wie ein Kindergeburtstag vor. Nicht nur, dass mit Blut gespart wird - es fehlt auch sonst dem abstumpften Horrorfan so ziemlich alles, was einem an dem Genre noch Gruseln lässt. Auf der anderen Seite bekommt man hier ebensowenig Trash geboten. Einige Szene - vor allem die Außenaufnahmen unter der hellen Sonne im ersten Teil des Filmes - wirken zwar sehr nach Aftereffects, insgesamt schafft es Regisseur Fehlbaum aber trotzdem eine gute Atmosphäre einzufangen. Die fast komplett fehlende Filmmusik trägt hierbei wiederum zur Stimmung bei. Zusammengefasst ein wirklich sehr durchschnittlicher Film bei dem Stärken wie Kamera und Schnitt auf eindeutige Schwächen wie Story und Langatmigkeit treffen. Für 3 Euro hab ich den Film auf einer DVD Börse mitgenommen. Für den Preis akzeptabel - für das mehrmalige Ansehen bietet der Film jedoch einfach zu wenig. filmdetails

Sonntag, 6. September 2015

Filmreisen Teil 1: Auf den Spuren von Nosferatu

Vielleicht ist es etwas mutig den Beitrag mit Teil 1 zu bezeichnen - jedoch sollte sich hierzu so etwas wie eine Serie ergeben ist es praktisch in Zukunft an irgendwas anzuschließen zu können. Also deshalb die Überschrift Filmreisen Teil 1. Wie dem auch sei: Spontan besuchten wir im Urlaub die wunderschöne Stadt Wismar, welche an der deutschen Ostseeküste liegt. Als Filmfan war mir die Stadt vor allem aus Murnaus Meisterwerk Nosferatu von 1922 bekannt. Im Krieg relativ wenig zerstört, erkennt man einige der bekanntesten Schauplätze direkt wieder. Auch wenn der Film in der fiktiven Stadt Wisborg spielt (und teilweise auch in Lübeck gedreht wurde) sind die markantesten Szenen des Filmes in Wismar entstanden. Vier Schauplätze haben wir uns bei unserem Stadtbesuch genauer angesehen.
Das Wassertor in Wismar
Geparkt haben wir direkt im Hafen - was auch direkt die erste wichtige Lokalität der Stadt im Film ist, als Nosferatu nach seiner langen Reise aus Transsilvanien in Wisborg ankommt. Der Hafen ist inzwischen allerdings so verbaut, dass es keinen wirklichen Wiedererkennungswert zu einer Filmszene gibt. Daher zu diesem Schauplatz kein Foto. Nachdem wir bei Gottfried's (einem netten Steak- und Fischrestaurant im Hafen) unsere Mittagspause gemacht haben ging es weiter: Vom Hafen aus geht es direkt durch den Bogen des berühmten Wassertors - einem der Wahrzeichen von Wismar - in Richtung Innenstadt. Siehe Bild rechts. Dieser Weg führt dann direkt in das Zentrum bzw. in die Altstadt. Da Max Schrecks Weg durch das Tor in die Stadt auch eine der berühmtesten Film-Szenen ist, ist an dieser Stelle eine Gedenktafel in den Boden eingelassen. Nosferatu - Ein Meisterwerk des Expressionismus. Schön, dass auch an solche (Kultur)Historischen Höhepunkte mit Gedanktafeln erinnert wird.
Blick von St. Marien Kirche auf den Marktplatz
Als nächste Station besuchten wir die St. Marien Kirche, die unmittelbar in der Stadtmitte liegt. Von hier aus hat man einen großartigen Ausblick über Wismar und das Umland. Die aus filmischer Sicht jedoch bemerkenswerteste Perspektive ist der Blick auf den anliegenden Marktplatz mit der markanten Wasserkunst. Dieses Motiv hat Murnau in der Eröffnungsszene benutzt. Damals - vor dem Krieg - gab es jedoch noch einen zweiten Turm auf der Kirche, der in das Bild reinragt und den Blick auf den Marktplatz einschränkt (siehe Bild links). Heute besteht die St. Marien Kirche nur noch aus einem Kirchenturm, nämlich der, auf dem man die Aussicht hat. Das Kichenschiff ist, nachdem es im zweiten Weltkrieg beschädigt worden war, den Sozialisten zum Opfer gefallen, die 1960 den beschädigten Teil gesprengt hatten. Betrachtet man die beiden Bilder, fällt einem jedoch sofort die Ähnlichkeit auf. Eine Turmbesichtigung kostet lediglich 3 Euro pro Person und ist abgesehen von dem schönen Ausblick auf die Stadt auch sonst sehr empfehlenswert. Auf eine lockere Art hat uns der Turmführer erklärt, wie es überhaupt möglich war im 13ten Jahrhundert ein über 50 Meter hohes Gebäude zu bauen. Nächste - und letzte - Station war die Heiligen Geist Kirche. Diese ist nicht weit entfernt von der St. Marienkirche. Hier wurden im Hof einige Szenen gedreht - z. B. als die Reise in die Karpaten beginnt. Hier hat sich interessanterweise baulich seit fast 100 Jahren praktisch nichts geändert. Auf Anfrage hat in der Kirche ein netter Mitarbeiter das Tor zum Garten aufgeschlossen. Von draußen kommt man ebenfalls durch ein Tor zur Straße rein - jedoch ist das mehr oder weniger Privatbesitz, weshalb es mit Sicherheit höflicher ist zu fragen. Eine zusätzliche Info hab ich dazu noch erfahren: Eine Szene aus dem Intro der SOKO-Wismar wurde ebenfalls an dieser Stelle gedreht.Wie man auf dem Bild unten erkennen kann, ist hier bis auf die inzwischen gewachsenen Bäume fast alles gleich geblieben. Dies war dann auch schon die letzte Station auf unserem Kurztrip nach Wismar. Abschließend sei erwähnt, dass die Stadt wirklich schön ist und jedem empfohlen sei, der sich in Ostseenähe bei Rostock aufhält.
Hof der heiligen Geist Kirche

Montag, 24. August 2015

Filmkritik: Yeti (2013)

(c) New Age 21
Yeti oder im Original auch als Deadly Descent bekannt ist ein TV Movie - und genauso sieht er auch aus. Produziert wie ein typischer Syfy-Film müssen diesmal Yetis als Bösewichte herhalten. Diese bösartigen Schneemenschen bevölkern Teile der Gebirge in der Nähe von Seattle. Jedoch weiß das wieder (wie erwartet) keiner.
Brian Tanner - ein ehemaliger Soldat der US-Army, der bereits schon in Afghanistan im Einsatz war - macht sich auf die Suche seinen Vaters zu finden. Dieser ist vor Jahren in einem entlegenen Gebiet der Glacier Peaks verschwunden. Nachdem jetzt auch Brian verschwindet macht sich nun seine Schwester auf die Suche nach ihn. Unterstützt von einigen Snowboardern und einemPiloten will sie Brian retten. Was sie nicht erwartet hat ist, dass neben Lawinen gefährliche Yetis eine Gefahr für Leib und Leben darstellen.
Zunächst sollte man sich fragen in wiefern das Thema Yetis überhaupt mit Ernsthaftigkeit angegangen werden kann. Bei Bigfoot and the Hendersons hat das vielleicht noch ganz gut geklappt. Jedoch als Komödie. Als Horrorfilm wirkt das ganze zu aufgesetzt und verdammt weit hergeholt. Dies liegt aber nicht unbedingt nur am Thema. Bei Zombies funktioniert das Ganze immerhin auch hin und wieder in gut umgesetzten Filmen. Dieser Film ist aber jedoch einer der wenigen, der sich überhaupt dem Yeti-Thema annimmt. Und dies meistens auf hölzerne Weise. Weder die Schauspieler, noch Story oder Spezialeffekte können überzeugen. Letzte gibt es sogar eher weniger als mehr. Im ersten drittel des Filmes gibt es nämlich überhaupt nur einen einzigen Yeti zu sehen. Dieser darf harkelig animiert einmal bösartig über eine Klippe schauen. Dafür, dass die Yetis eigentlich das Alleinstellungsmerkmal des Filmes sein wollen ist das eine extrem schwache Leistung. Auch später gibt es nur eine handvoll Yetikämpfe zu sehen - die wiederum so schnell geschnitten sind, dass man die Schneemenschen gar nicht erst genauer begutachten kann. Vielleicht konzentriere ich mich auch zusehr auf das Yeti-Thema ansich - was aber bei einem Film mit dem Namen Yeti nicht unbedingt unerwartet sein sollte. Zusammengefasst ein Film der dem Thema nicht gerecht wird und den Hauptakteur - den Schneemenschen, Bigfoot oder Yeti (oder wie auch immer man es nennen will) viel zu kurz kommen lässt. filmdetails

Sonntag, 16. August 2015

Filmkritik: Age of Dinosaurs (2013)

(c) The Asylum
Auch wenn meine Rechtschreibung nicht immer die beste ist - ich hätte gewarnt sein sollen, wenn auf der DVD Hülle eines Saurierfilmes von Uhrzeitmonstern die Rede sind. Gemeint sind natürlich Urzeitmonster. Richtige Uhrzeitmonster sind nämlich keine Echsen sondern Säugetiere, die Sonntag morgens um 09:00 Uhr die Verwandtschaft anrufen nur um zu fragen wie es einem geht. Doch ich schweife ab. Hier geht es natürlich um richtige Urzeitmonster. Sowas wie ein Tyrannosaurus. Ein Velociraptor oder ähnliches. Große Monster aus der Urzeit halt. Nachdem ich also die Warnung ignoriert habe - und auch die zweite Warnung (nämlich das der Film von The Asylum produziert wurde) - in den Wind geschlagen habe, muss ich ihn mir jetzt wohl oder übel ansehen. Doch die zwei Euro, die auf dem Müller-Wühltisch gelassen wurden, sollen immerhin nicht verloren sein. Von der positiven Seite betrachtet: Ein Film mit Dinos. Ein DVD Klappentext mit Schreibfehlern, zwei Bier und das Handy ist auf Lautlos, damit keine Uhrzeitmonster anrufen. Dies kann eigentlich nur ein guter Abend werden.
Gabe Jacobs ist Feuerwehrmann. Durch einen Bekannten bekommt er zusammen mit seiner Tochter die Möglichkeit bei der Veranstaltung eines Milliardärs beizuwohnen. Dieser hat es mit Hilfe von Gentechnik geschafft Dinosaurier zu klonen. Wie es so kommen muss sind die Sicherheitssysteme in der Halle doch nicht so sicher wie angenommen: Die Dinosauerier brechen aus und überrennen das geschockte Publikum. Doch damit nicht genug: Die Dinosaurier bahnen sich daraufhin einen Weg nach draussen und überfallen die Stadt. Nur Gabe und seine Tochter können die Uhrzeitmonster Urzeitmonster besiegen.
Gleich mal das Positive vorweg (und davon gibt es bekannterweise bei The Asylum- Produktionen nicht besonders viel): Die Dinosaurier sind - ohne Untertreibung - gar nicht mal so schlecht animiert. Besonders der T-Rex und der Raptor sehen fast sogut aus wie die Dinos aus dem Jurassic Park. Aus dem über 20 Jahren alten Teil 1 natürlich - aber immerhin. Besonders in Nahaufnahmen und bei Standbildern können sie sich durchaus sehen lassen. Das Making of zeigt, dass sogar Puppen zum Einsatz kamen. Nicht schlecht - in einer Zeit wo fast jedes Studio an allen Ecken und Enden spart und auf SFX aus dem Computer zurückgreift. Einzig die Animationen wirken extrem hölzern. Wenn die Dinos dann noch richtig in Bewegung sind, ist jedoch alles verloren. Teilweise bewegen sie sich wie Michael Jackson beim Moonwalk, soll heißen sie kommen beim Laufen weniger weit voran, als ihre Schritte es hergeben würden. Doch wer achtet schon auf Details. Wie erwartet wird auch bei diesem Asylum Film ein Trashfest abgefeiert was kaum zu unterbieten ist. Die Story geklaut von Jurassic Park und in eine Stadt übertragen. Die Darsteller unter aller Sau. Die Dialoge absolut lächerlich. Oder wo so sonst bekommt man Sätze wie "Die Dinosaurier haben das Haus übernommen." zu hören. Wer sich damit abfinden kann knappe 80 Minuten lang Dinotrash aus der untersten Schublade zu sehen, der ist hier richtig. Und bei dem Preis sowieso. filmdetails

Donnerstag, 13. August 2015

The Hateful Eight - Erster offizieller Trailer

Lang hat es gedauert. Verzögert durch ein Leak, wo die erste Version des Drehbuchs an die Öffentlichkeit durchsickerte, ist jetzt endlich der erste offizielle Trailer zu Tarantinos neuen Film da. Macht Vorfreude auf den Winter.


Sonntag, 9. August 2015

Filmkritik: Nekromantik (1987)

(c) Blood Pictures
Es gibt Filme, wo sogar der erfahrenste Horrorfilm-Fan "Respekt" vor hat. Und ich meine nicht komplett geschmacklosen Müll wie diverse Shockumentationen alá Gesichter des Todes oder irgendwelche Mondo-Filme - sondern richtige Horrorfilme. Horrorfilme, bei denen alles gestellt ist - und man es auch weiß, gleichzeitig aber trotzdem ein beklemmendes Gefühl bekommt. Und das teilweise, ohne den Film überhaupt gesehen zu haben. Aus irgendwelchen Gründen gehört bei mir Jörg Buttgereits Nekromantik zu diesen Filmen. Ein Low-Budget Film aus den 80igern, gedreht im Super 8 Format. Als ich volljährig wurde war neben dem Führerschein die wichtigste Errungenschaft mein erster Videothekenausweis. Auch wenn ich vorher schon durch diverse Quellen den einen oder anderen Horrofilm gesehen hatte konnte ich nun von heute auf morgen jeden erdenklichen Film selbst ausleihen. Nekromantik war jedoch einer dieser Filme, wo mich schon das Cover - aus welchen Gründen auch immer - das Gruseln lehrte. Daher hatte ich immer einen großen Bogen drum gemacht. Es handel sich übrigens nicht um das abgebildete Cover rechts, sondern um ein anderes - dessen Verleiher ich leider nicht mehr weiß. Jetzt - einige Jahre später - hab ich auf der Turbine-Edition vom Texas Kettensägen Massaker anlässlich der FSK-Freigabe des Filmes eine interessante Diskussionsrunde - unter anderem mit Jörg Buttgereit - gesehen. Dort kam mehrmals auch Nekromantik zur Sprache. Grund für mich diesen Film doch einmal näher zu betrachten.
Die Story: Robert arbeitet in einer Firma, die sich darauf spezialisiert hat Tat- und Unfallorte zu bereinigen. Dies kommt Robert gelegen, da seine Freundin Betty und er selbst nekrophil veranlagt sind. Für die Unwissenden unter uns: Sie fühlen sich zu toten Körpern hingezogen. Als eines Tages Robert eine komplette Leiche mit nach Hause bringt entsteht eine Art Dreiecksbeziehung zwischen Robert, Betty sowie der Leiche. Durch einen dummen Zwischenfall verliert kurz darauf Robert seinen Job. Betty trennt sich daraufhin von ihm und brennt mit der Leiche durch. Dadurch eskaliert die Lage und Robert sieht nur noch einen einzigen Ausweg.
Nun, einige Jahre später sehe ich den Film mit Sicherheit mit einer ganz anderen Distanz, als ich es mit 18 getan hätte. Nekromantik ist nicht wirklich schlecht. Künstlerisch teilweise gut gemacht - besonders der Schnitt und die eingängliche Filmmusik kombiniert mit den Bildern ergeben ein schönes morbides Gesamtwerk. Vor allem vor dem Hintergrund betrachtet, dass es kein professionell produzierter Streifen war. Die Story ist natürlich für den Durchschnittszuschauer alles andere als leicht verdaulich. Auch wenn der Film mit Super 8 aufgenommen wurde - und damit entsprechend körnig wirkt - ist er nicht minder wirkungsvoll. Buttgereit versteht es dem Zuschauer ein seltsames Gefühl mit auf den Weg zu geben. Obwohl man das Gesehene eindeutig als pervers und krank abstempelt, bekommt der Zuschauer teils Verständnis bzw. Mitleid für die beiden Hauptdarsteller. Als Gesamtkunstwerk betrachtet - im Kontext zur Zeit und den wenigen finanziellen Mitteln, die Buttgereit besaß - ein wirklich gelungener Low-Budget Horrorfilm, der zurecht aber auch noch heute (fast 30 Jahre später) ab 18 ist. Ein Filmtipp für Erwachsene, die auch fernab des Horrormainstream Filme konsumieren. filmdetails

Sonntag, 2. August 2015

Filmkritik: Need for Speed (2014)

(c) DreamWorks Pictures
Eigentlich war eine Rezension zu diesem Film gar nicht geplant. Eine leichte überdurchschnittliche Bewertung beim imdb, keine Zombies oder Nazirocker - und dazu nicht mal Lowbudget. So wie der Blog sich in den letzten Jahren entwickelt hat also nicht unbedingt der passende Kandidat für eine Kritik auf diesen Seiten. Nachdem ich den Film jedoch gesehen habe, muss ich meine Meinung revidieren. Nur selten hab ich in den letzten Jahren so einen Trash gesehen der gleichzeitig so teuer war. Das dieser Film ernsthaft einige gute Kritiken bekommen hat wundert mich, genauso wie die erwähnten 6.6 Punkte bei imdb. Doch scheinbar ist es wie immer: Über Geschmack lässt sich streiten. Da ich in diesem Fall aber einen guten Film erwartet habe bin ich nach dem Abspann etwas irritiert gewesen. Das soll es gewesen sein? Der Film ist auf der Leinwand ein größerer Totalschaden als ein Lambo der mit 250 km/h gegen die Wand fährt.
Fassen wir mal zusammen worum es geht: Tobey und Dino sind schon seit langer Zeit Rivalen. Während Dino steinreich ist hält sich Tobey mit einer kleinen Autowerkstatt über Wasser. Durch einen blöden Zufall kommt es dazu, dass Tobey für Dino einen Ford Mustang tunen muss, weil dieser den für mehrere Millionen Dollar verkaufen will. Als die beiden das erste mal aneinander geraten kommt es zu einem illegalen Straßenrennen: Ausgetragen mit drei Koenigsegg Agera R. Anmerkung: Dies sind Autos, die mehr um eine Millionen Dollar kosten. Als hierbei ein Freund von Tobey umkommt (und der Koenigsegg geschrottet wird), wird Tobey in den Knast gesteckt. Dino hingegen ist untergetaucht und entkommt auf diese Weise einer Strafe. Als Tobey zwei Jahre später aus dem Gefängnis kommt will er erneut an einem Straßenrennen mitmachen. Diesmal hat er die Möglichkeit mit dem von ihm getunten Mustang mitzumachen. Jedoch muss er für den Besitzer das Auto innerhalb von 45 Stunden von der Ost- an die Westküste überführen. Begleitet wird er dabei von der attraktiven Julia.
Vergessen wir an dieser Stelle mal die Story. Diese dient nämlich nur um diversen mehr oder weniger guten Actionszenen einen Sinn zu geben. Zum Beispiel wäre da das Drive-By-Tanken. Da wird während der Fahrt das Auto aufgetankt, damit keine Zeit verloren wird. Ein paar Szenen später fahren die beiden jedoch ganz normal an die Tanke. In diesem Fall aber natürlich nur, weil es die Ausgangssituation für die nächste Actionszene ist: Ein Polizist ist zufällig gerade an der selben Tankstelle zugange. Dazu kommen noch die peinlichen Bezeichnungen für diveser Fahrmanöver. Ein doppelter Grashopper (oder so ähnlich) bedeutete, dass man auf einer mehrspurigen Straße mit Anfahrt über den grünen Mittelstreifen (der natürlich in diesem Fall eine Steigung aufweist) heizt um über alle anderen Fahrspuren der Gegenfahrbahn hinweg zu fliegen. Äh, ja - sehr glaubhaft, dass für jeden eventuellen Stunt in der Tuning- bzw. Rennszene einen speziellen Fachbegriff gibt. Nicht glaubhafter ist auch Tobeys schwarzer Sideshow-Charakter, der ihn stets mit Flugzeugen oder Hubschraubern in der Luft begleitet und ihm Anweisungen gibt, wie er zu fahren hat. Das größte Problem an der Sache ist aber: Der Film selbst nimmt sich bei all den Dingen auch noch verdammt ernst. Was bei The Fast and the Furious noch mit einem selbstironischen Augenzwinkern begleitet ist, wird bei Need for Speed so ernsthaft wie eine N24 Doku über den zweiten Weltkrieg präsentiert. Es gibt nicht viele witzige Sprüche - und der Grundtenor der Story ist sogar leicht traurig. Zum Beispiel mit dem verstorbenen Freund von Tobey innerhalb der ersten halben Stunde. Über weitere Logiklöcher - warum zum Beispiel hier jeder kriminelle Freak das Geld für einen Lambo, Koenigsegg oder AMG hat - will ich mich gar nicht erst auslassen. Um noch einmal auf The Fast and the Furious zu kommen: Ein getunter Civic ist wenigstens glaubhaft im Gegensatz zu einem 1,5 Millionen Euro teuren Supersportwagen. Und vor allem, dass jemand mit so einem Gefährt illegale Rennen macht. Wenn man auf Carploitation steht tut man nichts verkehrt - wenn man aber (wie ich) einen guten Film erwartet ist man hier falsch abgebogen. filmdetails

Mittwoch, 29. Juli 2015

In eigener Sache: Cookie Hinweis von Google

Dem einen oder anderen ist es vielleicht schon aufgefallen: Google ist aufgrund von EU-Richtlinien verpflichtet darauf hinzuweisen, dass die Google-Dienste - also auch die Blogs - Cookies verwenden. Dies ist nichts neues - nur, dass ein Hinweis da sein muss ist neu. Dies geschieht seit neusten in der automatischen Voreinstellung besonders aufdringlich per eingeblendeten Banner. Auf diesem ist im oberen Rand zu lesen:

Diese Website verwendet Cookies von Google, um ihre Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Informationen darüber, wie Sie die Website verwenden, werden an Google weitergegeben. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet.

Das ist unschön und meiner Meinung nach extrem störend. Da man als Blogbetreiber laut der genannten EU-Richtlinien aber dazu verfplichtet ist, gibt es natürlich auch in diesem Blog einen Hinweis. Ihr findet ihn im Footer (ganz unten) des Blogs mit dem Entsprechenden Link auf die Seite, welche Informationen Google speichert. Wie gesagt ist das nichts neues, nur das darauf hingewiesen werden muss ist neu. Wenn ihr selbst einen Blog bei Google betreibt könnt ihr übrigens per Javascript den Banner deaktivieren. Kopiert dafür folgenden Code in den Head-Tag euerer Seite:

<script type='text/javascript'>
   cookieChoices = {};
</script>
Falls jemand fragen dazu hat einfach in die Kommentare schreiben oder mailen.
 

Sonntag, 26. Juli 2015

Filmkritik: Barracuda (1978)

(c) Laser Paradise
Der Movie-Backlog wird immer größer. Das Problem dabei: Die Filme die unten liegen, werden irgendwie nie gesehen, da es bei mir vielmehr ein Stapel ist, bei dem ich immer die zuletzt reingelegten Filme auch wieder zuerst rausnehme. Kein FiFo Prinzip also. Zufällig wurde ich heute mit dem Zaunpfahl von Channard drauf hingewiesen, dass sich in eben diesem Backlog seit ca. 6 Monaten noch ein Film liegen habe, bei dem ich beim Ausleihen im Winter wohl sowas sagte wie kenn ich gar nicht, werde ich zuhause sofort ansehen. Nun ja, - ein halbes Jahr später ist es nun wirklich soweit - er liegt vor mir. Channards ansicht, dass es ein guter Film ist widerspricht leicht der Wertung von 4.1 Punkten bei imdb - doch was soll's. Meine Schmerzgrenze bei Filmen ohnehin nicht gerade niedrig angesetzt. Also wird natürlich auch Barracuda angesehen. 2 Dosen Bier stehen bereit - 1 ist bereits zum Vorglühen weg - es kann los gehen:
Schon das Cover lässt mich einiges erhoffen. Ein gezeichneter Barracuda der auf eine Bikini-Taucherin los geht. Wow! Und was das für ein gefährlicher Fisch das eigentlich ist, wird einem anhand eines Fliestextes in den DVD-Extras erklärt. Dadrüber sind diverse rote Flecken gepinselt, die sowas wie Blut andeuten sollen. Dazu kommt der Text auf der Rückseite: Gespickt mit Phrasen und Wörtern wie Grauenvolle Todesszenerie..., ...grausam..., ... ein Film der tief schockiert..., biologische Perversionen... - laut Beschreibung müsste der Film mindestens ab 18 sein wenn nicht sogar Strafrechtlich bedenklich. Und trotzdem prangt ein FSK 12 Sticker in der unteren Ecke. Wie kann das sein? Ein Blick in die Schnittberichte klärt mich auf, dass ich leider eine leicht gekürzte Fassung vorliegen habe. Dies ist jedoch nicht Channards Schuld - im gesamten deutschsprachigen Raum gibt es nämlich offenbar keine komplette Uncut Version auf DVD. Die Freigabe sei dadurch erklärt - und versuchen wir trotzdem einmal heraus zufinden, ob diese ca. 2 Minuten Schnitt den Film schaden.
Palm Cove - eine friedliche Küstenstadt in den USA. Dummerweise verhält es sich hier wie mit jeder friedlichen Stadt - irgend etwas will einfach die Ruhe zerstören. Hier ist es ein bösartiger Konzern, der seine Abwässer in die Gewässer der Umgebung leitet. Erst als ein paar aufgeweckte Chemie-Studenten von der Uni diesen Skandal aufdecken kommt Bewegung in die Sache. Der Sheriff merkt, dass hier etwas nicht stimmt und nimmt ebenfalls die Untersuchungen auf. Hierbei schlägt er sich sogar unerwartet auf die Seite der Studenten von denen er am Anfang des Filmes noch einen einbuchtet. Doch das schlimmste ist bereits geschehen: Ein mutierter Barracuda macht Jagd auf harmlose Anwohner! Doch sogar diese sind nicht so harmlos wie sie zunächst wirken. Der lange Konsum des verseuchten Trinkwassers lässt vermeintlich harmlose Menschen hochgradig agressiv werden. Ein harmloser Familienvater dreht plötzlich durch und verprügelt seine Lieben.
OK - die Frage ist, was erwartet man von so einem Film? Objektiv gesehen ist der Film Müll. Dass das Release Datum nicht lang nach dem Weißen Hai liegt zeigt mehr als deutlich, auf welcher Welle hier mitgeschwommen worden wollte. Wie gesagt ist dies aber alles objektiv betrachtet.
Denn gibt man dem Film eine Chance wird man tatsächlich unterhalten. Dies liegt daran, dass der Zuschauer eine sehr geradelinige Story serviert bekommt - und sich dadurch auf diverse Feinheiten konzentrieren kann. Zum Beispiel der etwas einfältige - aber gleichzeitig sehr unterhaltsame - Sohn des Unternehmers der den Namen Bubba trägt und Papa unterstützt wo er nur kann. Auch wie sich die Einstellung des Sheriffs über den Film hinweg ändert ist interessant - genauso wie sein etwas übergewichtiger Assistent Lester und dessen Sprüche. Dieser Film ist von vorne bis hinten ein typischer B-Movie der 70iger Jahre. Hätte es damals schon The Asylum gegeben, wären vermutlich sie die Produzenten gewesen. Für Trash-Fans die absolute Empfehlung. Für Leute, die den Weißen Hai zu ernst nahmen - bitte nicht ansehen. filmdetails

Sonntag, 19. Juli 2015

Filmkritik: Finders Keepers (2014)

(c) Lionsgate
Gibt es im Horrorgenres was ausgelutschteres als dämonisierte Puppen oder Häuser? Ich glaube kaum. Trotzdem wurde bei Finders Keepers direkt einmal beides als Grundlage benutzt. Die letzten Filme mit verfluchten Puppen, Häusern oder irgendwelchen Gegenständen, waren mal mehr, mal weniger interessant. Dieser hier ist vor allem weniger interessant.
Alyson Simon zieht gemeinsam mit ihrer Tochter Claire in ein neues Haus um sich dem Schreiben zu widmen. Ihr Mann hat sie verlassen um sich auf ihre Tochter und den Job zu konzentrieren. Doch der Plan geht nicht auf: Claire fühlt sich schon vom Anfang an nicht wohl in dem Haus. Als sie kurz nach dem Einzug eine Puppe zwischen den Dielen in ihrem Zimmer findet ist das Tor zur Hölle geöffnet: Lili, wie sie die Puppe nennt, ist nämlich verflucht. Weder Mutter, noch Tochter oder Nachbarin können ab nun an mehr ein ungestörtes Leben führen. Als Alyson merkt, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmt, sucht sie den Psychologen Dr. Freeman auf - gespielt übrigens von Tobin Bell - dem Jig Saw Mörder aus Saw.
Puppenterror in der Kombination mit einem mehr oder weniger verfluchten Haus. Die Konstellation ist unklar. Auf der einen Seite löst die Puppe den Fluch aus - auf der anderen Seite wird immer wieder erwähnt, dass das Haus eine besondere Rolle spielt. Irgendwo kann der Film selbst nicht einmal entscheiden, was hier das böse sein soll oder wieso. Einig wird man sich nur, dass es irgendwie mit dem Bösen Blick - dem Mal de ojo - zu tun hat. Wie gut, das die Freundin der Hauptdarstellerin genau in diesem Spezialgebiet eine Professur hat und sich mehr oder weniger gut mit Flüchen, Voodoo und dem Kram auskennt.
Wie befürchtet ist der Film vor allem eines: Langweilig. Es gibt keinen wirklichen Spannungsbogen und der erfahrene Genre-Zuschauer weiß schon in den ersten 15 Minuten, worauf das ganze hinaus laufen wird. Produziert als TV-Movie sollte man aber auch keine allzu hohen Ansprüche stellen. Finders Keepers ist das was es sein will - jedoch kein bisschen mehr. Für Fans eingeschränkt empfehlbar. Einziger Höhepunkt Tobin Bell mal in einer anderen Rolle zu sehen. filmdetails

Sonntag, 12. Juli 2015

Filmkritik: Karate Tiger 7 (1993)

(c) PM Entertainment Group
Das Karate Tiger 7 - oder wie er im Original heißt To Be the Best - ein Film aus den dunkelsten 90iger Jahren ist wird einem schon in den ersten Minuten klar: Ein paar skurille Typen, welche aus dem Videospiel Double Dragon stammen könnten, liefern sich in Las Vegas einen knallharten Streetfight.
Eric Kulhane fährt daraufhin zu der Kickbox Weltmeisterschaft nach Las Vegas. Obwohl seine Freundin prinzipiell gegen die Kämpfe ihres Freundes ist, fährt sie ebenfalls mit. Schon im Vorfeld trifft Eric auf seine Erzfeinde: Das berüchtigte Thai-Team. Egal ob beim Bowling oder in der Kirche (!) - er lässt keine Gelegenheit aus sich schon vor der offiziellen Meisterschaft mit seinen Kontrahenten zu prügeln. Dieses Verhalten disqualifiziert ihn - hält Kulhane jedoch nicht davon ab letztendlich Meister zu werden.
Um einmal beim Double Dragon zu bleiben: Die Story hätte auch auf der Rückseite einer Sega-Spiel Verpackung Platz gehabt. Überraschend ist hier rein überhaupt nichts. Eher das Gegenteil ist der Fall. Doch nicht nur an der flachen Story hapert es. Der Film wirkt auch sonst - um es nett auszudrücken - kostengünstig produziert. Wie billig der Film überdies noch lokalisiert wurde merkt man sogar gleich am Anfang: Bei einem Streetfight, wo die Hauptakteure deutsch reden, ruft die Meute im Hintergrund den Kämpfern "Come on!" oder "You're my man"zu. Hier wurde offenbar nur das nötigste Synchronisiert und die Tonspur im Hintergrund 1 zu 1 übernommen. Erfreulicherweise gibt es jedoch auch Ausnahmen: Eine ist zum Beispiel gleich am Anfang bei einer Autoverfolgungsjagd zu sehen. Technisch immerhin besser als erwartet. Vielleicht ging hier aber auch hier das komplette Budget für Story und Darsteller drauf. Für einen drittklassigen Prügelfilm bietet Karate Tiger daher alles was man erhofft. Streetfights, coole Sprüche und einen Haupt-Charakter, dessen Persönlichkeits-Merkmale auf einen Bierdeckel platz haben. Für Fans von 90iger Jahre Action-Prüglern ein Film den man durchaus ansehen kann - für alle anderen eindeutig keine Filmempfehlung. filmdetails

Sonntag, 5. Juli 2015

Hitzefrei!

Aufgrund von über 30 Grad im privaten Filmvorführraum (ok eigentlich ist es nen einfaches Zimmer unterm Dach mit einem Fernseher :-) - im Wohzimmer ein Stockwerk weiter unten sieht ist es aber leider aktuell auch nicht besser aus ) gibt es diese Woche leider keine neue Rezension irgendeines drittklassigen Filmes oder unbekannten Geheimtipp. Sobald die Hitzewelle vorrüber ist geht es natürlich weiter. Bis dahin freuen wir uns erstmal auf den neuen Terminator - dieser startet in gut klimatisierten Kinos am Donnerstag.

Sonntag, 28. Juni 2015

Filmkritik: The Sword and the Sorcerer 2 (2010)

(c) KSM GmbH
Jetzt geht es schon soweit, dass man sich Filme kauft, nur um zu prüfen ob sie wirklich so schlecht sind, wie sie angeblich sein sollten. Die Zeichen stehen gut, das dieser Film den Erwartungen entspricht und grottig ist. Sage und schreibe 28 Jahre hat es gedauert, bis der mittelmässige Fantasyschinken The Sword and the Sorcerer einen Fortsetzung spendiert bekam. Kein Vertrauen der Geldgeber in den Regiesseur, ein fades Drehbuch. Die Gründe waren vielseitig. Mit Kevin Sorbo fand sich dann aber zum Dreh fast 30 Jahre später die ideale Besetzung der Hauptrolle einer drittklassigen Fantasy Geschichte. Was gleich zu beginn schonmal für eine positive Stimmung sorgt ist das Wendecover. Ein Cover ohne FSK 16 Sticker der von Kevin Sorbos fieser Fresse ablenkt. Hier sieht man, dass dieser 3 Eurofilm offenbar für Fans gemacht ist.
Wie von Pyun gewohnt, gibt es auch hier erstmal gefühlte 20 Minuten lang eine Einführung in das Universum in der die Geschichte spielt. Wer gegen wen ist, was die bösen Hexenmeister wollen und zu wem die Vampire gehören. Wohlbemerkt geht der Film gerade einmal 75 Minuten - ein talentierter Regiesseur hätte das ganze vermutlich in einer Texttafel abgehandelt. Nicht so Pyun aber: In einer nicht Enden wollenen Aftereffects Animation mit Doppelbelichtungen von Schauspielern auf Digitales Pergament (das ganze soll wie ein Comic wirken - die Betonung liegt auf soll...) wird nun die komplette Vorgeschichte erzählt. Dann irgenwann, wenn Ralph Moeller in den Credits erscheint wissen wir, auch die letzte Nebenrolle wurde genannt und wir können uns langsam der eigentlichen Story zuwenden. Nach so einer langen Vorgeschichte erwartete ich an dieser Stelle natürlich einen Film mit den epischen Ausmaßen eines weiteren Der Herr der Ringe Teiles. Dummerweise bleiben aber nach den überdimensionierten Vorspannes aber nur noch knapp über eine Stunde Spielzeit übrig um den Rest zu erzählen. Oder besser gesagt: Um sich der eigentlichen Story zuzuwenden. Das dies natürlich nicht gut geht, kann man sich denken.
In einer ausführlichen Rezension würde an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Story oder sowas in der Art folgen. Obwohl ich ausführlich bleiben will, verzichte ich einmal. In einem Satz zusammengefasst:
Aedan - gespielt von Kevin Sorbo - will zusammen mit seiner Schwester ein Königreich von einer bösen Vampir-Königen befreien.
Was mich bei den Film neben diversen anderen Dingen am meisten stört sind die diversen Zeitsprünge. Obwohl ich nur zwei Weizen getrunken hatte hab ich nicht wirklich den Überblick behalten. 2 Jahre früher, 2 Jahre später, 1 Monat danach usw. - wie schon in Nemesis liebt Pyun offenbar die Zeitsprünge um ein Pseudo-Episches Gefühl zu erzeugen. Beim Zuschauer ist das jedoch nur verwirrend - und vor allem überflüssig. Der Film ist optisch gesehen nicht epischer als ein Pornofilm - er hat billige Kullisen und Kostüme, die beim Set von Game of Thrones aus dem Müll geklaut sein könnten. Jeglicher Beschreibung spotten übrigens die CGI Effekte. Eine Beleidigung für die Softwarefirmen, was die Specialeffects Crew hier aus Maya, 3D Studio Max und Co rausgeholt hat. Trauriger Höhepunkt ist ein Schiff in einem Sturm in der mitte des Filmes, was wirkt wie die Rendersequenz wie aus einem Computerspiel. Ein Computerspiel von 1995 wohlbemerkt. Wer Lust auf Trash hat kann hier gerne 3 Euro investieren - es lohnt sich - wenn man schlechtes erwartet. filmdetails
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