Samstag, 31. Dezember 2016

Guten Rutsch!

Allen Lesern einen Guten Rutsch in ein frohes und gesundes 2017! Auch wenn es vermutlich niemand gemerkt hat: Leider wurde es dieses Jahr mit der Weihnachtsverlosung nichts - was aber versucht werden sollte im Januar nachzuholen. Freuen wir uns also alle erstmal auf ein interessantes Filmjahr 2017 mit vielen schönen Filmbörsen, Events und interessanten Filmen natürlich.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Filmkritik: Lavalantula - Angriff der Feuerspinnen (2015)

(c) Tiberiusfilm
Wahrscheinlich würden einem die meisten Filmfans rechtgeben, wenn man behauptet, dass fast jedem nur als der Mahoney von der Police Academy bekannt sein dürfte. Umso überraschender war ich, dass der Mann in seiner Filmography mehr gemacht hat als die Police Academy Filme. Wesentlich mehr sogar. Wenn auch - wie zur erwarten - fast nur im B und C Movie Bereich. Was mich jedoch dann am meisten gewundert hat ist die Tatsache, dass Guttenberg in Lavalantula nicht einmal aussieht wie der alte Steve Guttenberg aus der Police Academy - sondern irgendwie komplett anders. Auch wenn das nicht wirklich was mit dem Film zu tun hat - wollte ich das erwähnen, weil es vor dem Hintergrund irgendwie störend wirkt. Schuld ist hierbei das Intro, was Guttenberg ankündigt - wäre das nicht passiert, hätte ich den Film vermutlich viel neutraler gesehen. Wie auch immer: Lavalantula ist also ein trashiger Monsterfilm mit einem Steve Guttenberg der irgendwie gar nicht mehr wie Steve Guttenberg aussieht. So gesehen kann der Film einen überhaupt nicht mehr enttäuschen. Oder vielleicht doch?
Colton West ist ein abgehalfterter Schauspieler wie er im Buche steht. Seine Glanzzeiten in den 80iger Jahren als Actionikone sind längst verblaßt - und von sich zu Reden macht er inzwischen mehr durch Skandale abseits der Leinwand als durch neue Filme. Eines Tages überwirft er sich mit einem Regisseur derart, dass er direkt am Set rausgeschmissen wird. Auf seinem weg heim - zu seiner enttäuschten Frau Olivia - passiert jedoch das unfassbare: Ein Vulkan bricht unmittelbar von Hollywood weit entfernt aus und spuckt - abgesehen von der obligatorischen Lava - einige Urzeittiere aus. Genauer gesagt Spinnen - die in der Tiefe des Vulkans über die Zeit eines mit der Lava wurden. Sogenannte Lavalantulas. Nicht nur, dass die Tiere Glühen und einen extrem schnellen Zahn drauf haben - sie spucken auch Feuer! Colton West und seine Frau machen sich nun auf die Suche ihres einzigen Sohnes, der in dem Durcheinander abhanden gekommen ist, und retten letztendlich durch einen heldenhaften Plan sogar komplett Los Angeles.
Einen Film wie Lavalantula ernsthaft zu bewerten fällt schwer. Vor allem, wenn der Film sich - im Gegensatz zu einigen anderen Monsterfilmen - selbst keinen Meter ernst nimmt. Angefangen von der abstrusen Story bis hin zu Steve Guttenberg, der hier eine Karikatur eines gescheiterten Hollywoodstars (also seiner selbst) spielt. Story, Effekte, Animationen, Darsteller - alles ist wie erwartet unterste Schublade. Trotzdem ist der Film meistens aufgrund der oben beschriebenen Selbstironie nicht unfreiwillig komisch, sondern schafft dies aus eigenen - gewollten - Antrieb heraus. Herausgekommen ist ein durchaus sehenswerter Monsterfilm im Stil von Sharknado - wobei Lavalantula die selbsironische Darstellung oftmals stilvoller beherrscht als das große Vorbild - zumindest mehr als den Fortsetzungen von Sharknado, die inzwischen oft fast zu bemüht wirken um trashig zu sein. Für Monsterfilmfans ist Lavalantula damit ein absolutes Muss. filmdetails

Dienstag, 20. Dezember 2016

Filmkritik: Sharkman (2005)

(c) Nu Image
Auf einer einsamen Insel irgendwo im Ozean führt ein Zwielichter Wissenschafter namens "Doktor King" (Jeffrey Combs) geheime Genexperimente durch. Hauptziel seiner Tätigkeiten ist es, ein Heilmittel gegen Krebs zu finden. Kaum haben jedoch der mysteriöse Doktor und sein treuer Assistent den vermeintlichen Durchbruch in der Krebsbekämpfung geschafft wird ein Pharmaunternehmen auf die Experimente der Beiden aufmerksam. Angetrieben durch die Hoffnung auf eine erfolgreiche kommerzielle Vermarktung des Heilmittels begeben sich einige Vertreter des Pharmakonzerns auf die abgeschiedene Insel um Doktor Kings Forschungsergebnisse zu begutachten. Die vermeintlich harmlose Geschäftsreise soll sich aber nach kurzer Zeit zu einem einzigen Horrortrip entwickeln. Bedroht und gejagt von verschiedenen genmutierten Forschungsergebnissen Doktor Kings (z.B. Killerpflanzen) haben die Reisenden nur noch ein Ziel: Entkommen von der Insel. Doch die Rechnung ist ohne den "Sharkman" gemacht - einer gefährlichen Kreuzung zwischen Doktor Kings einzigem Sohn und einem Hai, der die gnadenlose Verfolgung der Geschäftsleute aufnimmt um sie nach und nach zu dezimieren.
Sharkman: Schwimm um dein Leben.
Wie der - europäische Titel - schon erahnen lässt, geht es in diesem Film primär um den "Sharkman". Dieser ist - wie am Name erkennbar - eine Kreuzung zwischen einem Hai und einem Mensch. Unrealistisch? Nicht unbedingt, wenn man sich die pseudowissenschaftlichen und äußerst verwirrenden Mono- und Dialoge von Jeffrey Combs alias Dr. King anhört. Gerade durch seine überzeugende Darstellung bekommt man tatsächlich gegen Mitte des Filmes das Gefühl, dass dieser Schwachsinn biologisch irgendwie möglich wäre. Was anscheinend jedoch bei dem Film nicht möglich war, ist z.B. eine vernünftige Hintergrundstory zu entwickeln. Genauso vergeblich sucht man – abgesehen von Combs - gute Schauspieler oder annehmbare Spezialeffekte.
Jeffrey Comb spielt den egozentrischen und irren Wissenschaflter "Doktor King" mit einer Hingabe, die man in B- und C-Movies nur selten findet. Teilweise selbstironisch - teilweise böse-verrückt - aber immer so, dass es nicht langweilig wird und es (zumindest für B-Filmfans) eine Freude ist ihm dabei zuzusehen wie er über Genexperimente jenseits jeder Ethik sinniert. Anscheinend wurde Jeffrey Combs auch nicht durch Zufall für die Rolle des irren Wissenschaftlers ausgewählt, hat er doch bereits rudimentäre Erfahrungen im (pseudo)medizischen Bereich bei den Re-Animator Filmen gesammelt. Nur dass er dort als durchgedrehter Medizinstudent – und später Arzt - zu sehen war, der Tote mittels "Nanosplasmas" wieder zum leben erwecken wollte.
In weiteren Hauptrollen sind die - bis jetzt - mehr oder eher weniger erfolgreichen SchauspielerInnen William Forsythe und Hunter Tylo zu sehen. Ersterer wirkt in dem Film wie ein fettleibiges mexikanisches Double von Michael Madsen während zweitere ihren filmischen Karriehöhepunkt bereits in einer Folge von "Diagnose Mord" Mitte der 90iger Jahre (Folge: Physician, Murder Thysealf (1997)) offenbar bereits überschritten hatte.
Gedreht wurde der Film 2005 in Bulgarien. Eigentlich nichts ungewöhnliches, da in den letzten Jahren immer mehr Filme angesichts der Kostenfrage in Osteuropa gedreht wurden. (Sogar kommerziell erfolgreiche Kinofilme oder Blockbuster wie "Triple X", "Underworld Evolution" oder "Bad Company" machen da keine Ausnahmen). Das Problem besteht allerdings vielmehr darin, dass "Sharkman" auf einer tropischen Insel spielen soll und nicht irgendwo im kalten Osteuropa. Dies wird nochmals umso deutlicher, wenn am Anfang der Zuschauer Palmen und vermeintliche Dschungelpflanzen präsentiert bekommt, und die Darsteller in T-Shirts und Shorts auf die Insel kommen sieht.
Im Verlauf der (nicht wirklich vorhandenen) Handlung wird die Insel allerdings immer "kahler". Wo Anfangs noch Palmen gen Himmel ragten wuchern gegen Ende des Filmes nur ordinäre Laubbäume und europäisches Gebüsch - und aus dem wunderschönen blauen Pazifik wird am Schluss nur noch eine Art grüner trüber See. Wie das passieren konnte ist wohl ein genau so großes Geheimnise, wie das, warum Doktor King sich dazu Entschloss, seinen Sohn zu einem Hai mutieren zu lassen, anstatt ihn einer herkömmlichen Behandlung gegen seine Krankheit zu unterziehen.
Insgesamt gesehen gibt der Film fast alles, was ein Trashfan erwartet: Eine harrsträubende Story, mittelmässig bis schlechte Schauspieler, mäßige Spezialeffekte und ein wenig Splatter. Letzteres ist wohl auch der Grund, warum der Film die Einstufung "Keine Jugendfreigabe" erhalten hat, isst doch der Sharkman bis weilen gerne in Detailaufnahmen den einen oder anderen Darsteller auf. Abgerundet wird das Ganze mit einem wunderbaren Feuerwerk an realen sowie einigen CGI-Explosionen am Schluss des Filmes, welche sich teilweise wirklich sehen lassen können und sich nicht einmal vor einem Dolph Lundgren-Film verstecken müssen. Lediglich die wichtigste Explosion des Filmes, die Zerstörung des Hauptquartiers von Doktor King, hätte seltsamerweise wohl ein ambitionierter Hobbygrafiker mit 3D Studio fast besser hingekriegt. Vielleiht war an dieser Stelle auch einfach nur das Budget erschöpft. Trotzalledem - uneingeschränkte Filmempfehlung an alle Trashfans. filmdetails

Sonntag, 4. Dezember 2016

Filmkritik: Einer gegen das Imperium (1983)

(c)  Diamant Film
Einer gegen das Imperium - bzw. Il mondo di Yor im italienischen Original - reitet auf einer Welle erfolgreicher Filme dieser Zeit mit. Und mit einer Welle ist wirklich eine Welle gemeint. Dieser Film hat mehr Genres als Hauptdarsteller. Egal ob man Barbaren, Dinosaurier oder Krieg der Sterne mag - hier wird man bedient während sich der Film kackdreist durch alle Genres klaut. Hierzu sollte jedoch fairerweise erwähnt werden, dass es sich ursprünglich um eine italienische TV-Miniserie handelte - die insgesamt etwa 200 Minuten lang ging. Also vier Teile á 50 Minuten. Eine Erklärung ist dies vielleicht für die zahllosen Genres - eine Entschuldigung für das filmische Verbrechen jedoch nicht. Dieses ist eine komplette Katastrophe. Für Trash-Fans jedoch ein Fest. Doch worum geht es bei diesem epischen Machwerk überhaupt?
Mal ein Überblick der Story: Was für eine Eingangsszene! Ein muskelbepackter blonder Typ - Mischung aus He-Man und Conan der Barbar (okay, mit weniger Muskeln) - rennt Minuten lang irgendwo durch eine Gebirgslandschaft im italienischen Outback. Das Ohr des Zuschauers wird dabei von einem klassichen 80iger Jahre Synthesizer-Soundtrack umschmeichelt. Hier wird direkt klar wo man ist und wohin der Film führen wird. Was wir jetzt sehen ist übrigens eigentlich die Eingangssequenz für die Miniserie und hat mit dem folgenden Film nicht wirklich viel zu tun.
Der Film beginnt dann irgendwo im Wald: Zwei schöne Frauen biedern sich an mit Yor - so heisst unser Hauptbarba... äh Hauptdarsteller - zusammen zu sein. Das Problem löst sich jedoch schon nach kurzer Zeit von selbst, als Affenmenschen eine der beiden Frauen umbringen. Diese teilt den anderen der Gruppe kurz vor dem Tod mit, wo Ihre Rasse beheimatet ist. Warum dies relevant ist - warum überhaupt die anderen dort hin sollen - und seit wann eine blonde Frau eine eigene Rasse darstellt sei dahingestellt. Der einfältige Yor macht sich jedoch auf den Weg dieser wagen Beschreibung. Unterwegs trifft er auf diverse Gefahren - wie z. B. einen Dinosaurier. Dieser terrorisiert eine Gruppe von Kindern, die Yor wagemutig verteidigt und zu ihren Stamm zurück bringt.
Wenn man an dieser Stelle denkt, der Film ist aus Storysicht etwas wirr sollte am besten direkt aussteigen: Der Film übertrifft sich kurz darauf selbst, als plötzlich Außerirdische das Dorf überfallen und Yor entführen. Wieso? Weshalb? Egal. Nur eines ist sicher: Yor muss sich nun im Weltraum gegen ein Imperium stellen das aus einem Haufen Cyborgs besteht die wie Darth Vader Klone aussehen.
Als Rezensionsexemplar hat mir ein Bootleg vorgelegen. Wie erwähnt handelte es sich um eine 200 Minuten lange Miniserie aus dem italienischen TV, welche erst später für den Kino bzw. VHS als Film vermarktete wurde und in der Form hierzulande nicht verfügbar ist. Meine Fassung umfasst 101 Minuten. Sie beinhaltet laut Beschreibung die komplette Deutsche Veröffentlichung von 84 Entertainment (welche witzigerweise 85 Minuten lang ist) und einige Szenen auf italienisch. Die Deutsche Fassung ist übrigens ungekürzt. Dies ist natürlich Ansichts- beziehungsweise Auslegungssache. Im Vergleich zur Miniserie fehlen einige Szenen (die mit Sicherheit der Zensur zum Opfer gefallen wären) - im direkten Vergleich mit der offiziellen Filmfassung die bei imdb gelistet ist, ist die Version jedoch uncut. Da das Mediabook ist meines Wissens auf 500 Stück limitiert und trotz der Limitierung aktuell bei Amazon verfügbar. Alternativ gibt es auch noch eine normale DVD Fassung von EMS. Wer auf Trash steht kann also zugreifen. Sehenswert ist Einer gegen das Imperium auf jedenfall. Vor allem aus filmhistorischer Sicht - und aus der Sicht eines Trashfans. Alles andere - was einen guten Film ausmacht - wird hier dem Zuschauer jedoch nicht geboten: Gute Story. Gute Effekte. Gutes Drehbuch. Alles fehlt. Aber Okay - der Soundtrack... dieser ist wirklich nicht so schlecht und vielleicht der einzige Grund (außer, dass man sich über den Film lustig macht) ihn dann doch anzusehen. filmdetails

Freitag, 2. Dezember 2016

Schlefaz - Adventspezial

Heute Abend 22:00 Uhr startet eine art Zwischenstaffel von Schlefaz: Vier Folgen bis Weihnachten. Start mach Sharknardo 4. Es folgen in den nächsten Wochen noch:

09.12. - SchleFaZ: Wenn die tollen Tanten kommen
16.12. - SchleFaZ: Jack Frost - Der eiskalte Killer
23.12. - SchleFaZ: Santa Claus.

Wer also vom Weihnachtsmarkt genug hat, danach Tele 5 einschalten :-)

Sonntag, 27. November 2016

Playstation VR: Was taugt sie für Filme?

Moment - ein Hardwaretest auf einem Blog der sich vorzugsweise mit Filmen beschäftigt? Passt das? In diesem Fall ja - weil man auf der Playstation VR Filme sehen kann. Und das war für mich eigentlich mit ein Hauptgrund, sie zu kaufen - auch wenn die Spiele ebenfalls sehr cool sind. Natürlich war ich zunächst etwas skeptisch - konnte aber nicht wiederstehen und hab sie - nachdem sie wieder lieferbar war - direkt bestellt.

Playstation VR und Filme

(c) Sony
Grundsätzlich kann man sagen, dass es gut funktioniert. Gestern habe ich Stephen Kings Katzenauge über Amazon Prime auf der Playstation VR gesehen und war Anfangs richtig begeistert. Man hat zunächst wirklich das Gefühl in einem großen Kinosaal vor einer Leinwand zu sitzen. Kritikpunkte gibt es jedoch auch - dazu später mehr.
Zunächst mal einen Überblick, wie das ganze funktioniert: Die Brille selbst stellt mit ihren Display zwei riesige  Leinwände dar - die dann durch die Linsen vor den Augen wieder zu einem großen Bild verschmelzen. Die Playstation hat hier die Möglichkeit verschiedene Größen darzustellen - umgerechnet auf einen TV wären das klein (117 Zoll), mittel (163 Zoll) und groß (226 Zoll). Jedoch kommt einem das ganze weniger wie ein TV vor, sondern eher, als ob man alleine in einem leeren Kinosaal sitzt. Drumherum ist alles schwarz - vorne sieht man eine große Leinwand, auf welcher der Film abgespielt wird. Hier ist es übrigens egal ob es eine eingelegte DVD oder BluRay ist - oder es sich um ein gestreamtes Video von YouTube, Amazon oder Netflix handelt.
Die Position der Leinwand kann im nächsten Schritt problemlos angepasst werden. So wird auf diese Art simuliert, in welcher Reihe man im Kino sitzt: Sprich, ob man eher gerade aus auf die Leinwand sehen will (gleiche Höhe), ob man weiter hinten sitzen will - also höher als die Leinwand - oder ob man einen der unbeliebten Plätze in den Reihen 1 bis 5 haben will und ständig nach oben schauen will. Die Playstation VR löst das auf diese Weise, dass beim Aufziehen der Brille diese das registriert und die Position des Kopfes (per Playstation Kamera Tracking ortet). Danach hat man ungefähr 5 Sekunden Zeit in der man auf die zukünftige gewünschte Position der virtuellen Leinwand schaut. Ab dem Moment bleibt die Position der Leinwand dann statisch bestehen. Wenn man den Kopf mit der Brille bewegt, bleibt die Leinwand übrigens an der selben Stelle (also wie im echten Kino). Dadurch ensteht beim Filmeschauen auch kein Motion-Sickness Effekt. Schön wäre übrigens, wenn es irgendwann eine App gibt, die auch den Kinosaal in VR simuliert. So, dass man neben der Leinwand z. B. einen Vorhang sieht, im dunkeln die Sitzreihen vor sich sieht usw. Bleibt abzuwarten, ob hier Sony was in Arbeit hat.

Technik

Wie oben beschrieben gibt es drei verschiedene Größen, die zum Darstellen der Virtuellen Leinwand benutzt werden können. Während die Größe der Leinwand super ist und das Kinogefühl dadurch wirklich gut rüberkommt bleibt ein großes Manko: Dies ist die Auflösung. Inzwischen ist man in der Regal ja 1080p am Full HD TV gewöhnt. Die Brille macht hier große Abstriche. Die Auflösung beträgt bei der VR 1920×1080 (960×1080 pro Auge). Details zur Technik sind im Internet genug dokumentiert, weshalb ich nicht weiter auf die Hintergründe eingehen will sondern das ganze mehr aus Benutzersicht bewerten will. Während die Auflösung bei älteren Filmen nicht störend wirkt - besonders wenn es sich um Kopien von VHS Tapes oder ähnliches als AVI handeln sollte - kommen BluRays weitaus schlechter als auf dem TV rüber. Hier muss man entscheiden -  Kinogefühl auf riesiger Leinwand - oder doch Bildqualität aber auf einem normalen TV. Bei mir wird das vermutlich von der Tageslaune abhängen. Abgesehen von der Auflösen fiel mir auch das Ansehen des Filmes schwieriger. Das Auge arbeitet hier wesentlich konzentrierter als am TV - dies merkt man besonders, wenn man die Brille dann nach einiger Zeit abnimmt und wieder in der "realen" Welt ist. Pausen sind also wirklich von Zeit zu Zeit nötig.


Handling der Brille

Die Brille - bzw. sagen wir besser der Helm - wiegt um die 600 Gramm. Viel Gewicht denkt man zunächst. Erstaunlich wenig aber, wenn man sie dann einmal auf dem Kopf hat. Dank der stabilen Konstruktion zum festziehen sitzt die Brille auch bei schnellen Bewegungen fest. Und wenn man die Brille zum Filme schauen benutzt fallen die schnellen Bewegungen ohnehin weg. Nachteil ist: Wenn man einen wirklich langen Film schaut, kann die Brille doch störend empfunden werden. Mir wurde nach einiger Zeit relativ warm, so das ich während dem 90 Minuten Film die Brille doch zweimal kurz abziehen musste.

Die Zukunft des Filmeguckens?

Bei aller Kritik muss man immer im Auge behalten, dass es sich bei der Playstation VR um die erste Generation einer massentauglichen VR Brille handelt. Und dafür klappt das ganze schon erstaunlich gut. Es bleibt abzuwarten, was in den nächsten Jahren noch kommt. Wenn an den Punkten wie höhere Auflösung gearbeitet wird, steht auch einem regelmässigen Einsatz für lange Filmeabende nichts im Weg. Im Moment jedoch ist es eher wie ein heimisches TV Event. So wie bei einem 3D Film am TV: Man macht es ab und zu - es hat was besonderes - aber man wird sich nicht jeden Film auf diese Art ansehen.

Fazit

Ob das ganze nun knapp 500 Euro (Playstation VR + PS Kamera) wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Alleine zum Filme schauen ist es aktuell ein noch zu teurer Preis. Jedoch liegt der Hauptnutzen ja immer noch beim Spielen. Hier habe ich die Demodisc einmal angespielt und war überrascht, wiegut das funktioniert. Inbesondere Tumble VR, Eve: Valkyrie und Battlezone haben das Mittendrin-Gefühl extrem gut umgesetzt. Die Brille ist aktuell übrigens wieder einmal ausverkauft. Unsichere Käufer sollten aber besser sowieso bis nächsten Jahr warten, wenn es die erste Preissenkung ansteht. Dazu sei abzuwarten, was Sony noch anhand mit Softwareupdates aus der Brille rausholen wird. Auch wenn sich natürlich in Punkto Auflösungen selbstverständlich nichts ändern wird, wird aktuell vermutlich noch nicht alles aus der Brille rausgeholt was theoretisch möglich ist.

Samstag, 19. November 2016

Filmkritik: Nackt unter Affen (1968)

(c) Three-Stars
Fast schon obligatorisch gibt es für einen italienischen Film aus den 60iger Jahren mindestens fünf verschiedene Titel. So auch hier: Aus dem Original-Titel Eva, la Venere selvaggia - im englischen Eva die wilde Frau - wurde kurzerhand der US-Titel King of Kong Island gemacht, auch wenn der Film rein überhaupt nichts mit King Kong zu tun hat. Der deutsche Verleih wollte - oder konnte - sich jedoch mit diesen lahmen Titel nicht anfreunden und mußte ihn offenbar nochmals toppen: Nackt unter Affen war das endgültige unglaublich kreative Ergebnis.
Die Story ist ziemlich wirr und wurde mir erst beim Nachlesen bei Wikipedia richtig klar. Ein verrückter Professor implantiert einem Affen einen Mikrochip ins Gehirn. Dieser wird dadurch hochgradig intelligent und entführt im Auftrag des Oberschurken eine Frau. Ein paar Söldner - machen sich mehr oder weniger auf die Suche nach ihr und treffen dabei auf Eva. Hier bekommt dann übrigens auch der deutsche Filmtitel einen tieferen Sinn: Eva läuft nämlich oben ohne rum. Abgesehen von gut Aussehen kann Eva aber auch die Sprache der Affen beherrschen und hilft bei der Suche nach der entführten Frau.
Abgesehen davon, dass weder Darsteller noch das sinnfreie Drehbuch, Effekte oder Kamera überzeugen können tun die Kostüme das Restliche: Ein paar Typen in Affenkostümen erzeugen leider keinen Grusel. Und auch 1968 wird das nicht anders gewesen sein. Ein weiteres großes Manko sind die Tiereffekte - oder wie man das nennen soll. Eigentlich gibt es in diesem Film - der im Dschungel spielen soll - überhaupt keine Tiere. Alles was an Klein- und Großtier so rumläuft wurde mehr als dilletantisch aus irgendwelchen Dokus reingeschnitten. Weder Beleuchtung, Umgebung noch Tageszeit stimmen hier oftmals über ein. Zum Gesamtbild passt dies jedoch irgendwie. Wer auf klassichen Trash steht kann hier unbeschwert einen Blick riskieren, da der Film trotz alles Mankos seinen Charme hat. filmdetails

Donnerstag, 10. November 2016

Filmkritik: Captain USA - Iron Soldier (2010)

(c) Delta Music & Entert. GmbH & Co. KG
Auch wenn man es erwarten könnte - Captain USA - Iron Soldier ist keine Asylum Produktion. Trotzdem ist der Film - wie beim Titel erwartet - alles andere als gut. Dies beginnt schon mit der ersten Szene im Wald, die sich als eine Art Testprogramm für eine neue Militärwaffe herausstellt. Diese neuartige Geheimwaffe ist ein Roboter der ungefähr so agil ist wie eine Marionettenfigur aus der Augsburger Puppenkiste. Tricktechnisch erinnert diese Blamage an irgendwelche 80 Jahre Powerranger Videos. Trotzdem ist das ganze sehr ernstgemeint und kommt komplett ohne Selbstironie rüber (was sich von einigen Asylum Produktionen unterscheidet).
Die Story ist entsprechend der kurzen Spielzeit ebenfalls spärlich: Ein paar Terroristen wollen zusammen mit ihren bösartigen Anführer Amerikas neuste Superwaffe zu entführen. Dies ist der oben erwähnte Roboter Iron Soldier. Ein Kampf auf Leben und Tod zwischen dem Iron Soldier, den Terroristen und den Forschern entbrennt.
Eigentlich bin ich kein Fans von Kurzreviews - in diesem Fall fällt es jedoch schwer irgendwas sinnvolles über diesen Film zu schreiben. Die Story ist kurz und der Rest (Effekte, Darsteller, Kamera, Musik usw.) ist Schrott. Das die Credits gleich zu Beginn minutenlang runtergenudelt werden ist ein schlechtes Zeichen: Bei einer Gesamtspielzeit von 75 Minuten fast dreist fast 5 Minuten für die Credits aufzuwenden. Andererseits ist es bei Captain USA - Iron Soldier gut verkraftbar, dass der Film keine 90 Minuten oder gar 2 Stunden geht. Schon die gezeigten 75 Minuten sind hart an der Grenze des verkraftbaren in Punkto Langweile. filmdetails

Freitag, 4. November 2016

Halloween Filmabend: 3 kurze Reviews

Wie jedes Jahr wurdem am 31.10 ein paar auserwählte Horrorfilme begutachtet. Ebenfalls dabei war natürlich wieder channard, der sich bis zuletzt nicht entscheiden konnte ob er lieber als Gruselclown ein paar Omas erschrecken sollte, oder gepflegt Horrorfilme ansieht. Nach kurzer Überredung hat er natürlich zweiteres gemacht. Und um als Gruselclown ein paar Leute zu erschrecken muss nämlich - wie wir seit neusten wissen - nicht einmal Halloween sein. Nun denn - auf dem Programm standen drei Filme: Zwei ältere und ein halbwegs aktueller:
  • Sleepaway Camp 3
  • Return of the Living Dead 2
  • Texas Chainsaw Massacre 2D

Sleepaway Camp 3 (1989)

Den Opener machte Sleepaway Camp 3. Vor Jahren hatte ich den Film einmal gesehen - aber mich kaum noch dran erinnert. Selbst die legendäre Szene am Fahnenmast - ein wenig erinnert sie an Michel aus Lönneberga - war mir komplett entfallen. Schlecht ist der Film jedoch nicht.
Ganz in der Tradition kommt Oberpfadfinderin Angela in das Lager der Happy Campers. Diesmal jedoch Undercover als Gast. Getarnt als eine Schwererziehbare 17 Jährige wird sich gleich zu Beginn mehrmals drauf angesprochen, dass sie doch viel älter aussehen würde. Diese Bemerkung und ein paar andere Fehltritte ihrer Pfadfinder-Kameraden reichen aus Angela erneut austicken zu lassen. Ganz in der Tradition wird das ganze Camp dezimiert.
Uns lag leider nur ein Bootleg in angehmer VHS Qualität vor. Leider gibt es nämlich bis jetzt im deutschsprachigen Raum keine offizielle Box der Filme. Eigentlich unverständlich, da Angela als psychopathische Mörderin einem Michael Myers in Sachen Gestörtheit kaum nachsteht.
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Return of the Living Dead 2 (1988)


Return of the Living Dead 2 - auch bekannt unter dem unsäglichen deutschen Titel Toll treiben es die wilden Zombies - war dann die Nummer 2 auf der Liste und eindeutig der witzigste Film des Abends. Während Return of the Living Dead sich in Ansätzen noch als halbwegs ernsten Horrorfilm mit Komödienanteilen verstand ist der zweite Teil Komödie pur. So eine Art Muppetshow für Erwachsene.
Die Story ist ähnlich wie in den meisten Teilen der Reihe: Ein Fass Trioxin - eine vom Militär als Geheimwaffe eingestufte Giftwaffe - geht verloren und kommt mit Menschen - bzw. mit Toten Menschen in Kontakt. Dadurch wird unfreiwillig eine riesige Zombiearmee erschaffen, die einen gemütlichen Vorort überrennt.
Wie geschrieben - ernstnehmen kann man den Film nicht - und im Vergleich zum relativ harten dritten Teil erscheint dieser wie ein Kinderfilm mit etwas Blut.
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Texas Chainsaw Massacre 2D (2013)

(c) Constantin Film
Nun zum letzen Film des Abends: Texas Chainsaw Massacre 2D. Grund für den etwas seltsamen Titel ist, dass der Film ursprünglich als 3D Film für das Kino rauskam. Nämlich als Texas Chainsaw Massacre 3D. Da der Film dann aber auf Bluray normal erschien - nicht als 3D Bluray - musste er umbenannt werden. Da es aber wie wir alle wissen schon einen Texas Chainsaw Massacre gibt wurde kurzerhand das 3D einfach in 2D ausgetauscht. Soweit die Erklärung.
Der Film spielt zunächst unmittelbar nach dem Ende des ersten Teils in den 70iger Jahren. Wir erfahren, dass nachdem die Polizei und ein wildgewordener texanischer Lynchmob das Gedäude stürmen will Leatherface und seine Cousine - Heather - entkommen. Heather ist jedoch gerade ein neugeborenes Baby und wird von einem der Leute aus dem Lynchmob vor dem Flammentot gerettet und adoptiert. Einige Jahre später ist Heather eine junge Erwachsene und bekommt Post von einem Anwalt. Als einzige Blutsverwandte erbt sie das vermeintlich leerstehende Anwesen.
Mit Texas Chainsaw Massacre 2D ist es tatsächlich gelungen eine weitere würdevolle Fortsetzung zu drehen. Auch wenn der Film alles andere als anspruchsvoll ist fängt er erneut sehr gut die Atmosphäre der TCM Reihe ein. Für Leute die ihn noch nicht kennen ein absoluter Filmtipp.
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Montag, 31. Oktober 2016

Filmkritik: Halloween Night (1988)

(c) Great Movies
Zur Einstimmung auf Halloween sollte sich am Vorabend ein Film namens Halloween Night doch eigentlich perfekt anbieten. Der deutsche Titel Satans Wiedergeburt hört sich zwar ziemlich austauschbar an und hat dazu auch irgendwie rein gar nichts mit dem Original Titel zu tun - denkt man zunächst. Geprüft wird der Streifen trotzdem und zugegebenermaßen ist der deutsche Titel dann doch gar nicht sooo falsch. Aufgrund des schrägen Covers bekommt der Film sowieso eine Chance.
Der kleine Tommy ist ein ganz normaler Junge der mit zwei ebenso normalen Geschwistern aufwächst. Das einzige Problem ist, dass sein Großvater ein überzeugter Satanist ist und ihn ständig bedrängt zum schwarzen Glauben überzuwechseln. Tommys Eltern finden das jedoch alles andere als gut: Als sein Vater Opa zur Rede stellen will wird dieser von Opa eiskalt aus dem Leben befördert. Dies geschieht natürlich alles einen Tag vor Halloween, da das - wie wir alle Wissen - so eine Art Weihnachten für Satanisten ist.
Einige Jahre später: Halloween steht wieder vor der Tür. Tommy ist inzwischen erwachsen und vereint all das, was man als kompletten Versager bezeichnen würde. Nicht Arbeiten, Metal-Musik und Frauen sind seine Interessen. Der Einzige, der noch einen
Satanisten: Erkennbar am wirren Blick und der roten Kutte
Glauben an Tommy hat ist weiterhin sein Satanisten-Opa, der immer noch darauf schwört, dass Tommy etwas ganz großes ist. Bis auf einen kleinen satanistischen Altar im Kinderzimmer und den Traum in einem Metal-Video die Hauptrolle zu spielen hat Tommy dann allerding noch nicht soviel geleistet. Dies soll sich jedoch an diesem Halloween ändern...
Halloween, ein paar gute Gore Effekte, nackte Frauen-Brüste und ein paar Typen in Kutten die Satanisten darstellen sollen. Eigentlich keine schlechte Grundlage für einen B-Horrorfilm. Trotzdem ist hier nicht allzuviel gut gelaufen. Die Story ist zwar schön geradlinig - wie man es erwarten sollte bei einem Horrorfilme aus dem Segment - trotzdem kommt er beim Zuschauer nie richtig rüber. Richtig schlecht ist Halloween Night jedoch nicht: Die oben genannten Features bewahren ihn immerhin vor einem Totalabsturz. Das größte Problem - was den Film nämlich oftmals ins lächerliche abdriften lässt - ist das Spiel mit den Klischees. Rockfans sind Satanisten, Frauen die Rock hören gehen mit jeden ins Bett und Satanisten lassen sich grundsätzlich ein Pentagramm auf den Arsch tätowieren und tragen rote Kutten. Leider kommt beim Zuschauer nämlich genau das nie rüber, was der Film sein will: Gruselig. Auch ist nicht klar, ob das Spiel mit den Klischees sarkastisch oder ernst gemeint ist. Zusammengefasst kann man durchaus behaupten, dass es noch schlechtere Filme gibt. Richtig gut wirkt Halloween Night dadurch jedoch auch nicht. Irgendwo im Mittelfeld des B-Horrorfilms dümpelnd kann man den Film sich zu Halloween durchaus einmal ansehen. Oder aber auch nicht. Verpasst man nicht viel. filmdetails

Mittwoch, 19. Oktober 2016

John Carpenter live auf dem Weekend of Hell!

Bild Quelle: http://www.methodsunsound.com
Den meisten Filmfans dürfte John Carpenter vor allem als Schöpfer von Klassikern wie Halloween oder Flucht aus L.A. bekannt sein. Nicht ganz so bekannt ist, dass der Meister des Horrors für sehr viele seiner Filme selbst die Musik komponiert hat. Und genau diese Musik gibt es aktuell auf seiner Tour zu live zu hören. Einziger Tour-Stopp in Deutschland ist am 5. November in Oberhausen, wo man einmalig die Möglichkeit hat, Carpenter live zu erleben. Das Konzert findet übrigens im Rahmen des Weekend of Hell Festivals statt, wo abgesehen von John Carpenter auch andere Ikonen des Horrorfilms unterwegs sein werden wie zum Beispiel Bill Moseley oder Jeffrey Combs.

Noch etwas in eigener Sache:  In letzer Zeit gab es aufgrund privater Dinge ein paar weniger Rezensionen. Der Blog stirbt nicht aus - es war einfach nur nicht genug Zeit vorhanden brutale, schlechte oder brutalschlechte Filme zu sehen und darüber zu schreiben! Die Frequenz der Rezensionen sollte sich aber schon bald wieder ändern und irgendwo im Ein- bis Zwei-Wochen Rhytmus einpendeln. Spätestens zu Halloween werden dann wieder ein paar Horrorfilme genauer betrachtet worden sein.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Filmkritik: Don’t Torture a Duckling (1972)

(c) ELEA-Media
Die meisten Filmfans werden mit dem Namen Lucio Fulci als erstes drittklassige italienische Exploitationfilme in Verbindung bringen - was im Grunde auch gar nicht so falsch ist, wenn man sich seine Filmographie so ansieht. Auch hier im Blog wurden schon einige Filme besprochen - meistens waren dies jedoch keine Meisterwerke. Trotzdem hat Fulci einige gute Filme gemacht: Dazu gehören zum Beispiel Das Haus an der Friedhofsmauer oder Woodoo - Schreckensinsel der Zombies (wo der Film auf jedenfall besser ist als der dazugehörige deutsche Titel). Neben der handvoll guten Filmen hat Fulci aber auch ein oder zwei sehr gute Filme gemacht. Und genau um einen dieser geht es heute: Don’t Torture a Duckling oder auch Quäle nie ein Kind zum Scherz - wie der deutsche Titel lautet - ist ein kleines Meisterwerk im Giallo-Genre. Dies liegt mit Sicherheit auch an der Thematik des Filmes, die etwas ernster ist als bei anderen Fulci-Filmen üblich:
Ein kleines Dorf in Süditalien. Die Einwohner sind konservativ und gläubig, so wie man es in dieser Region erwartet. Umso mehr wird die Gemeinschaft durch die Morde einiger Jungen schockiert. Alle Opfer sind um die 10 Jahre alt und werden erwürgt oder mit stumpfen Gegenständen erschlagen aufgefunden. Die Morde geschehen in der Mitte der Gesellschaft. Aber schon nach dem ersten Mord steht der Täter fest - zumindest für die Dorfbewohner: Der minderbemittelte Giuseppe - seines Zeichens Dorftrottel - soll für den Tod des kleinen Bruno verantwortlich sein. Doch der Täter verwickelt sich in Widersprüche - und auch bei der Polizei kommt langsam Zweifel auf. Als dann noch ein weiterer Mord geschieht - während sich Giuseppe in Haft befindet - ist es klar: Der echte Mörder ist immer noch frei und befindet sich unter den Dorfbewohnern.
Im Gegensatz zu anderen Fulci-Filmen kommt Don't Torture a Duckling komplett ohne Übersinnliche Themen oder Kreaturen aus. Dies tut dem Film jedoch kein Abbruch. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Ohne Zweifel ist Don’t Torture a Duckling einer der besten Fulci-Filme und gleichzeitig auch einer der besseren im Giallo-Genre. Lange Zeit war es für Fans schwierig das Meisterwerk hierzulande legal auf DVD oder Bluray zu erwerben Seit letztem Jahr gibt es jedoch erstmals eine Remasterte deutsche ungeschnittene Fassung von ELEA-Media. Wer den Film bis jetzt noch nicht kennt sollte dies unbedingt ändern. filmdetails

Donnerstag, 29. September 2016

TV Tipp - Schlefaz letzte Folge

Morgen Abend 22:05 Uhr auf Tele 5 kommt die letzte Folge von der aktuellen Schlefaz-Staffel. Vorgeführt wird ein Rotz-Film, der hier schon vor 5 Jahren genauer Analysiert wurde: Der Koloss von Konga (1978) - eine billig dreiste King Kong Kopie aus Asien. Ansehen lohnt sich natürlich trotzdem.

Sonntag, 25. September 2016

Filmkritik: Lake Fear (2014)

(c) MGI Productions
Viele Filme hören sich im vorne herein gar nicht mal so schlecht an. Zumindest nach der Beschreibung auf der DVD-Verpackung zum Beispiel. Ohne zu Spoilern - Lake Fear - See der Angst ist so einer. Ohne mich vorher genauer informiert zu haben dachte ich, dass es sich zumindest um einen qualitativ durchschnittlichen Horrorfilm handeln sollte. Die Story hat dies immerhin versprochen:
Vier junge Mädchen wollen ohne ihre Eltern und Freunde ein Wochenende in einer Hütte an einem See verbringen. Dort angekommen passieren jedoch merkwürdige Dinge.
Eine Standardstory für einen Teenie-Slasher. Soviel sollte man dort ja nicht falsch machen können. Denkt man zumindest. Doch merkwürdige Dinge sind offenbar auch hinter der Kamera geschehen. Es fällt echt schwer überhaupt irgendwas über diesen Film zu schreiben, da einfach zu wenig passiert. Das Problem ist, dass tatsächlich fast nichts passiert. Der Anfang ist vielleicht noch plausibel - aber ab der 30 Minute verliert der Film komplett den Faden und wirkt wie eine Videoinstallation für moderne Kunst, welche auf der Dokumenta in einer Dauerschleife laufen könnte. Verwackelte Bilder, Grunzräusche und ein paar schreiende Mädchen. Dazu irgendeine Art Dämon in Schweinegestalt, der das undenkbar Böse heraufbeschwört. Immerhin die Grunzgeräusche wären damit geklärt. Das, aus dieser filmischen Gewagtheit heraus resultierende Problem ist, dass der Film im Gegensatz zu anderen - auch schlechten - Horrorfilmen nicht einmal einen klassischen Aufbau besitzt. Egal wie schlecht ein Film auch sein mag - in den meisten Fällen hält er sich zumindest grob an die Aufteilung Einleitung-Hauptteil-Schluss - bzw. erster Akt, zweiter Akt, Finale. Hier ist aber irgendwie alles durcheinander geraten. Irgendwann kurz vor dem letzten Drittel wird zwar noch etwas wie eine Ninja-Aufklärung betrieben - dies kann den Film jedoch auch nicht mehr vor dem kompletten Absturz in die Hölle der Trashfilme retten. Zusammengefasst: Selbst für Hardcore Trashfans ist dieser Film nicht wirklich geeignet. filmdetails

Montag, 19. September 2016

Filmkritik: Hardcore (2015)

(c) Capelight Pictures (Alive)
Selten gelingt es aus einem Filmexperiment einen erfolgreichen Film zu kreieren. Manchmal klappt es jedoch - und ist in diesem Fall tatsächlich rundum gelungen: Hardcore - bzw. Hardcory Henry, wie der Film ursprünglich heißen sollte, nennt sich das Ergebnis. Komplett gedreht aus der Ego-Perspektive des Hauptcharakters wirkt er wie eine überdimensional gestaltete Zwischensequenz aus Call of Duty oder Battlefield. Mit Computerspielen hat der Film zwar nichts zu tun - die Story ist jedoch nicht wesentlich anspruchsvoller als bei einem 3D Shooter:
Henry erwacht in einem Labor und hat keinerlei Erinnerung. Nur die attrative Ärztin Estelle erkennt Henry und behauptet sogar, dass sie seine Frau wäre. Henry hat jedoch einen kompletten Gedächnisverlust. Nur wenige Minuten nach dem Erwachen wird das Labor von einigen Gangstern überfallen. Diese haben jedoch viel mehr vor und verfolgen ab diesen Moment an Henry. Unterstützung erhält er von dem mysteriösen Jimmy, der ihn am Ende die unerträgliche Wahrheit offenbaren wird.
Story ist nicht das, worauf Hardcore den Wert legt. Ähnlich wie Crank vor über 10 Jahren definiert Hardcore in einigen Punkten das Actiongenre neu. Konsequent gibt es 90 Minuten lang geballte Action. Und auch selten hat ein Hauptdarsteller so wenig gesprochen. Bei Terminator waren es ja angeblich nur 70 Wörter. Bei Hardcore Henry sind es sage und schreibe NULL. Der Grund dafür ist allerding hier das fehlende Sprachmodul wie es im Film mehrmals erklärt wird. Trotz der einigen Logiklücken - zum Beispiel fehlt offenbar die Erklärung warum der Oberbösewicht übernatürliche Fähigkeiten hat - bietet Hardcore 90 Minuten lang beste Unterhaltung. Einzig und alleine das Alleinstellungsmerkmal, dass der Film komplett mit einer Bodycam aus der Ego-Perspektive gedreht wurde, macht einem als Zuschauer manchmal zu schaffen. Gerade bei schnellen Szenen weiß man als interaktiver Zuschauer manchmal nicht mehr wo oben und unten ist. filmdetails

Sonntag, 4. September 2016

Filmkritik: Rise of the Animals (2011)

(c) Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
Rise of the Animals einer der Filme wo der Name Programm ist. Diesmal sind es nämlich keine Zombies, ein Virus oder Aliens die den Untergang der Menschheit herausbeschwören sondern ganz einfache - die im Titel versprochenen - Tiere. Und zwar nicht irgendwelche gefährlichen Tiere - wie z. B. Haie, bei denen es der gemeine Horrorfan ohnehin erwartet, dass sie uns alle töten wollen - sondern einfache Waldbewohner wie Rehe, Hasen oder Vögel.
Wolf ist Pizzalieferant und muss eines Tages zu einer entlegenen Hütte fahren um bei einer Party Pizza auszuliefern. Dort trifft er zufällig auf seine Traumfrau Samantha. Als sein Auto aufgrund technischer Probleme nicht wieder anspringt verbringt er die Nacht bei Samantha. Nach einer mißglückten Liebesnacht wird jedoch alles noch viel schlimmer: Eine Horde Rehe steht vor der Hütte und greift jedes menschliche Lebewesen an. Und dies ist erst der Anfang: Weltweit haben sich offenbar jegliche Tierrassen verbündet um die Menschheit anzugreifen.
Irgendwie ist der Film schwer einzuordnen. Aufgrund des - laut imdb - offenbar extrem niedrigen Budgets von gerade einmal 7000 Dollar (!!!) ist das Ergebnis mehr als sehenswert. Die Schauspieler sind zwar durch die Bank weg Laien, machen aber ihren Job. Und ihr Job ist es sowie meistens einfach nur zu sterben - z. B. durch die Klauen eines Eichhörnchens oder die Bisse eines Rehes. Das meiste Geld ging hier mit Sicherheit für rote Farbe drauf. Selten hab ich in der letzten Zeit einen Film gesehen in dem derart viel Kunstblut verschüttet wurde wie hier. Teilweise wirkt der Film eher wie ein Demoreel eines Spezialeffect Spezialisten, der einmal demonstriert wie auch mit wenig Geld viel dargestellt werden kann. Abgesehen von den Effekten hat der Film dann leider doch nicht viel zu bieten. Die Story, aus der man hätte sicher mehr machen können, ist für den Müll - genau wie die praktisch nicht existente Filmmusik. Wer auch ordentlich Splatter steht und bei der knappen Laufzeit von etwa 70 Minuten auf alles andere Verzichten kann, kann durchaus einen Blick wagen. filmdetails

Sonntag, 28. August 2016

Filmkritik: 2-Headed Shark Attack (2012)

(c) Great Movies GmbH
Bei den ganzen Tierterrorfilmen der letzten Jahren fällt es manchmal nicht leicht den Überblick zu behalten. 2 Headed Shark Attack ist einer der Filme, der schon einige Jahre mein Regal ziert - aber der aus unerfindlichen Gründen bis jetzt nicht gesehen wurde. Und nein - es sind nicht die 2,5 von 10 möglichen Punkten bei imdb die mich abhalten. Auch ist es nicht der Punkt, dass Asylum den Film gemacht hat. Wohlbemerkt handelt es sich hierbei übrigens ausnahmsweise nicht um einen Versus Film sondern um eine Tiermutation die alleine für sich auf die Menschheit losgelassen wird. Wie dem auch sei - irgendwie hab ich den Film jetzt gesehen und das Bedürfnis einige Zeilen dazu zu verfassen:
Eine Gruppe von College Studenten (die sich wie ein Haufen Acht-Klässler auf einer Klassenfahrt verhalten) strandet auf einer verlassenen Insel, nachdem ihr Schiff von einem Hai beschädigt wurde. Während die drei Professoren und Kapitäne des Schiffes - darunter Carmen Electra (!) - versuchen den Schaden zu beheben beginnt das Gemetzel. Der 2 köpfige Hai hat nämlich einen immensen Hunger. Die Gruppe flüchtete auf die Insel und wird dort Stück für Stück verkleinert.
Das positive: Schon nach den ersten 30 Minuten geht das Gemetzel so richtig los. Der Bodycount ist immens und es ist vielleicht ein Spoiler, wenn ich verrate, dass die komplette Mannschaft die man in den ersten 10 Minuten vorgestellt bekommt, bis auf 2 Leute alle gefressen werden. Aber gerade diese Tatsache kann bei einem Müll-Film kaufentscheidend sein. Im Vergleich zu ähnlichen Produkten aus dem Genre (ich schreibe mal bewusst Produkte - die Bezeichnung "Film" wäre hier eine Beleidigung für richtige Filmkunst) gibt es wirklich mehr zu sehen. Klar sind fast alle Actionszenen mit dem Hai aus dem Computer - und natürlich sehen diese auch entsprechend so aus, als ob sich zwei Studenten im ersten Semester Medienmanagement mit 3D Studio ausgetobt hätten. Trotzdem kommt das ganze irgendwie unterhaltsam rüber. Der Film will - ähnlich wie Sharknado oder Sharktopus - überhaupt nicht ernstgenommen werden. Und das ist auch gut so. Wer auf allerbilligsten Schund steht kann hier bedenkenlos zugreifen. Und immerhin gibt es zwei - naja mehr oder eher weniger - bekannte Stars zu sehen: Das Ex Model Carmen Electra sowie die Tocher von Hulk Hogan, Brooke Hogan. filmdetails

Sonntag, 21. August 2016

Filmkritik: Tusk (2014)

(c) Sony Pictures Home Entertainment
Tusk ist wohl der erst Horrorfilm von Kevin Smith. Oder zumindest ein Film, den man durchaus dem Genre zuordnen kann - auch wenn er seine witzigen Momente hat. Ich muss zugeben, ziemlich überrascht zu sein, da ich mich vorher nicht weiter informiert hatte. Als Kevin Smith Fan hab ich natürlich auch die ganze Zeit auf Jay und Silent Bobs Gastauftritt gewartet. Nichts. Okay - das war jetzt schon ein Spoiler, wobei das beim Sehen des Filmes dann schon in den ersten 30 Minuten auffällt, dass die beiden Gewohnheitskiffer hier einfach deplaziert wären. Wenn man es nicht wüsste, würde man den Film ohnehin nicht wirklich Kevin Smith zuordnen. Es gibt zwar einige (natürlich versaute Dialoge), Erwähungen von Jersey oder das die beiden Hauptcharaktere einen Podcast haben. Das sind aber die einzigen Dinge wo man vielleicht seine Handschrift rauslesen kann.
Die Story an sich ist dann doch mehr oder weniger Horror und wirkt sogar fast wie von The Human Centipede inspiriert. Oder gar geklaut?
Die beiden Podcaster Wallace und Teddy machen sich über alles und jeden lustig. So auch über einen Kanadier, der sich selbst filmt während er in seiner Garage mit einem Samurai Schwert herumfuchelt. Wir alle erinnern uns an der Stelle an das Star Wars Kid. Der Unterschied: Der Typ mit dem Samurai Schwert säbelt sich bei seiner Aktion sein eigenes Bein ab. Teddy und Wallace finden das so komisch, dass Wallace den Jungen selbst für ein Interview besuchen will. Das Arschloch-Verhalten sich über so etwas lustig zu machen und thematisch dermaßen auszuschlachten findet seine Freundin Ally allerdings gar nicht so witzig. Trotz aller Vorwürfe macht sich Wallace aber auf den Weg nach Kanada. Dort angekommen erfährt er, dass die unfreiwillige einbeinige Internetlegende sich aufgrund von Depressionen das Leben genommen hat. Wallace ärgert sich jedoch vor allem, dass er jetzt keine Story für seinen Podcast hat und die 500 Dollar für den Flug offenbar umsonst ausgegeben hat. In einer Bar findet er jedoch einen mysteriösen Zettel: Ein alter Seemann verspricht hier interessante Geschichten aus seinem Leben zu erzählen. Wallace fackelt nicht lange und besucht den alten Mann, der abgeschiedenen im kanadischen Outback allein lebt. Doch diesmal kommt alles anders: Das große Maul von Wallace kann ihn nicht mehr retten, als der alte Mann ihm seinen Plan verrät: Er wird Wallace in ein Walross umoperieren!
Diesmal, wie man sieht, eine etwas längere Zusammenfassung der Story. Dies ist aber wichtig um den Film einzuordnen. Oben erwähnte ich, dass der Film wirkt als ob er von The Human Centipede geklaut wurde. In der Tat muss ich Kevin Smith diesen Vorwurf gefallen lassen: Ein alter irrer Mann in einem abgeschiedenen Haus, willenlose Opfer die seinen irrsinnigen Operationsversuchen ausgeliefert sind Menschen in Tiere zu verwandeln. Nur, dass es hier statt ein Hundertfüssler ein Walross ist. Ändert an der Grundidee jedoch nicht viel. Irgendwo im imdb Forum hab ich gelesen, dass Kevin Smith von The Human Centipede angeblich nur mal gehört hat und den Film nie gesehen hätte. Das ist dann doch etwas unglaubwürdig bei einem Comic- und Filmnerd wie Kevin Smith.
Trotzdem ist der Film jedoch nicht in allen Belangen direkt zu vergleichen. Bei Tusk liegt der Focus nicht nur auf die gestörten Operationen - die werden im zweiten Akt des Filmes relativ schnell abgehandelt (teils auch blutig) - sondern auch die Ermittler sowie Wallaces seine Freundin Ally und sein Podcastkollege Teddy kommen ordentlich Screentime. Schön anzusehen ist Johnny Depp als verschrobener kanadischer Privatdetektiv, der dem alten Mann schon länger auf der Spur ist. Die beste Rolle hat - und spielt - jedoch B-Film-Nebenrollen-Legende Michael Parks. Schön ihn mal in einer Hauptrolle zu sehen.
Tusk ist mit Sicherheit nicht Kevin Smiths bester Film. Auch ist es insgesamt ein eher mittelmässiger Horrorfilm - aber dadurch interessant, wenn man weiß wer das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat. Ein zweiter und dritter Teil sind schon in Planung. Wer Horror mag kann sich ja selbst ein Bild machen. Die deutsche Veröffentlichung ist uncut ab 16 - was ihn von The Human Centipede dann doch maßgeblich unterscheitet. Der Gorefaktor liegt im Bereich des erträglichen.
Zusammengefasst: Zu wenig Horror um ein Horrorfilm zu sein. Zu wenige Witze um Kömodie zu sein. Trotzdem irgendwo sehenswert. Am besten kann man den Film mit den Worten Wirr und Grotesk umschreiben. filmdetails

Mittwoch, 17. August 2016

Abschied von Uwe Boll!

Copyright 2015 - CAPITOL&PALATIN
Für alle, die noch nicht wissen was sie am Freitag Abend machen könnten: Dr. Uwe Boll gastiert bei seinem letzten öffentlichen Auftritt als Filmmacher im Capitol in Mainz und präsentiert seinen letzten Regie-Film Rampage 3. Die einen wird es freuen - die anderen werden traurig sein. Als Gimmick gibt es dazu noch einmal Postal zu sehen - ebenfalls in Bolls persönlicher Anwesenheit. Nach den beiden Filmen wird er Rede und Antwort stehen bevor er sich entgüldig aus dem Filmbusiness verabschiedet und seine Energie seinem Restaurant in Vancouver widmet. Alle Infos hierzu auf der Seite vom Capitol Mainz.

Donnerstag, 11. August 2016

Filmkritik: American Fighter 3 - Die blutige Jagd (1989)

(c) STUDIOCANAL
Warum ich genau den dritten Teil als erstes rezensiere? Keine Ahnung - vermutlich wurde mir nachdem ich mit die Box gekauft habe jetzt erst bewusst, was für ein Schatz diese Reihe ist - die doch irgendwo stets im Schatten von Karate Tiger oder anderen 80iger Jahre Prüglern stand. Mir persönlich war die Reihe relativ unbekannt. Als Jugendlicher hatte ich einmal den zweiten Teil gesehen und war durchaus beeindruckt, dass Ninjas z. B. die unglaubliche Fähigkeit besitzen Pfeile aus der Luft zu fangen und diese wiederum einsetzen um ihre Gegner zu töten. Als ich vor einiger Zeit zufälliger Weise mitbekommen hatte, dass es von dieser Filmreihe eine komplette Uncut-Fassung gibt war sie direkt gekauft. Hier muss man wissen, dass die Teile früher alle ab 18 bzw. indiziert waren - und seit einigen Jahren komplett ungeschnitten als 16er Titel erhältlich sind. Aus heutiger Sicht auch nicht wirklich nachvollziehbar, wieso damals ein wirklich Harmloser 80iger Jahre Prügler in eine Reihe mit Horrorfilmen wie Tanz der Teufel gestellt wurde. Wie dem auch sei - für gerade einmal 15 Euro hab ich nun die Box mit allen vier Teilen ergattert - wo der dritte Teil, stellvertretend für die komplette Reihe, hier einmal genauer betrachtet wird.
Als Terroristen während eines Karateturniers den Vater von Sean umbringen schwört er Rache. Sean wird bei dem ehemaligen Trainer und Mentors seines Vaters aufgenommen und zum Ninja ausgebildet. Etwa 15 Jahre später findet auf einer Karibikinsel ein Karate Turnier statt wo Sean für die US-Mannschaft antritt. Was jedoch nicht geplant war ist, dass ein skrupelloser Jamesbond-Bösewicht auf dieser Insel einen Supervirus erschaffen will, den er an diverse Terroristen verkaufen will. Sean ist der einzige, der Cobra - wie sich der Gangster selbst nennt - aufhalten kann.
American Fighter 3 - oder wie die Serie im Original heisst American Ninja - ist der erste Teil der Reihe der ohne Prügelikone auskommen muss. An dieser Stelle würde ich ja gerne schreiben, dass die Reihe ohne Dudikoff nicht mehr so gut ist wie vorher - doch das wäre gelogen. Die Filme waren schon vorher relativer Mist. Der dritte Teil ist damit auch nicht wesentlich besser oder schlechter als die anderen Filme und die Hauptrolle von Michael Dudikoff wird von gut kompensiert. Unterhaltungstechnisch wird einem hier jedoch einiges geboten: Satte Synthesizer Klänge, coole Sprüche, 80iger Jahre Frisuren und markige Typen. Der Film wirkt wie vom Reisbrett - was er vermutlich auch ist. Egal ob ein Superbösewicht der einen Supervirus für Superterroristen entwickelt hat - oder eine Crew von Helden die abgesehen von American Fighter Sean aus einem blonden Typen sowie einem Schwarzen besteht - hier ist alles von vorne bis hinten inzeniert und nichts dem Zufall überlasssen. Dazu kommt die Lauflänge von 90 Minuten - die in jedem Drehbuchseminar als Standardlänge für einen Spielfilme herhalten muss. Wer die Reihe noch nicht kennt kann hier für unter 20 Euro bedenkenlos zuschlagen und einen Ausflug in die 80iger wagen. filmdetails

Freitag, 5. August 2016

Trashfilme für schlaue Leute


Was wir schon lange wussten ist jetzt offiziell:
Zitat aus dem Teaser eines Artikels von Spiegel Online: "Was bedeutet es, wenn sich jemand B-Horrorfilme über fliegende Haie ansieht? Eine am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik entstandene Studie liefert darauf eine Antwort: Es ist ein Zeichen von Intelligenz."
Der ganze Artikel ist hier zu finden. Die komplette Studie ist im Artikel verlinkt - kostet allerdings Geld.

Freitag, 29. Juli 2016

Filmkritik: 2020 - Texas Gladiators (1982)

(c) Continental Motion Pictures Corporation
Ob die italienischen Filmemacher 1982 wußten, dass Trump im Jahre 2016 vielleicht US Präsident wird? Falls ja – das genau ist nämlich das Jahr im Film, wo der Untergang der westlichen Zivilisation im vollen Gange ist. Gut – genau genommen findet dies schon einige Jahre vorher statt – aber unser Film beginnt irgendwann 2015 – bei einem Überfall auf eine Kirche. Und auch das ist gerade politisch höchst brisant. Dazu kommen noch Extremisten und Flüchtlinge. Doch der Reihe nach.
Unser Held – ein cooler Typ mit dem noch cooleren Namen Nexus – kämpft gegen die Freaks. Die Freaks, das ist eine Bande wilder Punker – also Anarchisten, wie man sie sich im Jahre 1982 vorgestellt hat – wie sie im Jahre 2015 aussehen könnten. Aha. Irgendwo angesiedelt zwischen den Gayboy Berserkers aus Mad Max und The Riffs – jedoch wesentlich lächerlicher. Diese Freaks also kämpfen gegen die Rangers: Diese sind die andere große Macht und eine selbsternannte letzte Instanz von Recht und Ordnung. Als an dem Tag wo die Rangers oben erwähnte Kirche von den Freaks befreien wollen ein Ranger durchdreht und eine unschuldige Frau vergewaltigen will, zieht ihn Nexus zur Rechenschaft. Er verbannt den bösen Kerl aus der Rangers Gang und befreit die Frau. Diese ist zufällig die Tochter eines brillanten Wissenschaftlers, der Nexus alsbald aufnimmt und ihn zu seiner rechten Hand macht.
Zeitsprung: Das titelgebende Jahr 2020 ist angebrochen. Nexus, seine Frau samt Sohn wohnen in der geschützten Stadt Freetown. Hier ist Nexus der Held der Stunde: Egal welche Aufgabe in der Stadt ansteht, er erledigt sie und beschützt nebenher noch all seine Freunde sowie seine Familie. Doch jäh wird dieses Paradies zerstört, als sein alter Widersacher auftaucht, den er einst aus seiner Rangers-Bande verbannt hatte. Ein Krieg zwischen Nexus und Catch Dog beginnt.
Ein guter Film ist 2020 – Texas Gladiators bei weitem nicht. Dies liegt an allen möglichen Faktoren und genau das macht den Film wiederrum interessant. Diverse unlogische Storyelemente, unglaubwürdige Schauspieler und miese Effekte. Auf wundersame Weise fügt sich am Schluss doch alles wieder zusammen – auf niedrigen Niveau natürlich. Da wären zum Beispiel die gerade erwähnten Effekte: Abgesehen von ein paar Farbeimern hellrotes Kunstblut gibt es hier nicht viel zu sehen. Viele Explosionen waren aufgrund des begrenzten Budgets ohnehin ein No-Go. Eine der lustigsten Szenen hierbei ist der Showdown im letzten Drittel als ein paar Freaks eine Gruppe Rangers in einen Hinterhalt gelockt haben: Hier hat einer der Bösewichte eine unglaubliche Laserwaffe dabei. Das witzige hierbei ist: Jeder Schuss, der aus dieser Waffe gefeuert wird, geschieht irgendwie in der Abwesenheit der Kamera. Man sieht irgendwelche Leute rumturnen oder anderen Leute rumballern – und hört dabei im Hintergrund ein paar Tie-Fighter artige Laserschuss-Geräusche. Aber es wird jedes Mal, wenn die Salve abgefeuert wird, konsequent zu dem Typen mit der Waffe geschnitten – der sie dann schön präsentiert. Dies ist nicht nur peinlich – sondern einfach nur noch unfreiwillig komisch.
Mir selbst lag leider nur ein Bootleg vor – ich hoffe aber demnächst auf eine anständige Veröffentlichung in einem Mediabook oder gar Remasterd auf Bluray. Interessanter Fakt noch am Schluss: Regie führte ein Gewisser Kevin Mancuso. Hierbei handelt es sich um ein Pseudonym - in Wahrheit standen tatsächlich  Joe D'Amato und  George Eastman hinter der Kamera. filmdetails

Donnerstag, 21. Juli 2016

Filmkritik: Robert - Die Puppe des Teufels (2015)

(c) Soulfood Music Distribution / DVD
Der nachfolgende Film basiert auf der wahren tragischen Geschichte einer Familie, in deren Leben "Robert die Puppe" eindrang. Eigentlich wollte ich gerade drüber herziehen, dass ein Film um eine Mörderpuppe mit so einer Texttafel beginnt. Doch da ich ein offener Mensch bin hab ich zunächst mal ein wenig weiter recherchiert und bin tatsächlich bei Wikipedia fündig geworden. Die Puppe Robert gibt es tatsächlich. Und sie soll angeblich wirklich für einige unheimliche Vorkommnisse verantwortlich sein. Eigentlich könnte das sogar eine gute Grundlage für einen Horrofilm sein. Könnte, wenn der Film nicht so billig gemacht wäre und die Ästhetik eines Amateurfilms hätte - später dazu mehr.
Paul und Jenny ziehen zusammen mit ihren Sohn Gene in ein abgeschiedenes Landhaus. Abgesehen davon, dass die Familie ohnehin Probleme hat - z. B. die psychische Krankheit der Mutter - geschehen plötzlich seltsame Dinge. Möbel rücken umher oder Leute fallen die Treppe herunter. Erst nach und nach kommt raus, wer wirklich für diese Dinge verantwortlich ist: Die Puppe Robert, die dem kleinen Gene gehört.
Das positive: Der Film hält sich lose an die - in diesen Fall tatsächlich reale - Vorlage. Das negative: Der Rest. Angefangen von den eher wenig ambitionierten Schauspielern sticht der amateurhafte Setaufbau, die Beleuchtung und die schlechte Kamera ins Auge. Hier zum Beispiel ist mir nicht klar ob es Stilmittel sein soll oder einfach Unfähigkeit, dass Charaktere oftmals nur halb im Bild sind. Technisch gesehen qualitativ irgendwo zwischen einer The Asylum Produktion und einen Amateurfilm angesiedelt, wird hier jeglicher Ansatz von Grusel schon im Keim erstickt. Tatsächlich gibt es nicht viel mehr zu sagen - außer, dass der Film dazu noch ziemlich langweilig ist. Dies liegt vor allen an den oben erwähnten mehr als lahmen Schauspielern. Selten hab ich einen Film gesehen, wo so langsam geredet wird - wobei dies auch eine Krankheit der deutschen Synchro sein könnte. Robert taugt in dieser Version maximal zum einschlafen und ist weniger gruselig als ein Chucky Teil in der 5ten Wiederholung mit Werbeunterbrechung . Wer guten Puppenhorror sucht sollte sich lieber Dolls, Blood Dolls, Demonic Toys oder einen Puppet Master ansehen. Oder irgendeinen anderen Film mit Puppen. Die Auswahl ist groß genug, als dass man Robert sehen müsste. filmdetails

Freitag, 15. Juli 2016

SchleFaz - Vierte Staffel!

Die EM ist rum - und endlich findet man wieder Zeit sich Trash- Horror - oder ähnliches reinzuziehen. Bevor hier es aber mit Rezensionen weitergeht ein TV-Tipp: Heute Abend startet um 22:05 die 4. Staffel von Schlefaz (Die schlechtesten Filme aller Zeiten ;-) )

Los geht es mit einem richtig mießen Streifen aus den 70igern: Musik, Musik – da wackelt die Penne. Eine Art Schlagerkomödie - obligatorisch mit Ilja Richter, Chris Roberts und Howard Carpendale.

Sonntag, 10. Juli 2016

Finale!?

Finale - aber leider ohne Deutschland. Filmrezensionen? Weiter gehts bald. Aber bevor weitere Rezension folgen zunächst der Wetterbericht der kommenden Tage:

OK - wer erkennt welcher Film gesucht ist eine Mail schicken und eine DVD gewinnen :-)

Email an schicken an mediennerds(at)googlemail.com - oder in den Kommentaren posten. Möge der Gewinner gewinnen.

Dienstag, 28. Juni 2016

Filmkritik: The Guyver (1991)

(c) VZ-Handelsgesellschaft mbH
Mutronics – Invasion der Supermutanten oder auch The Guyver - Mutronics aus dem Jahr 1991 ist ein Realfilm der auf dem bekannten Manga Guyver (Kyōshoku Sōkō Gaibā) beruht.
Unter der menschlichen Bevölkerung leben auch sogenannte Zoanoids. Zoanoids sehen sich in der Entwicklung über dem Menschen stehend und streben die vollkommene Beherrschung der Erde an. Da sie noch in der Minderheit sind, bewegen sie sich in Menschenform völlig unauffällig in der Gesellschaft.
Um die Armee der Zoanoids auszubauen, entwickelt die Chronos Corporation unter der Führung des mächtigen Zoalords Fulton Balcus in Labors immer neue extremere Zoanoid-Kreaturen. Darüber hinaus soll die neue Rasse noch wesentlich mächtiger gestaltet werden – mit Hilfe der außerirdischen Guyver-Einheit.
Dr. Tetsu Sagawa, Forscher der Chronos Organisation, sieht die Menschheit in Gefahr und stiehlt die Guyver-Einheit um damit dem Zoanoid-Projekt empfindlich zu schaden. Sofort schickt Balcus einen Schlägertrupp los um Sagawa und die Guyver-Einheit aufzuspüren. Das Zusammentreffen überlebt Sagawa nicht doch in weiser Voraussicht hat er die Guyver-Einheit in einem kleinen roten Koffer hinterlassen der von dem Teenager Sean Barker gefunden wird.
Sean wird in einer dunklen Gasse in eine Prügelei verwickelt und schafft es, die Guyver-Einheit zu aktivieren. Diese nimmt Besitz von ihm und entwickelt blitzschnell einen Kampfanzug der sich um Sean legt. Ausgestattet mit dieser mächtigen Waffe kann er sich den reptilienartigen und monströsen Zoanoids in den Weg stellen. Parallel lässt Balcus die Tochter Sagawas entführen. Die trotteligen Handlanger Striker und Ramsey geben sich zwar Mühe, werden von Sean aber gleichzeitig mit zwei Flaschen ausgeschaltet. Immer ganz in der Nähe des Geschehens: CIA-Agent Max Reed der von Mark Hamill gespielt wird. Gemeinsam flieht die Gruppe in ein Lagerhaus – dort kommt es zu einer wahren Massenprügelei in der kein Beteiligter mehr menschlich aussieht. Den Zoanoids gelingt es tatsächlich den Guyver zu besiegen und schauen zu, wie Sean zerschmilzt. Nur noch die Guyver-Einheit bleibt bestehen die sofort in das Chronos Labor gebracht wird.
Mizky Sagawa und Max Reed werden unmittelbar dem Zoalord übergeben. Während Max in einen Tank mit unbekannter Flüssigkeit gesteckt wird um dort zu einem Zoanoid zu reifen, versucht Balcus Mizky zu entlocken, wie die Guyver-Einheit aktiviert werden muss.
Mizky gelingt es an die Einheit zu gelangen und droht diese zu zerstören, falls sich Balcus nicht zurückzieht. In einem kurzen Handgemenge wird der Guyver von einem anwesenden Zoanoid verschluckt. Im Bauch des Monsters beginnt sich die Einheit in Windeseile zu klonen – und dann kommt es natürlich zum Ausbruch. Der Guyver steigt voll entwickelt aus dem Bauch des toten Zoanoids.
Ab hier beginnt ein wahrer Royal Rumble der Zoanoid-Monster. Während der Guyver anschauliche Kampfkunst anwendet, sind die Zoanoids meist viel stumpfer und setzen auf rohe Gewalt. Trotz der Dauerklopperei gelingt es Sean und Mizky den liebgewonnenen CIA-Agent Max zu befreien. Sein Glück währt allerdings nicht lange: bedingt durch seine „Behandlung“ beginnt er sich zu verwandelt. Allerdings war er nicht lange genug im Tank weswegen seine Zoanoid-Form missgebildet ist. Max kann nur noch ein paar Worte an die Freunde richten – und stirbt.
Balcus wird es zu viel und er transformiert sich kurzerhand ebenfalls in seine wahre Zoanoid-Form. Als Zoalord fällt diese natürlich besonders brutal aus. Balcus gelingt es Sean niederzuringen – doch dieser zündet seine Mega Smasher Kanone ab und zersplattert den Zoalord in tausend Einzelteile.
Ich kann mir vorstellen, dass The Guyver – Mutronics bestimmt weniger charmant rüberkommt wenn man die Manga-Vorlage nicht kennt. Was dann bleibt sind trottelige Statisten in Monster-Gummianzügen die von einer Prügelei zur anderen hetzen und dabei merkwürdige Urlaute von sich geben. Da ich die Manga-Vorlage allerdings kenne, erscheint mir der Film in einem anderen und positiven Licht. Für das Jahr 1991 ist das Monsterdesign akzeptabel. Die Kampfkunst-Einlagen machen viel Spaß und auch die ein oder andere wirklich witzige Szene lockert den Film gewaltig auf. Was die Auswahl der Schauspieler angeht hat Produzent Brian Yuzna aus dem Vollen geschöpft: Neben Mark Hamill erwarten uns weitere bekannte Gesichter: Michael Berryman, Jeffrey Combs (im Film als Dr. East^^), David Gale oder Willard E. Pugh den man u.a. aus Robocop 2 kennt. The Guyver – Mutronics bietet sich gut als Sonntagnachmittagunterhaltung an – wenn’s draußen regnet und man mal wieder von der eigenen riesigen Filmesammlung überfordert ist und ratlos vor dem Regal steht. (Filmkritik von power_channard) filmdetails

Montag, 20. Juni 2016

Ausbeute der letzten Filmbörse

Die Übersicht der Ausbeute vom Sonntag: Wie man sieht sind es diesmal ein paar weniger Filme als letztesmal. Dafür wurden diesmal sogar zwei Nicht-Horror bzw. Trash Filme ergattert: Schindlers Liste sowie Ziemlich beste Freunde - beides überragende Filme - die je gerade mal für einen Zehner in der Special Edition angeboten wurden. Weitere Highlights der Ausbeute sind definitiv Muttertag - der schon länger auf der Liste stand und inzwischen von XT in einer sehr schicken Metalbox Aufmachung daherkommt - sowie Story auf Ricky - ebenfalls als BD von XT. Rezensionen zu unten abgebildeten Filmen werden folgen - sofern es sie noch nicht auf dem Blog gibt :-)

Freitag, 17. Juni 2016

Filmbörse in Neu-Isenburg

Sonntag ist es wieder soweit: Die zweite Filmbörse in diesem Jahr im Rhein-Main Gebiet steht an. Während der EM mal eine kleine Abwechslung, die nichts mit Fussball zu tun hat. Wie letztes mal gibt es wieder einen Gutschein, mit dem Ihr am Sonntag einen Euro billiger auf die Börse kommt. Downloaden könnt Ihr ihn auf der Seite von Darkeye Promotions.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Europameisterschaft 2016!

Allen Lesern viel Spaß bei der 15. Fussball-Europameisterschaft! Wie in der Vergangenheit wird es in den nächsten 4 Wochen daher ein paar weniger Rezensionen als gewohnt geben. Im Gegenzug gibt es natürlich im TV Fussball ohne Ende. ARD, ZDF und auch Sat 1 werden alle Spiele im Free TV übertragen. Über die Filmbörse und deren Ausbeute am 19.06 in Neu-Isenburg - mitten in der EM - wird aber natürlich trotzdem kurz berichtet!

Montag, 6. Juni 2016

Filmkritik: The Red Monks (1988)

Original Plakat

Das Meisterwerk von Lucio Fulci. So steht es zumindest auf der DVD Hülle aus der Blood Edition von Laser Paradise. Beim genaueren Hinsehen  - also bei imdb und nicht auf der Rückseite der DVD Hülle - merkt man, dass Fulci hier nur einer von zwei Produzenten war. Künstlerisch hat der Gute nämlich rein gar nichts mit dem Film zu schaffen. Im Intro wird jedoch noch dick ein Fulci presents erwähnt. Schön, hat aber soviel mit Fulci zu tun, wie Tarantino mit Hostel, wofür ja auch ordenlich die Werbetrommel gerührt wurde. Aber immerhin interessant zu sehen, dass der Markt vor etwa 30 Jahren im Prinzip nicht anders lief als jetzt. Also wie ist es nur, dass Meisterwerk von Fulci?
Da ich gerade etwas faul bin und Wikipedia mehr oder weniger Open Source ist kopiere zitiere ich an dieser Stelle einmal die Zusammenfassung der Story:
"Der reiche Besitzer eines Schlosses heiratet eine junge Frau, die nach und nach finsteren Vorgängen auf die Spur kommt, die sich in den Katakomben des Schlosses abspielen; ihr Mann ist nachts unterwegs; seltsame Todesfälle häufen sich; Hausangestellte verhalten sich wunderlich. Schließlich rankt sich alles um eine Loge von roten Mönchen mit Sitz im Schloss, die blutige Opfer bringen."
Dies trifft es zunächst mal auf den Punkt. Ein Schloss. Ein reicher Schnösel der sich ne hübsche junge Tussi angelt und ein paar Templer im Keller die obskure Zeremonien abhalten. Was will der Horrorfilmfan mehr? 
Zunächst mal das Positive: Laser Paradise spendiert als Bonusfilm den US 70er Horror Frozen Scream. Ein kompletter Film obendrein? Nicht schlecht sollte man meinen. Aber das war's eigentlich doch schon. Abgesehen davon, dass der Bonusfilm extremer Trash ist (Rezension folgt...) ist der A-Film auch nicht viel besser. Von Fulci Atmosphäre ist nicht viel zu spüren, auch wenn man zugeben muss, dass der Film in die selbe Kerbe schlagen will wie der Meister selbst. Die drei Euro vom Krabbeltisch mag der Film vielleicht wert sein (bzw. es sind ja zwei Filme) - viel mehr sollte man jedoch nicht ausgeben. filmdetails

Sonntag, 29. Mai 2016

Filmkritik: Aenigma (1987)

(c) Laser Laradise
Die Filme von Lucio Fulci kenne ich zwar schon seit einiger Zeit. Und trotzdem kratzt man irgendwo nur an der Oberfläche. Obwohl Fulci nur 68 Jahre alt wurde, hat dieser Mann doch einen riesigen Fundus an guten, mittleren und vor allem schlechten Filmen geschaffen. Eine Fundgrube, bei der auch jemand der schon lange Filme schaut, immer wieder was Neues entdeckt. So geschehen mit Aenigma - bzw. Dämonia, wie er im Orignal heißt. Entdeckt für 3 Euro in der Laser Paradise Edition auf der letzten Filmbörse wurde er direkt mitgenommen. Ohne der Rezension vorweg greifen zu wollen: dieser Film gehört nur zu den mittleren Filmen. Nicht grottenschlecht - aber von seinem wirklich guten Werken wie Voodoo - Schreckensinsel der Zombies doch entfernt.
Kathy ist eine Highschool-Schülerin und Außenseiterin wie sie im Buche steht. Eines Tages treiben es ihre Klassenkameradinnen jedoch zu weit: Bei einem "Witz" wird Kathy letztendlich von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Kathy wird in letzer Sekunde vom Notarzt gerettet und nur noch mit Maschinen im Krankenhaus am Leben erhalten. Doch so bewegungslos ihr Körper ist: so beweglich ist der Geist. Dieser zieht nämlich als Dämon los und nimmt bittere Rache. Schon bald müssen die Kameradinnen von Kathy um ihr Leben fürchten.
Auch wenn der Film in vielen Dingen nicht überzeugend ist: so schlecht ist er auch wieder nicht. Vor allem haperte es am Budget wie es scheint. Die Effekte sind okay - werden aber für Fulci Verhältnisse eher sparsam eingesetzt. Genauso verhält es sich mit den Schauspielern, die eher wie eine B-Auswahl vom Casting darstellen. Im Prinzip ist Aenigma ein Patrick lebt! - Jedoch mit mehr Action und technisch etwas billiger gemacht. Besonders cool wirkt allerdings der letzte Akt: Hier trifft Giallo auf Suspense. Surreale Farben vermischen sich mit einer Tonkulisse, die auch in Fulcis besten Filmen nicht atmosphärischer waren. Auch wenn dieser Film nicht das Nonplusultra von Fulcis Filmen ist - oder gar beansprucht das im Horrorbereich zu sein - ist er nett. Nett gemacht. Was übrigens bitter aufstößt ist die wirklich lieblose Veröffentlichung von Laser Paradise, die mir vorliegt. Weder eine zweite Tonspur noch ein Untertitel wurden spendiert. Nicht einmal für den Originaltrailer hat es hier gereicht. Das Bild ist oftmals verwaschen und körnig. Hier hätte wirklich viel mehr draus gemacht werden können. Filmisch gesehen kann man bei Aenigma einen Blick wagen. Die DVD von Laser Paradise ist jedoch ein Reinfall. filmdetails

Sonntag, 22. Mai 2016

Filmkritik: Papaya - Die Liebesgöttin der Kannibalen (1978)

(c) VZ-Handelsgesellschaft mbH
Gleich vorweg: Nein, es ist kein Kannibalenfilm! Es ist auch kein Tiersnuff und auch fressen hier nicht irgendwelche Waldbewohner unbescholtene Tiere auf. Nein - nicht mal richtige Kannibalen gibt es zu sehen, wenn auch der hiesige Titel anderes suggeriert. Woher dieser irrsinnige deutsche Titel stammt kann man nur vermuten. Am naheliegendsten wäre, dass es damals an der Kinokasse einfach lief, wenn mit krassen Titeln geworben wurde. Aus dem original italienischen Papaya dei Caraibi - laut google translator soviel wie Papaya aus der Karibik - wurde also eine Kannibalenfilm gemacht. Schön und Gut. Aber leider nichts mit Kannibalen oder so. Und die im Titel enthaltene Liebesgöttin ist ebenfalls eine deutsche Erfindung - jedoch trifft das auf den Inhalt zumindest etwas mehr zu, wenn man so will. Der irrenführende deutsche Titel verrät nämlich eher weniger, dass es sich um eine Art Softsex-Abenteuerfilm handelt. Auch mich hat dies ziemlich verwirrt - der Film startet zunächst wie ein normaler - austauschbarer - Zombie / Action Horrorfilm. Triftet dann zu Beginn der zweiten Hälfte aber in sinnlosen Softsex-Orgien ab. Diese sind allerdings weniger antörnend sondern vor allem langweilig.
Die Story - die Renzo Maietto für Joe D'Amato vermutlich um 02:00 Uhr nachts besoffen auf einen Bierdeckel notiert hatte - ist folgende: Vincent arbeitet für ein Unternehmen das Atomkraftwerke baut. Der nächste Auftrag soll in einem kleinen Karibikstaat durchgeführt werden. Womit Vincent nicht gerechnet hat sind die Einwohner der Insel, die sich mit allen Mitteln gegen den Bau wehren. Angeführt von einer Frau namens Papaya wird Vincent in allerlei actionreiche und erotische Abenteuer gezogen. Auch das ein Kollege seiner Firma umgebracht wird hindert Vincent nicht daran die rassige Papaya näher kennen zu lernen.
Oh - mein - Gott. Was zur Hölle hab ich hier gesehen? Das waren die ersten Gedanken, die mir beim  Abspann durch den Kopf schossen. Aufgrund des Regisseurs und des deutschen Titels habe ich hier einen reinrassigen 70iger Jahre Horrorfilm erwartet. Bekommen habe ich eine wirre Mischung als ob jemand Emanuelle mit Cannibal Holocaust gekreuzt hätte. Nur das Emanuelle bei dieser Zeugung die eindeutig stärkeren Gene gehabt hat. Neben dem fehlenden Horror ist übrigens das Set-Recycling negativ aufgefallen:
... selbes Spiel (1)
Es werden irgendwelche Filmsets genommen und - handlungsunabhängig - später erneut verwendet. Bestes Beispiel ist hier eine Szene die Storytechnisch Stunden und Kilometerweit entfernt spielt. Ein Armutszeugnis - jedoch vor allem eine Schande, dass man als Zuschauer sowas sofort bemerkt. Siehe Bilder 1 und 2. Wohlbemerkt soll es sich im Film um komplett unterschiedliche Häuser - in unterschiedlichen Örtern handeln. Auch wenn die Kameraeinstellung etwas geändert wurde sowie das Gerümpel vom Tisch in Szene 1 nicht vorhanden ist, fällt man auch nach zwei Weizen noch nicht auf diesen billigen Trick rein.
Selbes Set (2) ...
Im Gesamten betrachtet ist es schwierig ein gutes Haar an Papaya - Die Liebesgöttin der Kannibalen zu lassen. Auch wenn es noch schlechtere Filme gibt legt es dieser Film drauf an ganz unten mitzumischen. Vor allem der komplett misslungene deutsche Titel prädestiniert diesen Film für Trash. Wer aber auf Trash steht und sich nicht vor nackten Brüsten fürchtet darf hier gerne einmal reinschauen. filmdetails

Sonntag, 15. Mai 2016

Filmkritik: Blood Dolls (1999)

(c) Full Moon Pictures
Das Puppenfilme allgemein verstörend sind ist nichts neues. Bei Blood Dolls ist das aber noch etwas mehr als verstörend. Der Ganze Film ist derart abgedreht, dass man sich selbst als Genrefan fragt was man hier überhaupt ansieht. Dies liegt an der seltsamen Story und vor allem an den noch seltsameren Charakteren. Und damit sind nicht einmal die Puppen gemeint.
Virgil ist ein verschrobener Milliardär der zusammen mit seinem Zwergenbutler, Clowndiener und einer Girlband (die in einem Käfig gesperrt ist) in einer Villa lebt. Als ob das nicht schon freakig genug ist: Virgil ist selbst der der größte Freak von allem. Er läuft immer mit einer Maske rum, da sein Kopf in echt die Größe einer Apfelsine hat. Sein Geld hat der Verrückte mit Biotechnik verdient, welche er auch Privat einsetzt um lebende Puppen zu erschaffen. Als er bei einem Deal von einigen Geschäftspartnern über das Ohr gehauen wird, schwört er bittere Rache: Seine Puppen spielen hierbei eine große Rolle und dezimieren die Geschäftspartner einem nach dem anderen.
Bei Blood Dolls ist der Name Programm. Auch wenn die Puppen nicht gestörter sind als die Figuren aus Pupper Master oder anderen Filmen - im Gesamtkontext wirkt er verstörender. Irgendwie Surreal - als ob David Lynch einen Puppenhorror gemacht hätte. Das einzige was im Gegensatz zu Lynchs Werken jedoch fehlt ist der Stil: Das Ganze bekommt man eher mit dem Holzhammer serviert als unterschwellig. Viel übrig bleibt von dem Mindfuck da nicht. Schlecht mag zwar Blood Dolls nicht gemacht sein - vor allem für eine Direct-to-Video Produktion. Qualitativ hinkt die Story und Atmosphäre dem technischen aber hinterher. Die DVD ist aber durchaus gut gemacht - inklusive der Aufmachung in einer Hardbox - welcher dem Film eigentlich nicht ganz gerecht wird. Der zuletzt gesehene Dolls ist Blood Dolls in Sachen Atmosphäre und Spannung jedoch Meilenweit voraus. filmdetails
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