Freitag, 13. Oktober 2017

Filmkritik: The Last Warrior - Der Kämpfer einer verlorenen Welt (1983)

(c) Tivoli
Es ist immer wieder unglaublich, was für einen kreativen Output die italienische Filmwelt in den 80iger Jahren hatte. Neben den allgegenwärtigen Zombie- und Kannibalenstreifen hatten auch Endzeitfilme einen kleinen Hype erlebt. Bekannteste Reihe des Genres ist wohl The Riffs - doch auch unbekanntere Produktionen können sich mehr oder weniger sehen lassen. Und genau in diese Kerbe schlägt auch unser heutiger Film mit dem unglaublich einfallsreichen Namen The Last Warrior.
Doch bevor der Film beginnt müssen wir uns erstmal gefühlte 5 Minuten Texttafeln ansehen. Hier wird versucht zu erkären worum es überhaupt geht, welche Fraktionen es gibt und was die wichtigsten Figuren sind und überhaupt wollen. Wer jetzt denkt, dass ganze wirkt irgendwie episch... Nein. Der irrt. Denn unmittelbar nach dem Vorspann werden wir auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und mit der knallharten Realität des Italo-Trash der frühen 80iger Jahre konfrontiert. Aber okay - trotzdem war das mit den Texttafeln immerhin ein Versuch wert.
Worum geht es also? Nun ja... - ja... genau. Das ist schwierig zu sagen - ich hab den Film vorgestern gesehen und die Hälfte bereits wieder vergessen. Das spricht vermutlich gegen den Film... irgendwie. Im groben kann die Story aber schnell zusammengefasst werden: Die erwähnten Texttafeln erklären ohnehin am Anfang des Filmes alles Relevante: Die Welt hat einen Atomkrieg durchgemacht. Überlebt haben ein paar Rebellen (dargestellt von einer Horde 80iger Jahren Klischee-Punks), eine Art Übermenschenrasse (hört sich jetzt kritischer an als es ist, die Übermenschen sind nämlich alles andere als schlau oder überlegen) - und als dritte Fraktion muss ein billiger Abklatsch von dem Regime aus dem Roman 1984 herhalten. Also ein quasi alles kontrollierender Staatsapparat - nur in unfähig. Unser Held - der meines Wissens nicht näher benannt wird - stellt die letzte und vierte Fraktion. Nach einem kurzen Intermezzo mit den oben erwähnten Endzeit-Punks fährt unser Held mit seinem sprechenden Motorrad gegen einen Berg. Doch anstatt drauf zu gehen erwacht er in einer anderen Dimension. Diese wird von den eben erwähnten Herrenmenschen bevölkert. An dieser Stelle stellt sich heraus, dass von einer dort lebenden Frau der Vater von dem Regime entführt wurde. Aufgabe für den Helden: Befreie den Alten von der Tussi und bringe Frieden in die
postapokalyptische Welt. Wer jetzt übrigens denkt, die Story ist extrem wirr: Der hat recht.
Viel mehr zur Story gibt es nicht zu sagen. Sie ist mittel zum Zweck. Mehr nicht. Deswegen schauen wir uns direkt den technischen Teil an. Was nämlich schon in der ersten Szene auffällt: Die Darstellung der postnuklearen Welt weißt alles andere als eine zu erwartende komplette Zerstörung oder Vernichtung auf. Der Kollateralschaden hält sich in Grenzen. Beispielsweise sind schon bei der sich ewig ziehenden Eingangssequenz die Straßen in einem bessern Zustand als mancherorts hierzulande. Hochspannungsleitungen haben neben Hotelanlagen offenbar allesamt das nukleare Fallout überlebt. Aber ok - war natürlich billiger auf ner gesperrten Landstraße südwestlich von Rom zu drehen, anstatt weiter in den Süden zu reisen, wo es wenigstens etwas weniger Vegetation gibt. Doch so leicht sich The Last Warrior dann auch nicht abstempeln: Schon in einer folgenden Szene wird Vollgas in Richtung Endzeit gegeben: Gleich eine komplette Kuhweide wird mit Schrottautos gepflastert und die Nebelmsaschine auf Stufe 10 angeschmissen. Auch wenn es gestellt und billig wirkt: Zumindest auf der Wir-sind-bemüht-Skala wird ab jetzt eindeutig gepunktet.
Was aber wirklich - ohne Sarkasmus - richtig gut geworden ist sind die Explosionen. Und hier reden wir nicht von ein oder zwei kleinen Feuerbällen- sondern von mindestens einem Dutzend großartigen Explosionen. Davon sind drei bis vier wirklich große Explosionen - die wie damals natürlich üblich allesamt handgemacht sind. Und genau das sind die Punkte, wieso drittklassige Italo B-Filme auch heute noch funktionieren. Vielleicht ein Alleinstellungsmerkmal - aber im Kontext irrelevant.
Neben den Explosionen ist übrigens die DVD Umsetzung von Retroflim mehr als gelungen. Immerhin handelte es sich um einen Blindkauf. So war ich mehr als überrascht, neben einem kurzen Behind the Scenes sogar ein ausführliches Interview mit dem Regisseur David Worth zu bekommen. Und genau dieses hat es in sich: Sehr genau erklärt Worth wie er zu dem Film-Auftrag kam - und was er selbst heute (über 30 Jahre später) von dem Film hält. Ohne was vorweg zu nehmen: Das Geld war damals offenbar mehr als Locker. Mit nur einem 40 Seitigen Skript wurde ihm der Auftrag für den Film gegeben. Das Studio ging in Vorkasse. Für Hardcore Trash-Fans ist The Last Warrior letztendlich ein wirklicher Geheimtipp. Vielleicht haben wir es hier sogar mit einen Anwärter für die nächste Schlefaz Staffel zu tun. filmdetails

Dienstag, 3. Oktober 2017

Filmkritik: Dollman (1993)

(c) Full Moon Entertainment
Albert Pyun war Ende der 80iger bis in die 90iger Jahre eine der gefragtesten Adressen, wenn es um Endzeitaction (Nemesis) oder irgenwas mit Cyborgs ging. Umso interessanter, dass Full Moon Entertainment Pyun dann 1991 für ein komplett anderes Genre engagiert hat. Ein Genre, was schwer zu umschreiben ist - da die Story wohl mehr oder weniger einzigartig ist - jedoch am ehesten dem klassichen Action / SciFi zuzuschreiben wäre. Wenn man sich die Liste der Macher anschaut wird es jedoch schnell klar wohin der Weg gehen sollte - bzw ging: Das Drehbuch und die Story enstammt einem gewissen Charles Band  - einem der Erfinder des wohl bekanntesten Puppenhorrors überhaupt: Der Puppetmaster Reihe! Was sollte hier also noch schief gehen? Mit Albert Pyun setzt ein gefragter B-Movie Regisseur die Geschichte eines sehr erfolgreichen Drehbuchautores um - ein Experiment, bei dem Full Moon Entertainment nur gewinnen konnte. Nicht zuletzt, weil die Produktionsfirma mit Demonic Toys bereits schon eine weitere bekannte Marke mit an Bord hatte, konnte im zweiten Teil noch einer drauf gesetzt werden. Doch dazu ein anderes mal mehr.
Brick Bardo ist unehrenhaft entlassener Polizist. Jedoch nicht auf der Erde - sondern 10 000 Lichtjahre entfernt auf dem erdähnlichen Planeten Arturus. Als es bei einem Fall - wo er trotz seiner Amtsenthebung aufkreuzt - völlig entgleist ist der Ärger groß. Durch Zufälle gerät Bardo zusammen mit seinem Erzfeind Braxton Red auf die Erde. Auch hier sind die Rollen klar: Bardo ist zwar ein rauher Typ - jedoch im Herzen gut. Sein Widersacher ist auf der Erde das selbe Arschloch wie auf Arturus. Einzige Besonderheit die beide teilen: Die Größenverhältnisse auf der Erde sind etwas anderes als auf ihren Heimatplaneten. Brick Bardo misst hier nämlich gerade einmal 30 Zentimeter! Bei Red ist das im Prinzip auch so - macht aber bei ihm einen nicht so großen Unterschied aus: Von Red existiert nämlich eh nicht viel mehr als ein durch Geräte am Leben erhaltener Kopf. Es dauert schließlich nicht lange, bis sich Red einer Straßengang angeschlossen hat. Bardo wiederum trifft auf die hart und ehrlich arbeitende Debi. Mit Unterstützung der Erdbewohner tragen daraufhin der Dollman und Braxton Red ihre Fehde auf der Erde aus.
Schon in den ersten Minuten ist Pyuns Handschrift deutlich erkennbar: Mit starken Rotfiltern gearbeitet wird eine düstere Zukunftsvision - auf einem weit entfernten Planeten - geschaffen, der am Ende dem Zuschauer jedoch der Erde näher erscheint als ihm lieb ist. Nicht weniger bedrückend sind die darauf folgenden Bilder in einer zunächst nicht näher genannten amerikanischen Großstadt auf der unserer Welt: Das Bild der Gegenwart ist gezeichnet von den in sich zusammen berechende Industrieruinen eines vergangenen Wirtschaftswunders in den 70iger Jahren. Heruntergekommene Stadtteile, die inzwischen von Gangs anstatt vom Gesetz regiert werden. Viel trostloser geht es nicht. Es kommen zwangsweise Erinnerungen an Pyuns dystopisches Endzeitbild hoch, welches bereits in Nemesis vorherrschend war. Erst nach einer halben Stunde wird dem Zuschauer gesteckt wo wir uns befinden: In der südlichen Bronx - also einem der Orte, wo man sich im Jahre 1991 offenbar nicht freiwillig aufhalten wollte. Und das, obwohl es inmitten der "zivilisierten westlichen" Welt liegt - die schon damals den Dreh- und Angelpunkt der Wirtschaft und Industrie stellte. Nur wenige Kilometer entfernt vom einstigen World Trade Centers welches das Sinnbild schlechthin für Amerikas wirtschaftliche Übermacht war. New York - eine Stadt, die nach dem Kalten Krieg gleichzeitig aber mehr Verlierer vorbrachte, als jede Generation zuvor. Die Bronx wirkt hier stellvertretend für so ziemlich jedes US Amerikanische Ghetto, was von den Abgehängten bewohnt wird und dem wirtschaflichen Leistungsdruck der 80iger Jahre nicht mithalten konnte. Drogendealer, Huren und Kleinkriminelle prägen das Straßenbild. Pyuns Bronx wirkt sicher nicht zufällig wie Paul Verhoevens grandios deprimierende Detroit-Interpretation in Robocop 4 Jahre vorher.
Über 25 Jahre später ist Dollman ein Zeitdokument, was für sich steht. Es steht für die damaligen Probleme (Bandenkriminalität, Drogen usw.), welche die Schlagzeilen regierten. Aussenpolitische Themen wie der erste Golfkrieg werden hier nicht beleuchtet. Ohne anmaßen zu wollen, das dieses das Ziel des Regisseurs war, kommt es dem unbeholfenen Zuschauer über zwei Jahrzehnte später so vor, als ob Pyun hier tatsächlich seine persönliche Gesellschaftskritik verarbeitete. Inbesondere in einer Szene wird dies schon fast mit dem Zaunpfahl präsentiert, wenn der Dollman seiner irdischen Freundin erzählt, dass die Menschen ansich überall gleich schlecht sind. Egal ob auf seinem Heimatplaneten oder hier: In der Bronx auf der Erde. Dafür, dass es sich um einen B-Movie handelt - der vermutlich nicht allzuviel gekostet hat (leider hab ich keine Quellen gefunden) scheint der Grundtenor des Filmes fast anspruchsvoll. Doch keine Angst: Auch die Unterhaltung kommt nicht zu kurz. Immerhin heißt der Regisseur Pyun und dieser kennt sich mit Action aus. Es wird geballert, es wird geprügelt - und es gibt einige mehr oder weniger gute Gags. Die Effekte sind handwerklich gut gemacht. Mit Splitscreening werden die Effekte erzeugt, wenn der Dollman mit irdischen Charakteren agiert. Immerhin ist der Name Dollman auch nicht von ungefähr: Der Dollman ist in seiner Heimatwelt zwar normal groß - auf der Erde jedoch nur 30 Zentimeter lang. Insgesamt wächst der Film jedoch nie so richtig über seinen B-Movie Charme hinaus - was mit Sicherheit dem eingeschränkten Budget geschuldet war. Pyun hat jedoch das beste draus gemacht. Für Fans klassischer 90iger Jahre SciFi-Action ein Pflichtfilm der während seiner Zeit leider etwas unter gegangen ist. Vielleicht auch deshalb, weil er nur für den Videothekenmarkt produziert wurde und damit nie offiziell ins Kino kam. filmdetails

Sonntag, 1. Oktober 2017

Ausbeute der heutigen Filmbörse

Hier eine kurze Übersicht der Ausbeute vom heutigen Tag: Teuerste Errungenschaft Johnny Mnemonic im Mediabook von Turbine mit 30 Euro. Da Turbine aber - wie der Händler wortwörtlich versicherte kein Scheiss macht - ist es das jeden Cent wert und wurde gekauft (was ich eh vorhatte). Das Turbine keinen Scheiss macht, glaub ich natürlich als stolzer Besitzer von den Hauseigenen Editionen von Texas Chainsaw Massarcre und Hexen bis aufs Blut gequält. Alle weiteren Filme waren - abgesehen von Walt Disneys Dornröschen und Cliffhanger - absolute Blindkäufe. Nur bei Demonic Toys und Dollman wusste ich zumindest ein wenig, was mich erwartete. Die länger werdenen Abende sind auf jeden Fall für das erste gesichert - und ein paar Rezensionen werden folgen in den nächsten Wochen. Und der Termin für die nächste Börse in Neu-Isenburg steht übrigens auch schon fest: 25.2.2018.

Mittwoch, 27. September 2017

Filmbörse in Neu-Isenburg + Gutschein

Und schon wieder ist es soweit: Treffpunkt für alle Film-Nerds am Wochenende ist wieder die Hugenotten-Halle in Neu-Isenburg. Am 1. Oktober können Filmbegeisterte ab 18 Jahren wieder aus einer riesigen Auswahl B-Movies, Horrorfilmen und Trash-Klassikern fündig werden.
Beim Veranstalter Dark Eyes Promotion kann diesmal wieder ein Gutschein heruntergeladen werden, womit man 1 Euro günstiger in die Halle kommt. Einfach runterladen und am Smartphone vorzeigen.

Dienstag, 19. September 2017

Filmkritik: American Fighter 4 - Die Vernichtung (1990)

(c) Cannon/VMP
Nur ein Jahr nach dem Release von Teil 3 hat Cannon Films diesen (vorletzten Teil) der Brachial-Prügler-Reihe rausgebracht. Die krude Mischung aus US-Army, CIA, Terroristen und Ninjas lief offenbar. Zumindest am Videothekenmarkt des scheidenden Jahrzehnts. Zugut lief es dann aber auf Dauer offenbar doch nicht: Kurze Zeit später - Anfang der 90iger Jahre - musste Cannon Film Konkurs anmelden. Sogar offizielle Untersuchungen gab es, weil nicht ganz klar wie genau im verzweigten Firmennetz Produktionskosten eingesetzt wurden. Wie auch immer: Mit dem Untergang der Firma war ein wichtiger Teil der amerikanischen B-Movie Action-Geschichte offiziell beendet. Wir begutachten jetzt über 25 Jahre später an dieser Stelle einen dieser letzten Trash-Schätze, welchen die legendäre Film-Schmiede hervor gebracht hat.
Irgendwie kommt das doch bekannt vor? Zuerst harmlos auf einer Hochzeit (dummerweise die eigene) kommt ein Notruf: Ninjas haben einen Gruppe CIA Agenten in Afrika entführt. Jetzt müssen die vermeintlich härtesten der Harten dran um den Trupp zu befreien. Nur Joe (Michael Dudikoff) will nicht so richtig bzw. wird gar nicht gefragt - da er dem Kämpfen abgeschworen hat und inzwischen lieber als friedfertiger Lehrer tätig ist. Aus diesem Grund müssen Sean und sein Schwarzer Kumpel - der wie oben erwähnt deshalb seine eigene Hochzeit platzen lassen musste - nun ran. Kurzum werden die Beiden zu einer Special-Operation nach Afrika geschickt. Nachdem sie ihren Milchbubi Kontaktmann gefunden haben treten sie jedoch von einem Fettnäppchen ins nächste.
Nachdem also Sean - gespielt von Holzmime David Bradley - in Afrika es bei der Befreiung der Agenten letztendlich so richtig verkackt hat, muss doch unser geliebter Joe ran. Neben der Befreiung der untalentierten Kollegen - inklusive Sean - hat ein verückter Ninja-Terroristen Chef nämlich eine Miniatombombe konstruiert. Diese ist laut CIA Informanten so groß, dass sie in einen Koffer passen würde und nach New York geschmuggelt werden könnte. Bis dahin natürlich nur ein wirres Terroristen-Planspiel. Aber gute Güte - sicher was wahres dran! Dies sind jetzt also schon zwei verdammte Gründe den Oberschurken Mulgrew einmal so richtig rund zu machen. Und das Rundmachen von bösen Buben ist - wie wir wissen - die Spezialität von der Einmann-Armee himself Joe Armstrong. Im Alleingang legt er sich mit dem kompletten Terrornetzwerk an, befreit die Geiseln und rettet nebenher die Welt (oder zumindest Amerika vor einem potentiellen Angriff mit einer Kinder-Atombombe).
Obwohl der Film von 1990 ist - und damit technich gesehen natürlich nicht mehr zu einem 80iger Jahre Film zählt - fängt er wunderbar die Atmosphäre des ausgehenden Jahrzehnts ein. Sehen wir einmal über die Story (die irgendwie doch sehr an Rambo 2 erinnert...) hinweg, haben nachsehen mit den eher mittelmäßigen Darstellern (ein Film wo Michael Dudikoff noch der Lichtblick im Bereich Charakterdarstellung ist.... das muss was heißen) - und nehmen es nicht so genau mit der Logik: Es bleiben wirklich viele - und teilweise recht amüsante - Prügeleien. Und ehrlich gesagt, ist doch das der Grund, warum man sich sowas überhaupt antut. Was vielleicht noch erwähnenswert ist, sind die Dialoge. Diese ergeben teilweise nichtmal im Kontext der Story einen Sinn - haben aber nach 2 Bier durchaus eine gefühlte Daseinsberechtigung haben. Beispiel gefällig? Terrorist: "Ich schwöre, das war ein Priester. Der nimmt im Keller die Beichte ab!" Terroristenchef: "So ein Schwachsinn! Ich hab die vor Monaten da unten im Keller alle schon erschossen". Kurz gesagt: Hirn aus. DVD rein. Spass haben. filmdetails

Montag, 11. September 2017

Schlefaz: Letzte Folge Staffel 5

Mit Starcrash- Sterne im Duell erwartet uns am Freitag Abend ein ganz besonders beschissen gutes Finale der aktuellen Schlefaz Staffel. Vermutlich wird nicht umsonst gerade diese Perle - in einer sowieso bereits großartigen Staffel - als letztes gezeigt. Man darf gespannt sein: Ein wirrer Krieg der Sterne Abklatsch mit einem jungen (er brauchte das Geld) David Hasselhoff in einer Hauptrolle. Viel schiefgehen sollte dort eigentlich nicht - oder vielleicht doch? Es kommt wie immer bei Schlefaz auf den Blickwinkel an. Der absolute Filmtipp ab Freitag Abend, 22:10 auf Tele 5.

Sonntag, 27. August 2017

Filmkritik: Sunshine Reggae auf Ibiza (1983)

(c) Lisa-Film
Eigentlich unsinnig, einen Film zu rezensieren - der gerade vor 3 Wochen bei Schlefaz lief. Normalerweise ist es umgekehrt - wie bei Supersonic Man oder Konga. Dieses Mal war der Blog seiner Zeit nicht voraus: Sunshine Reggae auf Ibiza soll deshalb hier eine Ausnahme stellen und die Rezension wird nachgeschoben. Ich selbst kannte den Film nur vom Namen. Das er nicht gut ist, hätte ich mir denken können. Das er so unterirdisch ist, wie er letztendlich war, hab ich jedoch nicht erwartet. Lohnenswert ist er aber auf jeden Fall. Eine Rezension daher unabdinglich.
Bauer Karl (welch einfallsreicher Name für Karl Dalls Rolle) lebt glücklich und zufrieden in Ostfriesland auf seinem Hof. Tagein tagaus werden die Kühe gemolken und der Mist umgeschichtet. Eigentlich könnte sein Leben die perfekte Idylle sein: Nur eine Frau fehlt noch zu Karls vollkommenden Glück. Hier legt der Bauer gleich ganz hohe Maßstäbe an: Er vergöttert Linda Lou - eine Schlagersängerin die zur Zeit auf Ibiza lebt und sowas wie eine Helene Fischer der frühen  80iger darstellt.
Schon über 50 Briefe hat Karl an Linda geschrieben. Wie erwartet ohne Antwort - bis zum heutigen Tag: In der Post befindet sich tatsächlich eine Antwort mit einem Autogramm von Linda höchstpersönlich! Wenn das nicht das Zeichen ist Linda jetzt persönlich zu treffen - oder gar zu heiraten. Karl macht sich noch am selben Tag mit dem Fahrrad (!) auf den Weg nach Ibiza. Nach der letzten Etappe mit dem Schiff trifft er auf die beiden möchtegern coolen Jugendlichen Slowly und Frankie. Zusammen erleben die Drei jede Menge seltsame Situationen und schlüpfrige Abenteuer.
Die Story - sofern man das so nennen mag - ist eher Nebensache. Abgesehen davon, dass der Hauptcharakter ein etwas geistig minderbemittelter Klischeebauer mit latent perversen Stalker-Phantasien ist, sind auch alle weiteren Personen eher unsymphatisch. Egal ob Chris Roberts als Frauenverachtender Pseudocowboy oder die Studenten Slowly und Frankie. Im Prinzip sieht man hier einen überlangen Sketch von Dall - was vielleicht 2 Minuten lustig ist - nach 90 Minuten aber eher nervt und ab Minute 20 nur unter Alkoholeinfluss erträglich ist.
Ebenfalls ein Dorn im Auge ist der Spargeltarzan John Jürgens in seiner Rolle als Frankie. Dieser fand offenbar seinen eigenen Namen John viel zu uncool und änderte deshalb kurzerhand seinen Namen im Abspann zu Johnny. Zu Jürgens und seinen nichtvorhandenen Talenten nachher aber noch mehr.
Vielleicht muss es einfach über 30 Jahrzehnte dauern, bis man dieses Meisterwerk deutscher Filmkunst versteht. Der Humor wird hier im Sekundentakt auf den verschiedensten Ebenen in das Gehirn des Zuschauers gefeuert. Vermutlich braucht es wirklich diesen Abstand, um über das Gezeigte zu lachen. Hier lacht man in den seltensten Fällen über die Witze ansich - sondern über die Versuche, dass jemand vor bald 40 Jahren dachte, das könnte ein potentieller Zuschauer witzig finden. Wenn man diese Metaebene der Witze verlässt bleibt jedoch nicht mehr viel übrig. Die Schauspieler*innen geben offenbar ihr bestes. Das dies nicht besonders viel ist, wird daran liegen, dass die beteiligten Darsteller alles andere als talentiert sind. Dies wird auf weiblicher Seite immerhin oftmals mit nackten Busen oder Hintern versucht wieder gut zu machen. Bei den Männern gibt es jedoch nichts zu entschuldigen. Allen voran Karl Dall - der sich wohl weder davor - noch danach - jemals wieder in einer Rolle so zum Vollhorst gemacht hätte. Auch sein Sidekick, der jüngere Hauptdarsteller John Jürgens, steht hier Dall in Punkto scheisse bauen und scheisse labern in nichts nach. Erwähnt sei, dass es sich hier um den Sohn von Udo Jürgens handelt. Wie bei den unsäglichen Ochsenknecht Söhnen (mit den noch unsäglicheren Namen wie z. B. Jimi Blue) zählten schon damals offenbar zunächst nicht das Talent - sondern in erster Linie Beziehungen etwas. Das Einzige Beruhigende ist, dass die Abstammung von Udo Jürgens hier aber offenbar nur ein Karrierstarter war. Für eine echte Karriere hats nicht gereicht. Nach zwei bis drei Schmuddelfilmen dann schon wieder schluss. Letztendlich kommt es dann doch zumindest etwas auf die Leistung an, die dem Zuschauer präsentiert wird. Achja Leistung: Erfolgreich war der Film durchaus. Über 400 000 Zuschauer lockte Sunshine Reggae damals ins Kino. Bei den vermutlich eher geringen Produktionskosten eine durchaus beachtliche Leistung. Zusammengefasst bleibt ein Film, der Scheisse ist - den man aber gesehen haben sollte. Zuviele Gründe sprechen dafür: Die Hipster-Mütze von Slowly, Chris Roberts in seiner Rolle als geläuterter Frauenhasser, die fehlgeleiteten Schauspielversuche von Udo Jürgens Spross John - und letztendlich der Überkomiker des deutschen Humors der damaligen Zeit: Karl Dall. Zusammen mit Gottschalk und Mike Krüger gibt es wohl keinen anderen, der den Prollhumor des einfachen Mannes der 80iger besser verkörpert hätte. Fazit: Unbedingt ansehen - auch wenn auf der DVD aus rechtlichen Gründen abgeänderter Soundtrack eingespielt ist. Keine Angst - die Witze werden dadurch nicht (noch) schlechter. filmdetails

Sonntag, 20. August 2017

Filmkritik: Waxwork - Reise zurück in der Zeit (1988)

(c) 84 Entertainment
Wow - endlich ein Film bei dem der deutsche Titel Sinn ergibt. Auch wenn Waxwork bereits den Kern trifft, ist die Ergänzung Reise zurück in die Zeit in diesem Fall durchaus sinnvoll und nicht bewußte Irreführung wie es im Horror-Genre leider gang und gäbe ist. Obwohl es sich um einen Kultfilm handeln soll, hab ich bis dato Waxwork noch nie gesehen. Genauer genommen hab ich bis jetzt - abgesehen von dem eher schlechten Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts Remake House of Wax mit Paris Hilton - überhaupt keinen Wachsfiguren Film gesehen. Vielleicht ein Fehler.
Waxwork beginnt ein wenig wie ein Klischee Teeniehorror der 80iger Jahre: Ein Gruppe Collegestudenten - allesamt zunächst erst einmal relativ unsympathisch - wissen nicht genau was sie am Abend machen sollen. Wie praktisch, dass Sarah und ihre Freundin China von einem mysteriösen Mann angesprochen wurden: Er stellt den Beiden eine private Führung in seinem Wachsfigurenkabinett in Aussicht. Einzige Bedingung: Insgesamt dürfen nicht mehr als sechs Personen daran teilnehmen. Gesagt getan: Sahra, China und vier Freunde treffen sich um Mitternacht am vereinbarten Punkt. Zunächst etwas verwundert über den gruseligen Lilliputaner der die Gruppe ins Haus lässt wird heiß diskutiert, ob dies die richtige Entscheidung war. Wie sich kurz darauf herausstellt: Natürlich war es eine falsche Entscheidung an dieser Führung teilzunehmen. Die Wachsfiguren sind nämlich alles andere als seelenlose Plastiken vergangener Zeiten. Ein Kampf über verschiedene Epochen beginnt - bei dem das Ziel (wie soll es sein...) nur Überleben scheint.
Das Beste was Regisseur Anthony Hickox machen konnte ist, seinen eigenen Film nicht allzu ernst zu nehmen. Genau dieses ist nämlich das, was Waxwork sehenswert macht. Und trotzdem wirkt der Film durchaus gruselig. Er verkommt zu keiner Zeit zu einer reinen Komödie. Dafür sind die Bilder teilweise viel zu hart und auch die Story nicht wirklich komödientauglich. Auch die Tatsache, dass Waxwork vor einigen Jahren noch indiziert ab 18 war spricht dafür. Inzwischen ist der Film uncut ab 16 - was meiner Meinung fast untertrieben ist. Sehenswert ist er aber auf jeden Fall. filmdetails

Mittwoch, 12. Juli 2017

Sommerpause, Schlefaz...

Auch wenn es gerade so scheint - der Blog ist nicht tot :-) Aktuell gibt es eine kleine Sommerpause, da in dem Filmzimmer seit Wochen die Temperatur nicht wesentlich unter 30 Grad fiel.  Themenwechsel: Falls es jemand noch nicht mitbekommen hat: Auf Tele 5 läuft aktuell wieder Schlefaz. Die nächste Folge kommt übermorgen mit der Asylum Märchen vs. The Avengers -Verwurstung Avengers Grimm. Highlight der Staffel dürfte jedoch Macho Man sein, der eine Woche später läuft.

Sonntag, 18. Juni 2017

Filmkritik: Shakma (1990)

(c)  Castle Hill Productions
Tierhorror geht irgendwie immer. Egal ob auf diesem Blog oder als Produzent. Hunde, Katzen, Krokodile - oder wie heute: Affen! Alles geht und wird offenbar zu jederzeit auch vom Publikum wohlwollen aufgenommen. Zwischen all den Viechern stellt man dann fest: Affen haben dann doch irgendwas was besonderes: Das dem Menschen ähnlichste Tier - vom Körperbau wie auch von der Psyche - schafft dann doch noch mehr Möglichkeiten als ein Rudel aufgebrachter Hunde. Nicht umsonst geht es wohl in dem bekannsten Tierhorrorfilm aller Zeiten auch um einen Affen: King Kong. Der König aller Affen und dazu groß wie ein Haus. Bei Shakma geht es jedoch ein paar Nummern kleiner zu. Shakma ist ein Pavian damit nicht gerade besonders groß. In Sachen Agressivität steht er jedoch einem King Kong in nichts nach. Ähnlich wie bei Hunden sind offenbar auch bei Affen die kleinen Exemplare die gestörtesten. Und gestört ist Shakma allemal. Man könnte sagen Shakma ist sowas wie der Manic unter den Affen.
Die Handlung ist selbst für einen Tierhorrorfilm etwas wirr. Eingangsszene: Eine Operation wird durchgeführt. Nach kurzer Zeit merken wir, der Patient ist definitiv kein Mensch. Sondern wesentlich kleiner und pelziger. Ein Affe offenbar. Hintergrund der OP? Relativ unklar. Ausgang der OP? Offenbar überhaupt nicht hervorsehbar. Denn was immer das genaue Ziel war - als Nebenwirkung wird Shakma - der "Patient" - hochgeradig agressiv. Dummerweise steht genau in der Nacht nach der OP ein Live Action Rollenspiel auf den Fluren der Uni statt. Gamelord ist hierbei der Leiter der Fakultät Mr. Sorenson. Während die Studenten - unter der Leitung ihres Professors - eine Prinzessin befreien sollen, gibt es einige Fallen. Und auf diese sind selbst die Erfahrenden Rollenspielnerds eher weniger vorbereitet: Shakma treibt nämlich sein Unwesen und tötet einen ahnungslosen Rollenspieler nach dem anderen.
Auch wenn die Story sehr absonderlich ist - irgendwie schafft es der Film zu überzeugen. Hauptgrund ist hierfür natürlich Shakma der agressive Pavian. Dieser lässt keinen Moment aus, einmal nicht auszurasten oder irgendwelche Dinge kaputt zuschlagen. Vor allem Türen haben es dem Pavian angetan. Diese geht er im vollen Einsatz an, wenn er einmal seiner Hauptbeschäftigung (Menschentöten) nicht nachkommen kann. Wie man sieht dreht sich alles um den Affen, der im Prinzip die Hauptfigur stellt. Was ein wenig enttäuschend ist, sind die Splattereffekte. Nach der vollmundigen Ankündigung im Klappen-Text des Mediabooks rechnet man mit einer wahren Blutorgie. Davon ist allerdings nicht allzuviel übrig geblieben. Teilweise fragt man sich fast, wieso der Film überhaupt eine USK Einstufung ab 18 erhalten hat. Meiner Meinung nach hätte 16 vollkommen gereicht. Ein Kinderfilm ist Shakma natürlich trotzdem nicht. Fans des Tierhorrorgenre können aber daher ohne Bedenken zugreifen. filmdetails

Donnerstag, 8. Juni 2017

Filmkritik: Hostel 3 (2011)

(c)  Stage 6 Films
Das Grundprinzip von Hostel ist relativ einfach. So einfach, dass es 2005 auch außerhalb der Horrorszene Schlagzeilen machen konnte. Zusammen mit James Wan, Erfinder der Saw Reihe, durfte Eli Roth sich wohl geehrt führen ein neues Genre namens Torture-Porn geschaffen zu haben. Selten hat ein eher mittelmässiger Film so eine Aufmerksamkreit bekommen. Horrorkennern dürfte bewusst sein, dass schon Jahre vorher teils viel extremere Grenzen ausgelotet wurden - wohlbemerkt aber für den Mainstream eher unbemerkt. Oder einfach in einer Zeit, in der Filme nicht so leicht zu verbreiten waren. Doch was ist also das Eingangs erwähnte Grundprinzip von Hostel? Für diejenigen, die sich auf diesen Blog verirrt haben und es nicht wissen sollten: Es geht zusammengefasst darum, dass eine kleine Gruppe reicher Leute dafür zahlt entführte Menschen zu foltern. Der Unterschied zu bekannten Manhuntfilmen wie Das Millionenspiel oder Running Man ist hier, dass die Opfer bereits entführt und wehrlos sind. Daher der Vorwurf des Torture-Porn: Der Fokus liegt eindeutig auf das explizite zur Schau stellen gewaltätiger (Folter-)Szenen. Nungut - da Teil 1 und 2 mehr oder weniger jüngere Filmgeschichte geschrieben haben, widme ich mich direkt Teil 3. Die Story spielt diesmal nicht in Ost-Europa wie Teil 1 und 2 sondern in den USA. Genauer gesagt in Las Vegas.
Der Junggesellenabschied von Scott steht an: Zur viert wollen Scott und seine Freunde es in Las Vegas so richtig krachen lassen. Als die Party am Abend dann jedoch komplett entgleist kommt einer der Jungs abhanden. Offenbar entführt vom berüchtigten Elite Hunting Club. Doch wer steckt dahinter? Und was hat es mit dem alten Fabrikgebäude auf sich, wo angeblich die Megaparty des Jahres steigt?
Ja - die Story... wie oben erwähnt ist sie nicht gerade ein Alleinstellungsmerkmal von Hostel. Auch in Teil 3 ist das nicht viel anders. Interessant für Fans sind eher die "neuen" Arten des Foltern. Zum Beispiel kann der zahlende Kunde jetzt praktisch per digitalen Glücksrad um einen Wetteinsatz zocken, welche Foltermethode der Henker als nächste anwendet. Die Oberschichten-Kundeschaft sitzt derweil bei einem Tröpfchen Champanger hinter Panzerglas und begutachtet das Treiben live wie im Theater. Anweisung gibt es per Tablet. Foltern 4.0 also.
Guter Geschmack hin oder her: Hostel 3 treibt dies auf die Spitze, wofür die Vorgänger das Fundament gelegt haben. Nicht wesentlich brutaler aber selbstverständlich kein Kinderfilm. Für Fans aber durchaus 90 Minuten lang gute Unterhaltung. Alle anderen werden ohnehin bei dem Namen Hostel einen großen Bogen machen. filmdetails

Donnerstag, 25. Mai 2017

Filmkritik: Killerhunde (1976)

(c) VZ-Handelsgesellschaft
Das Hunde irgendwann auch als die Killertiere schlechthin herhalten müssen war offensichtlich: Piranhas, Affen, Bären oder Haie - die 70iger Jahre Horrorfilmeszene war geprägt von Tieren die uns an die Gurgel wollen. Hunde gab es jedoch bis dato noch nicht - bzw. waren nicht so präsent - obwohl sogar bereits noch harmlosere Haustiere wie Hitchcocks Die Vögel bereits fast 20 Jahre vorher uns das Fürchten gelehrt haben. Kurz gesagt: Mit dem Klischee des harmlosen Haushundes der maximal einen Briefträger angreift wird hier kräftig aufgeräumt. In Dogs ist sogut wie jeder Hund ein Killer: Vom Dackel bis zur Dogge - alles ist tödlich.
Der Filmtitel ist Programm: Durch eine - nicht näher definierte - Ursache in einem Elektronenbeschleuniger werden landesweit Hunde agressiv. Zunächst sind es noch einige Kühe die zerfleischt werden, als der Biologie Professor Dr. Harlan Thompson die Fälle untersucht. Doch dies ist erst der Anfang: Auch Menschen stehen nämlich auf der Speisekarte der Vierbeiner. Die Situation eskaliert, als der Bürgermeister alle Warnungen in den Wind schlägt. Es passiert das Unvermeidbare: Bei einer Familienfest mit Kindern fangen die Hunde an Amok zu laufen.
Killerhunde - bzw. Dogs, wie er im Original heißt - verfolgt eine klassische Tierhorrorstory: Ein Wissenschaftler bemerkt die wachsende Gefahr recht früh, die Verantwortlichen (in dem Fall der  Bürgermeister) wollen es nicht wahrhaben und spielen die Situation runter. Es kommt wie es kommen muss zur Katastrophe und die Situation entgleist komplett. Dogs unterscheidet sich hier nicht wirklich von anderen Werken aus der Zeit wie Piranhas oder Grizzly. Der Unterschied ist, dass es hier aber keine Kreatur aus der Wildnis ist, sondern durchwegs Haushunde. Und diese kommen sogar recht niedlich rüber. In Szenen wo sie "agressiv" wirken sollen werden daher einfach Einstellungen reingeschnitten wo sie in Nahaufnahme bellen. Bösartig wirkt das ganze oftmals nicht wirklich. Dies ist auch der Grund, warum bei mir kein richtiges Horrorfeeling aufkam. Was übrigens ebenfalls nicht ganz reingepasst hat war die Sidestory mit einem Elektronenbeschleuniger: Dieser soll in irgendeiner Weise die Hunde beeinflusst haben. Der physikalische Hintergrund erschließt mir hier nicht. Selbst für einen Horrorfilm wäre hier zumindest eine halbwegs plausible Erklärung wünschenswert gewesen. Trotzdem: Dogs hat Charme. Aufgrund der Darsteller, der Atmosphäre und der - wie erwähnt jedoch nicht besonders gruseligen - Hunden taugt dieser Film zum einmaligen Ansehen absolut. filmdetails

Mittwoch, 17. Mai 2017

Filmkritik: Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)

(c) Kinowelt
Allzu gute Kritiken bekam Stephen Kings Regiedebut nicht wirklich. „Unlogisch aufgebauter und von Horror-Kultautor Stephen King enttäuschend platt inszenierter B-Film, der Humor mit Vulgarität und Spannung mit billigen Effekten verwechselt.“ schrieb seinerzeit zum Beispiel das Lexikon des Internationalen Films. Vugär und billig - eine Wertung, die einen Trashfan neugierig macht also. Auch die imdb Wertung von Maximum Overdrive - wie der Film im Original heißt - ist allenfalls als solide zu bezeichnen. Trotzdem hat der Film inzwischen sowas wie einen Kultstatus erreicht. Und auch die Amazon Kritiken sind alles andere als negativ. Grund genug also den Film einmal näher zu begutachten. So bietet es sich an, dass der Film aktuell bei Amazon Prime im kostenlosem Stream verfügbar ist - wohlbemerkt cut, was mir zunächst nicht bewußt war. Erst im späteren Verlauf des Filmes gibt es eine Szene, wo man etwas stutzig wird. Ein Blick lohnt sich aber allemal. Die Uncut Version wird aber ohnehin spätestens beim nächsten Filmbörsenbesuch gekauft. Doch worum geht es bei dem Film mit dem sperrigen deutschen Titel eigentlich? Um nicht sehr viel - abgesehen von Überleben muss man sich eingestehen. Es ist klassischer Survival Horrorfilm und die Story entsprechend dünn:
Wir schreiben das Jahr 1987. Der Komet Rhea M nähert sich der Erdumlaufbahn. 8 Tage lang wird sich daraufhin die Erde im Schweif des Kometen befinden. Diese Zeit wird die Menschheit jedoch komplett verändern: Maschinen spielen urplötzlich verrückt. Doch es bleibt nicht dabei, dass ein paar Geldautomaten ihre Kunden beleidigen, oder ein Flipper von alleine anfängt zu spielen. Richtig gefährlich wird es, als Autos - insbesondere Trucks - ohne Vorwarnung auf Menschen losgehen. Eine Gruppe wild zusammengewürfelter Personen (Das obgligatorische frischvermählte Ehepaar, ein Trucker, ein kleiner Junge usw.) ist hierbei in einem Truckstopp gefangen und wird von einer Meute aggressiverTrucks belagert. Nur der junge Aushilfskellner Bill Robinson (gespielt von Charlie Sheens Bruder Emilio Estevez) behält den Überblick und führt die Rebellion gegen die Maschinen an.
Wie Eingangs erwähnt waren die Rezensionen eher verhalten. Nach heutigen Standard macht der Film - neutral betrachtet - noch weniger her: Die Story ist ziemlich abstrus und vorhersehbar. "Weit hergeholt" wäre fast schmeichelthaft ausgedrückt. Und trotzdem: Dank der überzeugenden Darstellern und vor allem der gut eingefangenen 80iger Jahre Atmosphäre macht der Film unheimlich Spass. In einer Reihe mit ähnlichen Endzeit-Filmen wie John Carpenters Das Ende oder Sie leben muss sich Rhea M nicht verstecken. Rhea M macht einfach Spass, gruselt ein wenig und feiert gegen Ende ein wahres Actionfeuerwerk ab. filmdetails

Freitag, 5. Mai 2017

Filmkritik: Splatter University (1984)

(c) Astro
Eine Universität. Ein wahnsinniger Killer und die traditionsreiche Trash-Filmfirma Troma. Was soll bei dieser Mischung noch schiefgehen? Eigentlich nicht viel sollte man denken. Und trotzdem hat Splatter University seine Schwächen. Zunächst aber ein Überblick der Story:
Drei Jahre ist es inzwischen her, dass der geisteskranke Psychopath Daniel Grayham aus der Anstalt geflohen ist. Obwohl er bei der Flucht einen Mitarbeiter auf brutalste Weise ermordet hat, konnte Grayham unbemerkt untertauchen.
Gegenwart: An einem College wird die Dozentin Janet Phillips eiskalt erstochen. Auch dieser Mord wird nicht aufgeklärt - dafür aber umso schneller die Ersatzlehrin Julie Parker angestellt. Mit einem etwas mulmigen Gefühl, dass ihre Vorgängerin umgebracht wurde, startet Julie in den Universitätsalltag. Wenn da nur nicht die ganzen Morde wären... - denn Grayham läuft immer noch frei rum.
Für einen Troma-Film ist Splatter University reichlich unlustig. Während Tromas Flagschiffe wie der Toxic Avenger oder die Surf Nazis sich selbst nicht allzu ernst nahmen, räumt Grayham auf: Ohne Sinn für Humor wird hier einer der Studenten nach dem anderen dahingerafft. Hier wäre übrigens anzumerken, dass die Studenten allesamt im höchsten Maße unsymphatisch rüberkommen. Obwohl es sich um eine Universität handelt, werden die Charaktere wie ein Haufen Null-Bock Teenies dargestellt. Zusätzlich ist es verwirrend, dass abwechselnd von Schülern und im nächsten Moment von Studenten die Rede ist. Aber vermutlich sind dies Details an denen ich mich aufreibe. Letztendlich ist die Lehranstalt ja nur die Kulisse für eine Reihe mehr oder weniger abwechslungsreiche Morde. Wie auch immer. Ganz an die "großen" Troma Werke kommt Splatter University nicht ran. Vermutlich ist das auch ein Grund, weshalb dieser Film niemals den selben Kultstatus einer Class of Nukem High erreicht hat. Trotzdem: Spass gemacht hat er. Kein Film, den man öfters gesehen haben muss - aber immmer ein netter 80iger Jahre Low-Budget Trash/Splatterfilm, der offenbar aufgrund der starken Konkurrenz aus eigenem Hause fast komplett in Vergessenheit geraten ist. filmdetails

Montag, 24. April 2017

Filmkritik: Still (2016)

(c) Netflix
Es ist gar nicht so lange her, als mit Don't Breath ein wirklich guter Homeinvasion Film erschienen ist. Dort steigt eine Gang in das Haus eines blinden Irak-Veteranen ein und gerät damit eindeutig an den Falschen. Still - im Original Hush - ebenfalls aus dem Jahr 2016 schlägt in eine ganz ähnliche Kerbe: Eine gehörlose Frau wird in ihrem abgelegenen Haus von einem Psychophaten bedrängt. Obwohl man  es zunächst vermuten würde: dieser Film steht in keiner direkten Konkurrenz zu Don't Breath - auch wenn das Thema ähnlich erscheinen mag: Erst blind - jetzt taub, und dazu noch das selbe Filmgenre. Doch fairerweise sollte man sich das Ganze genauer ansehen:
Maddie ist eine taubstumme Schriftstellerin. Als sie 13 Jahre alt war wurde sie aufgrund einer schweren Krankheit taub. Eine fehlgeschlagene Operation trug letztendlich dazu bei, dass sie außerdem auch noch ihre Stimme verlor. Nachdem sich Maddie von ihrem Freund getrennt hat lebt sie nun alleine in einem abgelegenen Haus um ihr Leben als Autorin ganz ihren Romanen zu widmen. Die Idylle wird jedoch abrupt unterbrochen als ein geisteskranker Psychopath auftaucht und nach ihrem Leben trachtet. Auch wenn seine wahren Motive unklar erscheinen - eines ist sicher: Maddies Lebenserwartung ist soeben rapide gesunken.
Auch wenn es ein paar kleine Logikfehler gibt: Still überzeugt auf der ganze Linie. Maddie - gespielt von der bis jetzt eher unbekannten Schauspielerin Kate Siegel - liefert sich hier mit ihren irren Widersacher einen knallharten Überlebenskampf. Schauspieler (von denen es gerade mal vier gibt!), Atmosphäre und Technik: man kann behaupten, dass alles überzeugt bzw. einfach zusammen passt. Vielleicht liegt dies aber auch an dem überschaubaren Set: Der komplette Film spielt nämlich innerhalb eines Hauses inklusive dem anliegenden Grundstück. Ähnlich wie bei Your are Next oder - der Mutter aller modernen Homeinvasion-Filme - Funny Games. Das Genre in Reinkultur. Und auch wenn Still das Genre nicht wirklich neu erfindet (und das will der Film ganz offenkundig gar nicht), wird alles richtig gemacht. Man braucht keine neuen Einflüsse, wenn altbewährtes gut umgesetzt ist. Auf handwerklichen hohem Niveau ist Still genau der Film, der er sein möchte. Klare Empfehlung an alle, die dieses Subgenre des Horrofilms mögen. Was vielleicht noch interessant und erwähnenswert ist: Der Film ist aktuell exklusiv bei Netflix zu sehen. Es gibt ihn weder auf anderen VoD Plattformen zu streamen noch auf Bluray / DVD zu kaufen. Den Grund für diese Vermarktungs-Strategie konnte ich nicht finden. filmdetails

Montag, 17. April 2017

Filmkritik: Supersonic Man (1980)

Ist es Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein - es ist Supersonic Man! Heutzutage würde man vermutlich in Grund und Boden geklagt werden, wenn man es wagt mit der Tagline eines bekannten Hollywood Blockbusters bzw. Comics seinen eigenen Film zu bewerben. Vor gut 30 Jahren sah dies aber jedoch noch anders aus, und der Spruch landete kurzerhand direkt auf dem Filmplakat. Doch damit nicht genug: Nicht, dass nur der Titel sowie die Tagline herhalten mussten - im Prinzip wurde hier alles kopiert - und zwar nicht nur von Superman, sondern praktischerweise auch gleich von Star Wars, der etwa zwei Jahre vorher sehr erfolgreich lief.
Supersonic Man bedient sich ohne mit der Wimper zu zucken aus sämtlichen Elementen die Superman und Star Wars zu dem gemacht haben, was sie sind: Das Problem ist jedoch, dass bei Supersonic Man - im Gegensatz zu den großen Vorbildern - lediglich absoluter Trash draus geworden ist. Vermischt wird diese Verhunzung mit einem Humor, der am besten mit diversen Bud Spencer und Terrence Hill Filmen vergleichbar ist. Barschlägerei inklusive. Ein Zufall ist auch das wohl nicht, da Supersonic Man, oder - wie er im spanischen Orignal heisst El Supersonico - eben aus genau der Zeit kommt und damit offenbar auch den europäischen Zuschauern etwas vertrautes geben wollte. Plattfuss in Manhattan meets Superman hätte ein passender Alternativtitel sein können.
Zur Story (auch wenn sie hier alles andere als wichtig ist): Der Supersonic Man wird auf die Erde geschickt um die technologisch hochgezüchtete Menschheit vor sich selbst zu beschützen. Damit er dabei nicht zu sehr auffällt nimmt er als Tarnung die Identität des harmlosen Erdenbürgers Paul an. Abgesehen von seinem monströsen Pornobalken sieht Paul nämlich wie ein ganz normaler Mensch aus. Ausgestattet mit einer digitalen (!) Armbanduhr kann Paul allerdings mit dem Spruch "Mögen die Kräfte von Kronos mit mir sein" sich in Supersonic Man verwandeln. Neben dem lächerlichen coolen Cape verfärbt sich Pauls Gesicht nun in ein helles schlumpfblau und wird pornobalkenfrei. Das er ab jetzt fliegen kann, telekinetische Kräfte besitzt und gegen Hitze sowie Kälte immun ist, muss wohl nicht noch extra erwähnt werden.
Sein Widersacher - der größenwahnsinnige Dr. Gulik - hat währenddessen eine Waffe erfunden, mit der er Städte in Sekunden auslöschen kann. Um diese Massenvernichtungswaffe zu optimieren entführt er den berühmten Professor Morgan, seines Zeichens Nukular Nuklearwissenschaftler an einem rennomierten Institut. Paul, bzw. sein Alter Ego Supersonic Man, ist jetzt der Einzige, der dem wahnsinnigen Dr. Gulik noch Einhalt gebieten kann.
Das hier fast alle Schauspieler unter einem Pseudonym mitgespielt haben ist sicher kein Zufall. Eigentlich dachte ich, dass nicht viele Filme den türkischen Star Wars toppen bzw. unterbieten können, doch Supersonic Man ist durchaus ein gerechtfertigter Anwärter auf das dreisteste Ripoff aller Zeiten. Fast peinlich ist es zuzugeben, dass  ich den Film inzwischen dreimal gesehen habe - öfter als Superman immerhin. Jedoch stehe ich dazu. Im Gegensatz zu Der Koloss von Konga hat man hierbei wenigstens nicht das Gefühl von Starlight-Film betrogen zu worden sein, wobei der Film ebenfalls nur 1,50 Euro gekostet hat. Supersonic Man ist dafür so unterhaltsam, dass bei einem DVD-Abend mit 5 Leuten mindestens eine Person dabei ist, die den Film absolut cool findet und direkt noch einmal sehen will. Beim ersten DVD-Abend war es ich - beim zweiten ein anderer. Filme sind halt - wie alles - Geschmackssache. Und hier geht es eindeutig um schlechten Geschmack, was aber nicht stören muss. filmdetails

Freitag, 14. April 2017

Schlefaz Ostern-Spezial

Der TV-Tipp für heute Abend: Schlefaz! Das Ostern-Spezial präsentiert mit Supersonic Man und Hentai Kamen zwei absolut hochwertige Filme aus der untersten Schublade. Wer also am Karsamstag nichts anderes vorhat unbedingt Tele 5 einschalten.

Mittwoch, 29. März 2017

Filmkritik: Die Hölle der lebenden Toten (1980)

(c) XT Video
Neben Lucio Fulcio und Dario Argento düfte Bruno Mattei wohl der prominenteste Name sein, wenn es um das italienische Horrorkino der 70iger und 80iger Jahre geht. Und dies, obwohl Mattei fast ausschließlich unter den Pseudonymen Vincent Dawn und Pierre Le Blanc gedreht hat. Wenn man seine Filmographie näher ansieht, kann man aber ahnen, warum er nicht unbedingt mit all seinen Werken in Verbindung gebracht werden wollte: Diese besteht nämlich vorwiegend aus Sexfilmen, Naziploitation und natürlich - wie sollte es sonst sein - Horrofilmen. Die Hölle der lebenden Toten - oder wie er im Original heißt Virus - ist so einer.
Die Story ist für einen Zombiefilme fast schon komplex: Die US-Regierung betreibt - unter dem Vorwand Mittel gegen gefährliche Viren zu erproben - in mehreren dritte Welt Ländern Forschungzentren. Eine dieser Einrichtungen befindet sich in Neuguinea, wo es zu einem folgeschweren Zwischenfall kommt. Nachdem der Giftstoff in die Umweltgelangt ist, fangen Menschen plötzlich an zu mutieren und sich gegenseitig anzugreifen. Eine vierköpfige US-Spezialeinheit wird kurz nach bekannt werden des Unglücks in das Land geschickt um die Lage zu sichern. Dort angekommen treffen sie auf zwei französische Journalisten, die gerade dabei sind einen Skandal aufzudecken: Die Forschungseinrichtungen sind nämlich mit allem anderen beschäftigt, als einen Stoff gegen Viren zu erproben. Vielmehr wird hier ein chemischer Kampfstoff getestet, mit dem die Bevölkerungszahl in den Drittweltländern auf eine sehr unschöne Art reguliert werden soll.
Zugegeben: Neutral gesehen ist Die Hölle der lebenden Toten kein besonders guter Film. Die Schauspieler sind allesamt eher mittelmaß - die Dialoge sind dämlich (was Bruno Mattei in einem Interview auf der DVD sogar selbst zugibt) und die Story eher pseudoanspruchsvoll. Aber trotzdem macht der Film Spaß. Die liegt natürlich in erster Linie an den derben Spezialeffekten, die damals selbstvertändlich noch komplett handgemacht waren. Dazu kommt das Setting, was im Dschungel spielen soll. Der Film wurde zwar in Spanien gedreht - jedoch mit Archivmaterial aus einer Dokumenation versehen, dass man das Gefühl bekommt, dass der Film doch irgendwie im Dschungel spielt. Einziges Manko: Das Archivmaterial hat oft andere Lichtverhältnisse als der Film selbst, weshalb die Szenen doch oftmals sehr konstruiert wirken. Wirkt trashig, aber immerhin wurde sich Mühe gegeben. Bruno Mattei hat es also immerhin geschafft einen durchaus unterhaltsamen Zombiefilm auf die Beine zu stellen. Fans die mit Filme wie Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies etwas anfangen konnten, wird dieser sicherlich auch gefallen. filmdetails

Sonntag, 19. März 2017

Filmkritik: Deep Blue Sea (1999)

(c) Warner Bros. Home
Den meisten Filmfans dürften zum Thema Haie auf Anhieb zunächst Der weiße Hai und die Sharknado Filme einfallen. Deep Blue Sea werden hingegen die wenigsten zuersts auf dem Schirm haben. Sicher nicht, weil der Film extrem schlecht ist - im Gegenteil: das Schicksal von Deep Blue Sea war bzw. ist, dass er in einer ganzen Reihe Tierhorrorfilme in seiner Zeit erschienen ist. Anaconda, Octalus oder The Relict sind nur einige. Vielleicht lag es auch an den mitunter eher unbekannten Darstellern. Bis auf Samuel L. Jackson war hier nicht unbedingt die A-Liga von Hollywood am Start. Neben dem damals durchaus populären Rapper LL Cool Jay war Thomas Jane noch das bekannteste Gesicht im Film. Doch die Darsteller sind im Grunde auch nur Nebensache, in echt geht es doch um die Tiere - in diesem Fall die Haie.
Die abgelegene Unterwasser-Forschungsstation Aquatica wurde früher als U-Boot-Basis im zweiten Weltkrieg benutzt. Zwischenzeitlich hat die verfallenen Ruinen ein großer Biotec Konzern aufgekauft um hier seine geheime Forschungen im Bereich der Medikamentenforschung gegen Alzheimer voranzutreiben. Haie sollen hier als "Versuchspersonen" für ein besonderes Präperat herhalten, die das Gehirn extrem schnell regenerieren. Das dies nicht planmäßig verläuft liegt auf der Hand: Die Haie mutieren zu einer Art Superkiller und wenden sich gegen die Wissenschaftler, die sie einst erschaffen haben.
Zugegeben - der Film startet ein wenig lahm: Hier ein paar lockere Sprüche von LL Cool Jay - dort ein kluger Spruch von der Wissenschaftlerin McAlester. Die erste halbe Stunde passiert fast überhaupt nichts, bis auf die Einführung der Charaktere sowie ein paar Erklärungen, warum überhaupt diese Experimente an den Haien vollzogen werden müssen. Das schlägt jedoch schlagartig um: Innerhalb von zwei Minuten entwickelt sich der Film zu einem reinrassigen Tierhorror. Was nach der dreissigsten Minute innerhalb von kürzerster Zeit an Zerstörung abgefeiert wird, hätte auch in einem Vietnamfilm stattfinden können. Nachdem Aquatica in Schutt und Asche liegt (und das dauert dank eines von den Haien zum Absturz gebrachten Hubschraubers gerade mal 2 Minuten) fängt der eigentliche Film an. Und das ist das, was der Zuschauer erwartet hat: Ein knallharter Actionfilm bei dem es nur noch um Mensch gegen Natur geht. Obwohl die CGI von Deep Blue Sea heutzutage keinen mehr aus dem Sessel reissen wird, kommt Spannung auf. Dies liegt neben dem atmosphärischen Soundtrack vor allem an den Puppen, die in den Nahaufnahmen die Haie darstellen. Diese wirken nämlich im Vergleich zu den Computeranimierten Kameraden wesentlich gruseliger und brutaler. Das Effekte jedoch nicht alles sind merkt man 18 Jahre nach Release umso mehr. Story, Darsteller und Soundtrack passen hier einfach zusammen, weshalb Deep Blue Sea auch heute noch ein ansehnlicher Tierschocker ist. Empfehlenswert für alle, die etwas mit Haien anfangen können. filmdetails

Donnerstag, 9. März 2017

Filmkritik: 31 - A Rob Zombie Film (2016)

(c) Lionsgate Home Entertainment
Erinnert sich noch jemand an den Killerclown-Hype im letzten Herbst? So schnell er gekommen war, so schnell war er auch schon wieder weg. Rob Zombies neuer Film 31 lief inmitten der Clownhysterie an. Eigentlich hätte sich der Mann keine bessere gratis Werbung wünschen können. Trotzdem kam 31 nicht so richtig an - und die meisten Kinos verbannten ihn auf Spielzeiten nach 22:00 Uhr wo in der Woche die wenigtsten Leute noch ins Kino gehen. Jetzt, 4 Monate später, ist der Film auf Bluray und DVD erschienen. Als Fan von Killerclowns (in Filmen - nicht die maskierten Idioten die Passanten erschrecken!) und Fan von Rob Zombies Filmen war es also eine Pflicht sich 31 jetzt einmal genauer anzusehen. Bis auf Lords of Salem haben mir seine Filme durchwegs gefallen - also war ich trotz der mittelmässigen Bewertungen optimistisch.
Die Story eher Nebensache: Eine Gruppe abgehalfteter Schaussteller befinden sich auf der Fahrt zum nächsten Auftritt. Unterwegs pausiert die Gruppe bei einer abgelegenen Tankstelle. Kurz nachdem sie die Fahrt wieder aufnehmen treffen sie auf eine unheimliche Straßensperre aus Vogelscheuchen. Urplötzlich werden sie von einigen maskierten Männern k.o. geschlagen und mitgenommen. Als die Gruppe wieder aufwacht befinden sie sich auf einer Art alten Industriekomplexes wieder. Dort wird Ihnen von einem wirren, mittelalterlich gekleideten, Mann offenbart, dass sie sich inmitten eines perfiden Spieles befinden. Es laufen Wetten auf das Überleben und Sterben der Teilnehmer - die ab jetzt an von gestörten Clowns verfolgt werden, die nur eines wollen: Alle Spielteilnehmer töten!
Um es auf den Punkt zu bringen: Obwohl der Film nicht wirklich schlecht war, bin ich etwas enttäuscht. Ich weiß nicht, ob es meine relativ hohen Erwartung war: Aber das Thema Manhunt wurde nun einmal schon oftmals umgesetzt. Und oft auch wesentlich besser. Rob Zombie findet irgendwie keine gerade Linie. An vielen Stellen nimmt sich der Film fast zu ernst, obwohl es die groteske Story eigentlich gar nicht zulassen sollte. Mit Haus der tausend Leichen hat Rob Zombie es geschafft ein übertriebenes und unrealistisches Setting in eine nicht ganz ernstzunehmende Story einzupacken. Im Gegenteil konnte er 3 Jahre später beim Halloween-Reboot beweisen, dass er auch knallharte, ernste und überhaupt nicht witzige Horrorschocker drehen kann. 31 ist weder das eine, noch das andere. Obwohl es einige relativ heftige Szenen gibt, kommt keine wirkliche Spannung auf. Eventuell liegt dies auch an den relativ austauschbaren Charakteren. Von seiner Stammbesetzung ist bis auf Cheri Moon Zombie (seine Frau) keiner dabei. Für mich persönlich waren es daher weitgehend unbekannte, austauschbare Charaktere. Wer das Clownsetting mag kann zwar durchaus einen Blick wagen, sollte aber nicht allzu hohe Erwartungen haben. Geht man so an 31 ran, kann man durchaus seinen Spaß haben. filmdetails

Donnerstag, 23. Februar 2017

Filmkritik: Candyman's Fluch (1992)

(c) Meteor Film (AL!VE)
Es muss eine Ewigkeit her gewesen sein, dass ich Candyman - in einer vermutlich gekürzten Version - im TV gesehen habe. Laut der ofdb muss es um das Jahr 2000 rum auf Sat 1 oder Kabel 1 gewesen sein. Obwohl er offenbar geschnitten war, behielt ich ihn äußerst positiv in Erinnerung. Als ich den Film letztens zufällig für gerade mal 15 Euro im Mediabook (inzwischen natürlich uncut) bei der Drogerie Müller fand wurde er deshalb direkt gekauft. Von der Story her könnte man zunächst an einen Teenieslasher im Stil von Scream oder Ich weiß was du letzten Sommer getan hast... denken. Candyman schlägt jedoch eine andere Kerbe, wie man nach kurzer Zeit feststellt. Dies sollte jedoch nicht als Wertung gesehen werden - sondern bezieht sich nur auf die Einschätzung wohin der Film den Zuschauer führt.
Helen und ihre Kommilitonin bereiten gerade ihre Dissertation zum Thema "Urban Legends" vor. Inbesonders eine dieser modernen Sagen hat es den beiden angetan: Die des mysteriösen Candymans. Einen ehemaligen schwarzen Sklaven, der im letzten Jahrhundert von einem Mob getötet wurde, nachdem er mit der falschen Frau zusammen war. Da der Tote nie zur Ruhe kam lastet ein Fluch auf ihm: Wenn einer Candymans Namen fünf mal vor einem Spiegel wiederholt, kehrt er wieder. Keine Überraschung, dass Helen und ihre Freundin - angetrunken von einigen Gläsern Wein - dies in einem Selbstversuch direkt einmal ausprobieren und damit tatsächlich den Candyman heraufbeschwören.
Ursprünglich handelte es sich bei Candyman um eine Kurzgeschichte von Clive Barker. Dieser hat mit dem Film - abgesehen von der Grundidee und Produktion - jedoch nichts mehr zu tun. Haupverantwortlich war Bernard Rose - der außer Candyman allerdings nichts bekannteres in seiner Filmographie vorzuweisen hat. Trotzdem ist der Film durchwegs gelungen. Nach einem etwas zähen Start, wo mehr oder weniger erklärt wird wer der Candyman ist und warum ein Fluch auf ihm lastet, wird die Spannung aufgebaut. Dies liegt neben der überzeugenden Virginia Madsen (welche übrigens die Schwester von Tarantinos Dauerbesetzung Michael Madsen ist) vor allem an dem beklemmenden orchestralen Soundtrack von Philip Glass. Dieser in Kombination mit dem Anblick der trostlosen Cabrini-Green Home Ghettos erschafft eine ganz besonders unwohle Atmosphäre. Dieser Wohnblock - der in der Realität übrigens unter dem selben Namen bekannt ist - wurde im letzten Jahrzehnt abgerissen und zählte nicht umsonst zu einem der Chicagoer Problemvierteln. Zusammengefasst kann man sagen, dass Candyman weniger durch die Story als durch die dichte Atmosphäre überzeugt. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall. Horror-Fans, welche mit Filmen die in urbanen Gebieten spielen etwas Anfangen können, kommen um den Candyman ohnehin nicht drum herum. filmdetails

Montag, 13. Februar 2017

Filmkritik: Cannibal Terror (1980)

(c) Eurociné
Gleich zu Beginn eine Entwarnung: Obwohl Kannibale im Titel drin steht - Tiere kommen nicht zu schaden. Man kann also den Film guten Gewissens sehen. Allerdings kann für eventuelle bleibende Hirnschäden im Filmgeschmackszentrum beim Zuschauer keiner garantieren. Ein Film bei dem Jesus Franco am Drehbuch mitschreibt - aber sich offenbar selbst zu schade ist Regie zu führen. Das muss was heißen. Franco steht bzw. stand immerhin nicht gerade im Verdacht sich um seinen Ruf großartig zu sorgen. Doch hierbei machte sich der Meister des Schmuddelfilms scheinbar selbst Gedanken um seine Reputation. So kam es wohl, dass er letztendlich auf eine Erwähnung im Titel verzichtete. Alle anderen Beteiligten werden dann aber immerhin mit mehr oder weniger Schreibfehlern im Vorspann erwähnt (evtl. sollte aber auch Sylvia einfach cooler wirken als Silvia...), der mit dem obgligatorischen Synthesizergedudel untermalt ist. Ohne sich weiter zu informieren kann man jetzt ansatzweise ahnen, was einen in den nächsten 90 Minuten bevorsteht.
Ich versuche es mal zusammenzufassen:
Ein paar vertrottelte Aushilfsgangster wittern den großen Coup: Sie entführen die Tochter eines Autohändlers und fordern eine stattliche Summe Lösegeld. Die Übergabe scheitert, da einer der Gangster bei der Übergabe einen Fussgänger über den Haufen fährt und dadurch die Polizei auf den Plan ruft. Wie gut, dass einer der Verbrecher einen Bekannten in Südamerika hat. Wie schlecht aber, dass dieser Bekannte als Nachbarn ein paar Kannibalen hat, die nur darauf warten europäisches Frischfutter zu bekommen. In solchen Fällen ist man als Europäer fast froh einen Nachbarn zu haben, der sich nur wegen lauter Musik beschwert... So kommt es wie es kommen muss: Die Verbrecherbande taucht - zusammen mit dem entführten Kind - bei dem Typen unter, die Eltern des Kindes trudeln ebenfalls ein um das Kind zu retten - und am Schluss wird die ganze Bande begleitet von schlechter Synthesizer Musik und noch schlechteren Spezialeffekten gemeuchelt und gefressen.
Die Qualen die der Film beim Ansehen den Zuschauer bereitet dürften fast gleichauf des Kannibalenterrors sein, den die Hauptdarsteller über sich ergehen lassen müssen. Inbesondere die deutschen Synchronstimmen geben einen hundsmiserabelen Film noch den extra Schlag in die Magengrube, auf dass er auch ja nie wieder mehr aufstehen werde. Selbst hartgesottenen Trashfilmfans dürfte teilweise die Spucke im Halse stecken bleiben, bei was einem hier geboten wird. Fangen wir zunächst mal an, mit den Dingen die bei dem Film äußerst gut gelungen sind: ...
So, und jetzt zu den Dingen, die eher weniger gelungen sind - oder bei der Produktion gar komplett aus dem Ruder liefen: An dieser Stelle weiß ich gerade gar nicht wo ich anfangen soll. Zur Story will ich mich gar nicht äußern. Diese ist derart vollen Logiklücken, unschlüssigen Handlungsträngen sowie Szenenwechseln und Fehlern in der Kontinuität, dass es ziellos wäre hier genauer drauf einzugehen. Als nächstes wären die Darsteller - die durch die oben erwähnten Synchronsprecher nochmal mieser wirken als ohnehin schon. Als nächste wäre da das Szenenbild, was nur als ein schlechter Witz dienen kann. In einer Szene fahren tatsächlich unweit des Kannibalendorfes im Hintergrund LKWs auf einer Landstraße entlang. Wohlbemerkt soll die Szene sich in den untiefen des Dschungels abspielen - fernab jeglicher Zivilisation natürlich. Klar. Achja Kannibalendorf. Die Kannibalen sind in Cannibal Terror nicht mal - wie bei anderen Filmen aus der Zeit - "echte" Einheimische, damit es wenigsten ein wenig authentisch wirkt. Nein - bei Cannibal Terror wurden (aus welchen Gründen auch immer) auf weiße bierbäuchige Europäer - teils mit Halbglatze - zurückgegriffen die im Lendenschurz durch das Bild turnen durften. Lächerliche Kannibalen gab es wohl in noch keinem Film. Zusammengefasst ist der Streifen eine filmische Katastrophe. Ein absoluter Supergau - wo so ziemlich alles - ach was rede ich - wo wirklich alles schiefgelaufen ist, was beim Filmedrehen schieflaufen kann. Da der Film wenigstens - wie oben erwähnt - keinen Tiersnuff beinhaltet taugt er wenigstens als Unterhaltung bei einem Trashfilmabend. Für Zuschauer unter 1 Promille ist er jedoch absolut nicht geeignet. filmdetails

Montag, 6. Februar 2017

Filmkritik: Motorpsycho (1965)

(c) WVG Medien GmbH
Einen Blog über (vorwiegend) Trash- oder B-Filme zu schreiben und noch nie einen Russ Meyer Film rezensiert zu haben paßt irgendwie nicht zusammen. Damit ist aber Schluss und der Zustand wird hiermit schnellstmöglich korrigiert: Nach über 200 Rezensionen ist es soweit und der Meister der Hupenfilme bekommt auch hier seine erste Rezension spendiert. Blind aus der Russ Meyer Kinoeditions-Box gezogen sollte es Motorpsycho der genauer begutachtet wird. Die Story ist - wie man erwarten kann - Nebensache.
Drei Halbstarke - die allerdings so jung gar nicht aussehen - misshandeln die Freundin von Tierarzt Maddox. Auf der Flucht vor Maddox töten die drei einen alten Mann und verletzen dessen jüngere Ehefrau Ruby, als sie auf sie schießen.
Maddox trifft etwas später auf Ruby und nimmt zusammen mit ihr die Verfolgung der drei Burschen auf um Rache zu üben.
In erster Linie liegt der Fokus dieses etwas verkappten Roadmovies selbstverständlich auf den drallen Hauptdarstellerinnen. Jedoch ist Motorpsycho trotzdem noch einer der züchtigeren Russ Meyer Filme. Dies liegt wohl vor allem an dem Erscheinungsjahr 1965 wo es - gerade in Amerika - auch im B-Movie Bereich noch ziemlich kritisch war eine Frau oben ohne zu zeigen, geschweige denn komplett nackt. Diese Tatsache wird bei Motorpsycho durch diverse Anzüglichkeiten, Zweideutigkeiten und ultraknapper Kleidung gekonnt umgangen. Der Schmuddelfaktor ist gefühlt extrem hoch - auch wenn die Bilder eine andere Sprache sprechen. Alleine das ist eine Kunst. Auch heute ist Motorpsycho - praktisch ohne eine Nacktszene zu beinhalten - daher der FSK immer noch eine 16er Wertung wert. Ob der Film gut oder schlecht ist will ich gar nicht bewerten. Filmgeschichte geschrieben hat Russ Meyer trotzdem. Wenn auch nicht hier, sondern eher mit seinen späteren Werken wie Vixen und Super Vixen. Filmfans die für alles offen sind können daher durchaus einen Blick riskieren. filmdetails

Montag, 30. Januar 2017

Filmkritik: Don't Breathe (2016)

(c) Sony Pictures Home Entertainment
Inzwischen fast schwierig bei der extremen Auswahl an Neuerscheinungen pro Woche die Perlen herauszufinden. In diesem Fall bin ich nur durch einen Tipp von channard auf diesen Streifen gestoßen. Und ich sollte es nicht bereuen, wie sich heraustellte.
Die Story ist schnell erzählt - und umso interessanter, dass das Endergebnis sich wirklich zeigen lassen kann:
Um ihr Budget etwas aufzubessern brechen Rocky, Alex und Money in Wohnungen ein. Der Vorteil ist, dass Alex Vater eine Securityfirma gehört, weshalb er Zugang zu vielen Generalschlüsseln der Wachdienste hat, was das Einbrechen extrem vereinfacht. Um auf der sicheren Seite zu sein, halten die drei strenge Regeln ein - für den Fall doch einmal geschnappt zu werden: Nie Beute im Wert von mehr als 10 000 Dollar insgesamt oder gar Bargeld mitnehmen. Hintergrund ist, dass in diesen Fällen die Strafe weitaus geringer ist und das Gefängnis erspart bleibt. Eines Tages ergibt sich die Möglichkeit bei einem Irak-Vetaran jedoch 300 000 Dollar zu klauen. Das dieser Mann außerdem blind ist, sollte die Sache zusätzlich vereinfachen. Für diesen letzten Coup wollen die drei ihre selbstauferlegte Regel brechen, in der Hoffnung, dass sie danach so reich sind um nie mehr wieder einbrechen zu müssen. Ein schöner Plan, der gewaltig schief läuft. Der blinde und namenlose Veteran ist nämlich alles andere als hilflos. Schon nach kurzer Zeit werden die Einbrecher zu den Gejagten.
Don't Breath mit anderen Filmen zu vergleichen ist schwierig. Vielleicht hat er ein wenig mit Zatoichi gemein - oder auch mit Riddick. Im Großen und Ganzen ist es jedoch ein ganz klassischer Homeinvasion-Film, wobei in diesem Fall als Opfer nicht die Bewohner herhalten - wie man annehmen sollte - sondern die Eindringlinge. Dont't Breath ist sowas wie der Anti-Home-Invasion Film. Ein paar Einbrecher die sich den großen Coup versprechen, werden zu den Opfern, weil sie sich den Falschen ausgesucht haben. Nicht nur die Idee ein Subgenre auf den Kopf zu stellen macht jedoch Don't Breath aus. Auch filmtechnisch gibt es einiges zu bieten. Ein mehrminütiger One-Shot gleich zu beginn des Einbruches des blinden Mannes bereitet den Zuschauer darauf vor, was sie in den nächsten 70 Minuten zu sehen bekommen. Auch sonst enttäuscht der Film in keinen Punkten. Die Schauspieler überzeugen allesamt, wobei hier besonders Stephen Lang als blinder Irak-Veteran hervorzuheben wäre. Für Thriller und Horrorfans ist Don't Breath damit ein absoluter Pflichtkauf. filmdetails

Sonntag, 22. Januar 2017

TV-Kritik: Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! (Staffel 11)

quelle: wikipedia
Halbzeit! Noch etwa eine Woche und es steht der neue Dschungelkönig bzw. die neue Dschungelkönigin 2017 fest. Anfangs noch verachtet gibt es inzwischen täglich News bei Focus oder Spiegel Online zur beliebten Show. Keiner kann sich entziehen. Egal ob Newsticker auf dem Handy oder herkömmlich auf Webseiten. Trash TV ist endlich dort angekommen wo es hingehört: Im Mainstream. Oder ist eher der Mainstream in Zeiten von Fakenews, Trump und Merkel einfach nur trashiger geworden? Eigentlich auch egal - Zeit aber auf jedenfall auch hier nach längerer Pause mal wieder eine genauere TV-Analyse zu bringen.
Groß geändert hat sich am Format nichts - abgesehen davon, dass der verstorbene Dirk Bach seit inzwischen 5 Staffeln von Kermitgesicht Daniel Hartwig abgelöst wurde. Der Qualität der Sendung tut es keinen Abbruch - oder sagen wir besser dem Konzept. Nicht umsonst ist IBES (wie es in der Fachsprache der Fans heißt) Gesellschaftskritik auf aller höchstem Niveau. Aber schauen wir uns die aktuelle Staffel einmal genauer an.
Mit dabei ist erneut ein bunter Haufen - meistens unbekannter - C-Promis. Bis auf Thomas Häßler ist im Prinzip keiner dabei, der irgendetwas bedeutendes im Leben geleistet hätte. Maximal Marc Terenzi und Fräulein Menke kann man noch so etwas wie einen B-Promistatus zusprechen. Der Rest ist mehr oder weniger nur aus Castingshows, Reality-TV Formaten oder Seifenopern bekannt. Alles wie gehabt also.
Schauen wir uns die Kandidaten mal an. Als erstes fällt Ex-Germanys Next Top Model Kandidatin Gina-Lisa auf. Diese wurde als erste für den Dschungel nominiert und ist vor allem durch Ihre diversen Gerichts-Prozesse bekannt. Verklagt auf mehrere Tausend Euro Schadensersatz für die bezichtigung einer offenbar nicht stattgefundener Vergewaltigung hat sie also das Geld mit Sicherheit dringend nötig.
Achja - Geld: Thomas "Icke" Häßler ist wohl tatsächlich einer der wenigen (oder der einzige) im Camp, der es nicht aus Geld Gründen macht. Der Grund das Thomas da ist, ist, dass seine Frau es ihm geraten hat. Ok - Geld wäre dann vielleicht doch der bessere Grund als sich für den Lebenspartner zum (Dschungel)Affen zu machen. Aber egal - was Legat kann, kann Icke auch.
Also wo waren wir stehen geblieben? Genau - die Kandidaten. Mal ein Schnelldurchlauf:


  • Jens Büchner - Fernsehstar - pardon - Darsteller aus der Vox Serie Die Auswanderer. Damit es auch jeder weiß, hat Jens ein Tattoo seines Lieblingsenders auf dem Arm. Nein - nicht RTL - sondern Vox natürlich! Vox gehört aber zum Glück auch zur RTL Gruppe. Wäre es ein Pro7 Tattoo gewesen, hätte seine Dschungelprüfung sicher irgendetwas mit Schmirgelpapier zu tun gehabt.
  • Gina-Lisa Lohfink - hatten wir schon. Frauenrechtlerin, die für eine falsch angelastete Vergewaltigung Schadensersatz zahlen muss und scheinbar Geld braucht. Viel Geld.
  • Marc Terenzi - Sänger, Stripper, Dauerfreund von Sarah Connor und Trump Wähler. Der Mann macht alles für Geld. Auch Maden essen und Schweinesperma trinken. Prost! Ist aber ein Teamplayer und immer ehrlich.
  • Markus Majowski - Ein Comedian - wie er sich selbst bezeichnet. Vermutlich spielt auch hier die Geldnot eine Rolle. Rausgeflogen heute Abend.
  • Alexander „Honey“ Keen - Der wohl mit Abstand unbekannteste "Star". Honey war Freund einer Germanys Next Top Model Kandidatin und hatte bis IBES nicht einmal einen eigenen Wikipediaeintrag. Merkmal: Behämmertes Dauerlächeln.
  • Kader Loth - Die Trash Diva hat wohl die meiste Erfahrung mit Schund Formaten im privaten Fernsehen. Ansonsten glänzt Kader Loth - die nach all den Operationen wie der auferstandene Michael Jackson aussieht - durch Versagen bei Dschungelprüfungen
  • Florian Wess - Hat neben Kader Loth und Gina Lina wohl das meiste Botox im Gesicht. Aus Umweltschutzgründen dürften die drei - sollte es dazu einmal kommen - vermutlich niemals auf dem selben Friedhof begraben werden.
  • Hanka Rackwitz - "Hexe" Hanka machte erste Trash-Erfahrungen bereits bei Big Brother und hat bis heute die Wende nicht verkraftet. Neben all den Phobien erfahren wir in der ersten Woche bereits mehr über ihr Sexleben und ihre Verdauung, als einem lieb ist.
  • Nicole Mieth - Die Frau mit der wenigsten Screentime. Abgesehen, dass sie sich für den Playboy ausgezogen hat (damit hat sie immerhin - im Vergleich zu den anderen Kandidaten - sozusagen bei einem Literaturerzeugnis mitgewirkt) gibt es nicht viel zu erwähnen.
  • Thomas Häßler - Icke halt. Der Fussball Weltmeister von 1990 ist wie oben geschrieben auf anraten seiner Frau in den Dschungel gezogen. Er ist bis jetzt eine der entspanntesten Personen im Camp.
  • Sarah Joelle Jahnel - Neben Gina-Lisa eine der trashigsten Personen im Lager. Obwohl sie sonst bei jeder Gelegenheit die Hüllen fallen lässt war sie im Dschungelcamp ausgesprochen bieder. Dies wurde bereits gestern vom Zuschauer bestraft: Sarah wurde rausgewählt!
  • Fräulein Menke - Ein One - bzw. Two-Hit Wonder aus den 80iger Jahren. Ansich war die Dame ganz nett. Zu nett offenbar: Denn die Camp-Oma musste bereits als allererste das Lager verlassen.




Jeder Interessierte kann noch die komplette nächste Woche Promis beim Schaben-Essen und ähnlichen Spielereien zusehen. Täglich um 22:15 auf RTL.


Sonntag, 15. Januar 2017

Filmkritik: The Purge: Election Year (2016)

(c) Universal Pictures
Besonders gute Filme waren die ersten beiden nicht unbedingt. Zumindest nicht herausragend. Trotzdem liefen sie - zumindest kommerziell gesehen überzeugend. Also war es schon direkt nachdem der zweite draußen war fast sicher, dass sich die Purge-Reihe zu sowas wie Saw oder Paranormal Activity entwickeln würde und jetzt regelmässige Updates rauskommen. Updates? Ja - so kann man das nennen - denn die Handlung spielt auch diesmal - wie immer - am Purge-Day. Was anders würde andereseits beim dem Filmtitel auch nicht viel Sinn ergeben und wäre wie ein Freitag der 13te ohne Jason. Also aus der Sicht wurde alles richtig gemacht. Ob der Film jetzt auch sonst noch alles richtig macht ist jetzt die Frage.
Seit ihre Familie vor einigen Jahren beim Purge-Day getötet wurde ist Senator Charlie Roan nicht nur offizielle Präsidenten Kandidatin sondern einer der größte Purge-Gegner die es gibt. Dummerweise gibt es in ihren Team einen Verräter, der sie genau an dem Purge-Day ausliefern will. Dieser steht ihren Konkurrenten um das Präsidentenamt nahe, der den Purge-Day für eine sehr gute Tradition hält. Natürlich nicht ohne Hintergedanken: Der Purge-Day soll dafür benutzt werden um arme Menschen zu töten, damit weniger Sozialleistungen gezahlt werden müssen.
Überraschend musste ich feststellen, dass der dritte mir - wie der zweite - besser als Teil 1 gefällt. Vielleicht sogar noch ein wenige mehr als der zweite Teil. Die Reihe findet inzwischen ihren Weg und ist - wie oben fast bemängelt - inzwischen eine Fortsetzung einer fest definierten Filmreihe. Hier geht es nicht um Anspruch oder um irgendwelche Messages, die der Film rüberbringen will, es geht einzig und alleine um die ursprüngliche Idee: Den Purge-Day - einen Tag an dem alles erlaubt ist. Jede Straftat - sogar jeder Mord - ungesühnt bleibt. Egal wie wirr und unrealistisch die Grundidee ist (und das ist sie) - in der Umsetzung, in ihren eigenen Universum - mit ihren eigenen Regeln - funktioniert es. Wenn man über Filmfehler großzügig hinwegsieht kann man sich langsam mit dieser Idee an anfreunden. Bei mir hat es jetzt drei Filme gebraucht - aber Regisseur James DeMonaco hat es tatsächlich geschafft. Ein vierter Teil ist - wie man sich denken kann - jetzt auch schon angekündigt.

Samstag, 7. Januar 2017

Filmkritik: Death Race 2 (2011)

(c) Universal Pictures Germany GmbH
Carl 'Luke' Lucas schlägt sich schon seit Jahren mit kriminellen Geschäften durchs Leben. Eine seiner Regeln besagt allerdings, dass bei seinen Aktionen nie jemand verletzt oder gar getötet werden darf. Dies geht bei dem neusten Coup, den er für seinen zwielichten Boss ausführt, jedoch gründlich schief. Er wird von der Polizei gefangen und in ein privates Hochsicherheitsgefängnis verfrachtet wird. Dort gehen die Aufpasser alles andere als zimperlich mit den Insassen um: Für die Unterhaltung eines Millionenpublikums zuhause vor den Fernsehern werden eine Art moderner Gladiatoren-Wettkämpfen zwischen den Gefangenen ausgetragen. Als die normalen Deathmatches, wie sie Organisatorin September Jones nennt, nicht mehr genug Quoten bringen, werden die sogenannten Death Races eingeführt. Dem Sieger winkt die Freiheit, dem Verlierer der Tod.
Im Prinzip ist die Story fast genau die selbe wie bei dem ersten Teil mit Jason Statham. Mit dem Ur-Death Race Frankensteins Todesrennen hat dieser der Film jedoch nicht mehr viel zu tun. Nur das Ende hält tatsächlich eine interessante Überraschung parat. Death Race 2 ist technisch sowie schauspielerisch für eine reine Direct-To-DVD Produktion überaus gut gelungen. Dazu konnten sogar ein paar halbwegs prominente Schauspieler wie Danny Trejo, der einen mexikanischen Juden namens Goldberg spielt, und Sean Bean als Bösewicht konnte verpflichtet werden. Mit dabei ist auch Robin "Mortal Kombat" Shou, der bereits im ersten Teil mitgespielt hat. Zusammengefasst ist Death Race 2 ein mittelmässiger Actionfilm, der als reine Videotheken-Produktion jedoch ein sehr gutes Bild hinterlässt und seines gleichen suchen muss. Dazu kann er es (fast) mit dem Original aufnehmen. Auch Luke Goss, der quasi als Jason Statham-Ersatz fungieren muss, macht eine ausserordentlich gute Figur. Der Komplettheit wegen kann man den Film durchaus ansehen. filmdetails
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