Montag, 23. April 2018

Filmkritik: Hatchet - Victor Crowley (2017)

(c) Dark Sky Films
Und weiter geht's: Auch im vierten Hatchet Teil - der diesmal jedoch nicht mehr offiziell Hatchet im Titel trägt - geht es alles andere als zahm zur Sache: Victor Crowley - der bekannte Sumpfdämon splattert sich erneute knapp 90 Minuten durch die Sümpfe von Louisana. Bis auf den Titel hat sich also nichts geändert. Als Fan der Reihe könnte man zunächst eine Art Franchise oder Spin-Off vermuten. Aber dies ist zum Glück nicht der Fall. Hauptcharakter, Regisseur, Stil und die Story des Filmes: Es ist eine eindeutige Fortsetzung - und das ist auch gut so.
10 Jahre nach den Ereignissen in den Vorgängern bringt einer der Überlebenden, Andrew, seine Erinnerungen in der Form eines Buches heraus. Trotz diverserer Anfeindungen, dass er aus den Morden im Sumpf Kapital schlagen will, begibt er sich auf eine Büchertour um sein Buch zu promoten. Diese läuft jedoch finanziell alles andere als gut: So ist es nicht allzu verwunderlich, dass Andrew relativ schnell einwilligt, bei einer weiteren Doku über die Sumpfmorde mitzumachen. Die Kohle lockt - und nichts wünscht er sich mehr, als sich danach zur Ruhe zur setzen und eine ruhige Kugel zu schieben. Wie es jedoch kommen muss, gerät auch dieser neue Sumpfbesuch komplett außer Kontrolle. Ein Flugzeugabsturz am Anfang stellt dabei noch das geringste Problem dar. Viel schlimmer ist es, dass das Flugzeug offenbar direkt in Victor Crowleys Jagdrevier gecrashed ist und die Überlebenden des Absturzes - Andrew ist einer von ihnen - nun jetzt ein richtiges Problem haben.
Wie auch in Teil 1 und 2 (den dritten hab ich leider noch nicht gesehen) wird zum größten Teil auf handgemachte Spezialeffekte zurückgegriffen. Für einen Splatterfilm in den Zeiten digitaler Effekte aus dem Jahre 2017 eher ungewöhnlich. Wie in der Filmreihe üblich ist aber genau das einer der Gründe, warum Hatchet auch in seiner dritten Fortsetzung immer noch gut funktioniert. Gepaart wird das Ganze mit einer Menge schwarzer Humor und wie gewohnt skurrilen Charakteren. Diese - das muss wohl nicht extra erwähnt werden - gehen natürlich zum großen Teil drauf. Auszusetzen gibt es an Victor Crowley nicht allzuviel. Wer Anspruch sucht oder eine tolle Story erwartet ist hier sowieso falsch am Platz. Etwas schade ist es, dass die Spielzeit mit gerade einmal knapp über 80 Minuten extrem dünn ausfällt. Immerhin lässt aber das Ende auf einen fünften Teil hoffen. filmdetails

Sonntag, 15. April 2018

Cannon lern Woche bei Tele 5!

Wer aktuell Trash im TV vermisst, sollte diese Woche unbedingt Tele 5 einschalten. Es erwartet uns mehr als ein dutzend trashiger Action Filme mit Berühmtheiten wie Michael Dudikoff, Van Damme oder Chuck Norris. Unter dem wahnwitzigen Wortspiel - allerdings ganz ohne die sonst allgegenwärtigen Alliterationen - Cannon lern Woche bei Tele 5 dürfen wir uns auf leichte Actioncost aus der Kultfilmschmiede freuen. Unter anderem sind Perlen wie Bloodsport, die American Fighter Reihe oder Masters of the Universe mit Dolph Lundgren als He-Man in der Hauptrolle dabei.

Die Komplette Listemit den geplanten Austrahlungsterminen:

15.04. - 20.15 Uhr - Invasion vom Mars
15.04. - 22.15 Uhr - River of Death
16.04. - 00.20 Uhr - Electric Boogaloo
16.04. - 20.15 Uhr - Quatermain - Auf der Suche nach dem Schatz der Könige
16.04. - 22.15 Uhr - Quatermain 2 - Auf der Suche nach der geheimnisvollen Stadt
17.04. - 20.15 Uhr - Bloodsport
17.04. - 22.00 Uhr - Ninja - Die Killermaschine
18.04. - 00.05 Uhr - Die Rückkehr der Ninja
18.04. - 20.15 Uhr - American Fighter
18.04. - 22.05 Uhr - American Fighter 2 - Der Auftrag
18.04. - 23.55 Uhr - American Fighter 3 - Die blutige Jagd
19.04. - 20.15 Uhr - Missing in Action
19.04. - 22.05 Uhr - Missing in Action 2
20.04. - 00.00 Uhr - Braddock: Missing in Action 3
20.04. - 20.15 Uhr - Herkules (präsentiert von SchleFaZ)
20.04. - 23.00 Uhr - Masters of the Universe

Zu beachten ist, dass der eine oder andere Film wohl ziemlich sicher geschnitten sein dürfte.

Donnerstag, 5. April 2018

Schlefaz Staffel 6

Und wieder ist ein Jahr rum - und wieder startet eine neue Staffel Schlefaz. Morgen Abend gehts auf Tele fünf mit Spice World (imdb Rating 3.4) der Film los. Hier die Übersicht der ersten Folgen:

Fr 06.04. 20:15–22:55 - Spiceworld – Der Film
Fr 13.04. 20:15–23:00 - Der Polyp – Die Bestie mit den Todesarmen
Fr 20.04. 20:15–23:00 - Herkules
Fr 27.04. 20:15–22:50 - Argoman – Der phantastische Superman

Montag, 2. April 2018

Filmkritik: Vernetzt – Johnny Mnemonic (1995)

(c) Turbine Medien GmbH
Die 90iger Jahre waren filmtechnisch ein Jahrzehnt der Cyberpunks: Matrix, Der Rasenmähermann, oder halt Johnny Mnemonic waren nur einige der wichtigsten Filme. Während der Durchschnittsbürger noch auf seinem Amiga, 486er oder gar Pentium PC werkelte, war Hollywood gefühlte 10 Schritte weiter. Aber so unterschiedlich die Filme auch waren - eines hatten sie gemeinsam: Mit der aktuellen Realität haben sie wenig zu tun. So auch Johnny Mnemonic. Dieser lädt sich 320 Gigabyte auf ein Implantat in seinen Schädel und wird schier wahnsinnig. Das wir inzwischen 2 Terrabyte wesentlich bequemer in der Hosentaschen befördern können hat damals keiner geahnt. Aber wie hätte man es wissen sollen? Bei 300 MB Festplatten, die 5 1/2 Zoll groß sind und USB noch nicht einmal erfunden wurde. Wie auch immer. Wir alle wissen, Prognosen sind schwierig - besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Und bei technischen Vorhersagungen trifft dies erst recht zu.
Das Internet im Jahre 2021: Schon längst gibt es keine klare Grenze mehr zwischen der realen Welt und dem Cyberspace. Während die Seuche NAS immer größere Teile der Menscheit dezimiert und sich schneller ausbreitet als jeder Computervirus gibt es einige Menschen, die ganz andere Probleme haben. Hierzu gehören die sogenannten Mnemonics. Zu diesen Datenschmugglern gehört auch Johnny. Gegen entsprechende Gebühren schmuggelt er Daten rund um den Globus. Geladen sind die Daten in seinem Kopf auf einem sogenannten Daten-Implantat. Doch diesmal wartet ein Spezialauftrag: Mittels eines Dopplers, soll er anstatt der üblichen 160 Gigabyte schlappe 320 GB in seinen Kopf laden. Gesagt getan - immerhin lockt eine anständige Belohnung durch seinen Vermittler Ralfi (übrigens wunderbar gespielt von Udo Kier). Johnny hat also seinen Schädel mit Daten vollgepumpt: Nicht wissend, um welche brisante Dateien es sich handelt wird er schon kurz da drauf von der chinesischen Mafia um die halbe Welt gejagt. Erst am Ende wird klar, was Johnny sich da in den Kopf geladen hat.
Zunächst sollte man erst einmal alles ausblenden, was angeblich im Jahre 2021 technisch gesehen so möglich - oder eher unmöglich ist. Zumindest aus heutiger Sicht. Das wird uns in 3 Jahren unter Krämpfen Datenmengen - die geringer sind als die einer handelsüblichen Festplatte - in den Kopf laden ist nahezu ausgeschlossen.
Atmosphäre kommt trotztdem auf. Während Johnny Mnemonic - aus der Perspektive von 1995 gesehen - als Cyberpunk-Thriller in einer möglichen Zukunft spielt, ist er heute ein reiner Fantasy Thriller, der in einem digitalen Parallel-Universum spielen könnte. Zu absurd sind die Ideen um den Film wirklich ernst zu nehmen. Aber vielleicht gerade deshalb: Johnny Mnemonic macht Spaß. Und das nicht zu knapp. Neben der für damalige Zeiten neuen Idee sorgen vor allem viele Gastauftritte aus der B-Movie-Szene dazu bei, dass der Zuschauer sich wohl fühlt: Takeshi Kitano, Dolph Lundgren und Udo Kier sind hier die bekanntesten Gesichter. Johnny Mnemonic ist der Film, der kein Remake braucht - und sicher auch keines bekommt. Er steht für sich und ist auch heute noch - nach bald 25 Jahren ein kleiner Genremeilenstein - wenn auch mit ordentlichen B-Movie Charme. Für Fans die Cyberpunk mögen - oder besser ausgedrückt "Retro-Cyberpunk" - ist Johnny Mnemonic eindeutig Pflicht.
Für Regisseur Robert Longo stellt übrigens Johnny Mnemonic den einzigen Ausflug ins Filmgenre dar. Longo ist nämlich Maler und Videokünstler. Neben einigen Videoproduktionen kann man sein Schaffen vor allem in internationalen Kunst-Galerien begutachten. Aktuell zum Beispiel auch in Hamburg in den Deichtorhallen. Wer noch nie 2 Meter hohe Kohlezeichnungen zu gesellschaftskritischen Themen gesehen hat, hat aktuell die Chance dazu. Ein Wort sei noch zur Umsetzung der DVD / Bluray gesagt: Als Rezensionsexemplar hat mir das Mediabook von Turbine gedient. Dieses glänzt - wie von Turbine gewohnt - mit einer liebevollen Aufbereitung. Neben dem Hauptfilm in einer neu gemasterten HD-Qualität gibt es noch die (bis jetzt in Europa unveröffentliche) japanische Fassung als Bonus dazu sowie diverse kurze Interviews mit allen Beteiligten. Johnny Mnemonic ist auch nach über 20 Jahre nach dem Erscheinen ein Filmtipp an alle Freunde des Science Fiction, die sich auch mit weniger Anspruch begnügen. filmdetails

Mittwoch, 14. März 2018

Filmkritik: Adam Chaplin (2011)

(c) Autonomy Pictures
Gleich vorweg: Ja, dieser Film ist extrem brutal. Und ja, es existiert eine 18er Fassung. Und nein: Diese ist nicht uncut, wie man zunächst meinen würde. Diese Fassung wurde nämlich von der Inquisition der BPJM freigegeben. Und das mit einer Laufzeit von sage und schreibe 62 Minuten. Bei einer Original Filmlänge von 84 Minuten fühlen wir uns bei diesen Schnitt in die 1990er zurück katapultiert als zensierte Fassungen noch um die 20 bis 30 Minuten kürzer waren. Wie auch immer: Es existieren - auch auf dem deutschsprachigen Markt - uncut Releases. Und da es sich um einen Gore- und Splatterfilm in Reinkultur handelt sollte auch nur diese Version geschaut werden. Hierbei gilt, unbedingt auf die Laufzeit achten! Wer dem Genre etwas abgewinnen kann, wird jedoch entsprechend belohnt.
Die Story ist - naja - wie zu erwarten etwas dünn: Adam Chaplins Freundin hat sich mit dem Falschen angelegt. Bei einem kriminellen Freak hat sie sich eine größere Summe Geld geliehen und diese nicht zurückzahlen können. Zur Strafe wird sie von dem enstellten Bösewicht direkt einmal mit Benzin überschüttet und angezündet.
Als ihr Freund davon erfährt brennen bei ihm alle Sicherungen durch: Etwas okkult angehaucht verbündet sich Adam mit dem Teufel persönlich. Dieser verleiht ihm auf seinem blutigen Weg der Rache übermenschliche Fähigkeiten und verfolgt natürlich auch seine eigene Ziele.
Ja, lange keinen neueren Horrorfilm aus Italien mehr gesehen. Die Zeiten, als der Deutsche Markt noch mit Horror- und Splatterfilmen aus Südeuropa regelrecht überschwemmt wurde ist längst vorbei. Auch die Zeiten, als solche Filme noch wirre Namen hatten sind vorbei. Schlicht Adam Chaplin - Name des Hauptcharakters - dient hier als Filmname. Vor 20 Jahren hätte es hier noch irgendwelche Zombies oder Jungfrauen im Titel gegeben. Als seriöses Meisterwerk kommt der Film trotz reduzierten seriösen Namen natürlich trotzdem nicht rüber. Dafür aber als überaus unterhaltender Film. Verdanken haben wir dieses italienische Schlachtfest übrigens vor allem einem einzigen Mann:  Emanuele De Santi. Regisseur, Drehbuchautor - und Achtung - Hauptdarsteller in einer Person. Besonders sei hier zu berücksichtigen, dass der Charakter Adam Chaplin alles andere als "durchschnitt" ist. Zwei Meter groß und aufgepumpt wie Tim Wiese vor seinem gefloppten WWE Debut hat dieser Muskelberg nebenbei Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Witzigerweise fällt mir an dieser Stelle tatsächlich nur Sylvester Stallone ein, der dies bereits einmal geschafft hat. Auch wenn De Santi selbstverständlich an dieses Vorbild nicht annähernd herankommt ist es interessant zu sehen, wie er im Making of der DVD im Gym beim Armdrücken vom Filmteam begleitet wird. Einen gewissen Ergeiz kann man diesen Mann nicht absprechen. Zusammengefasst ist Adam Chaplin ein durchaus überdurchschnittlicher Splatterfilm der vor allem von seinem Hauptcharakter lebt. Dieser, eine Mischung aus Riki-Oh (Story of Ricky) und Kenshirô (Fist of the Northstar) lässt hier keinen Stein auf dem anderen. Oder wahlweise auch Knochen, Köpfe oder irgendwelche Gliedmaßen. Gekämpft wird nämlich in 90% der Fälle mit den Fäusten - deshalb auch der Vergleich mit Story of Ricky und Fist of the Northstar. Zartbesaitete würden schon nach den ersten Minuten wegschalten. Wenn Adam loslegt verfärbt sich der im Film vorherrschende Blaufilter in ein tiefes Rot. Es werden Arme und Beine abgetrennt, Köpfe eingeschlagen und Brustkörbe bei Großaufnahme in Stücke geprügelt. In Sachen Brutalität liegt der Film auf einer Skala von 1 bis 10 bei einer knappen 11. Dennoch: Ernst zunehmen ist dies alles nicht. Vielmehr wie eine Karikatur wirkt dieser Film, weshalb die Gewalt einem nur selten nahe geht. Anders als in "ernsten" Filmen wie Der Soldat James Ryan interessiert der abgetrennte Arm hier auch nicht weiter. Das Ganze ist Fantasy und spätestens nach 20 Minuten wird einem der okkulte Touch des Filmes ohnehin bewusst. Überall umgedrehte Kreuze und Anspielungen auf eine gescheiterte Religion. Und gleichzeitig der Teufel höchstpersönlich, der Adam Anweisungen von seiner Schulter aus gibt. Dies nimmt niemand ernst - baut aber gleichzeitig eine willkommende Distanz auf, dass sämtliche gesehene Monstrositäten einem nicht wirlich berühren. Ob gewollt oder nicht: Der Film macht vieles richtig. Daher eine klare Empfehlung für alle Fans des Genres die mal wieder etwas aus Italien sehen wollen. filmdetails

Mittwoch, 28. Februar 2018

Filmkritik: Fireflash (1983)

(c) '84 Entertainment
Um eine dystopische Zukunft wie in Fireflash sind wir gerade so drum herum gekommen: Denn die Erde wurde laut Fireflash bereits 2011 von einem Atomkrieg vernichtet. Neue Herrscher sind die aus der Asche des Atomkriegs empor gestiegenen, die sogenannten Euraker: Eine Mischung aus selbsternannten Supernazis und dem Star Wars Imperium. Den Rest der bewohnbaren Welt teilen sich verschiedenen Banden von Söldnern, Menschenaffen und eine obligatorische Rebellen Armee auf, die in Alaska sitzt. Und als ob dies nicht reicht: Alle Frauen sind in dieser Zukunftsversion dank der Atomstrahlung zeugungsunfähig geworden. Eine düstere Zukunft also.
Der Legende nach gibt es jedoch noch eine verbliebene Frau, die Kinder gebähren kann. Diese befindet sich irgendwo in den Ruinen des zerstörten New Yorkes. Näheres ist nicht bekannt - und an dieser Stelle kommt unser Held Flash ins Spiel: Dieser wird von den Rebellen beauftragt die letzte Frau ausfindig zu machen - und ggf. direkt zu schwängern, damit die Menschheit auch weiterhin bestand hat. Vor allem um zweiteres lässt sich Flash nicht lange bitten und macht sich auf den Weg. Anbei werden ihm zwei Buddies gestellt, die es faustdick hinter den Ohren haben. Besonders der schlagfertige (und damit ist nicht sein Maul gemeint) Bronx hilft Flash immer wieder aus der Patsche.
Ein Film der viele Fragen aufwirft: Angefangen damit, wieso der Typ in der deutschen Version überhaupt einen Comic-Namen wie Flash verpasst bekommt ist nicht wirklich klar. Flash kann nämlich weder mit Blitzen schießen noch hat sonst irgendwelche Kräfte, die so einen Namen gerechtfertigen. Eigentlich ist unser Held sogar eine ziemlich Trantüte, die meistens ziemlich teilnahmelos durchs Bild stolpert. Im Original wird der Held übrigens Parsifal genannt, was an ein Musikstück von Wagner angelehnt ist. Auch wieso die letzte fruchtbare Frau versteckt gehalten wird geht nicht ganz aus der Geschichte hervor. Noch weniger, was es mit den Affenmenschen auf sich hat, welche Flash im letzten Drittel seiner Reise begegnet. Doch andererseits: Wen interessiert das bei einem trashigen Italo-Endzeit-Film überhaupt? Spätestens wenn man Kevin Eastman als Affenmann - dilletantisch mit Haaren im Gesicht beklebt - sich durch die Szenen prügeln sieht sind einem offenen Fragen relativ egal. Der Film unterhält - und das macht er sehr gut. Zu den oftmals wirklich guten Synthesizerklängen wird eine dichte Atmosphäre geschaffen, die sich auch vor Klassikern des Genres wie The Riffs nicht verstecken muss. Für einen - so vermute ich es mal - Lowbudget Film wird hier gerade an Szenenbild und Bauten wirklich viel rausgeholt.
Okay - man mag von dem Film halten was man will: Objektiv ist er selbstverständlich schlecht. Abgesehen von den oben erwähnten Dingen wie teilweise eine gute Musik sowie sehenswerte Kulissen, findet man nicht viel gutes: Ein hölzener Hauptcharakter. Eine löchrige Story und größtenteils sehr eigenwillige Kostüme (und das ist noch nett ausgedrückt) prägen das Gesamtbild. Aber dennoch: Für Fans des Genres ein wirklicher Geheimtipp. filmdetails

Dienstag, 13. Februar 2018

Filmkritik: Hatchet 2 (2010)

(c) Tiberius Film
Wie schon beim ersten Teil festgestellt, ist Hatchet eine in Deutschland nicht ganz so prominente Horrorfilm Reihe. Warum das so ist, kann man schlecht beurteilen. Teil 1 bietet viel, das einem Horrorfilm-Fan gefallen kann: Eine Geschichte um einen wirren Mörder der alleine im Sumpf lebt. Das ganze verpackt mit derben Effekten (die zum großen Teil ohne CGI auskommen) und ein paar mehr oder weniger sympathische Charaktere, die nur eines gemeinsam haben: Ihre Lebenserwartung ist extrem kurz. Auf der anderen Seite hat man alles irgendwie schon einmal gesehen.
Wie auch immer - inzwischen gibt es vier Teile und der letzte erschien erst im letzten Jahr. Rein chronologisch ist nach dem ersten Teil selbstverständlich der Zweite dran, der heute auf dem Programm steht.
Und chronologisch ist wortwörtlich zu nehmen: Kein Prequel oder paraleller Handlungsstrang. Hatchet 2 beginnt genau da, wo Teil 1 aufhört. Marybeth ist die einzige Überlebende von Crowleys Massaker und wird nach dieser verhängnisvollen Nacht von einem Fischer aus den Sümpfen gerettet. Sie selbst hat zwar überlebt - jedoch ist das Geheimnis um den Tod ihres Vaters und Bruders immer noch nicht geklärt. Genauso, wie nicht genau geklärt ist, wer oder was Crowley überhaupt wirklich ist. Ein Geist - wie alle behaupten? Oder doch ein ganz normaler degenerierter Serienmörder aus Fleisch und Blut. Ein Grund für Marybeth Revenant Zombie aufzusuchen - jenen dubiosen Typ, der die sogenannten Grusel Sumpf-Touren organisiert. Nicht lange dauert es und Marybeth überredet den Revenant sich erneut auf den Weg in den Sumpf zu machen. Beide haben nämlich einen guten Grund dafür: Der Revenant will sein verlorenes Boot wiederfinden - und Marybeth das Rätsel um das Verschwinden ihrer Angehörigen aufklären.
Wie erwartet bekommt man auch im zweiten Teil reine Unterhaltung geboten: Wer irgendwas mit Anspruch sucht ist fehl am Platz. Doch so soll es sein. Auch im zweiten Teil wird wieder viel mit ganz klassischen Mitteln gearbeitet: Keine CGI sondern handgemachte Splattereffekte bestimmen das Bild. Meterhohe Blutfontainen und abgetrennte Körperteile sollten hier einen nicht abschrecken. Auch die Darsteller sind - obwohl die Schauspielerin von Marybeth ausgetauscht wurde - durchwegs gut gewählt. Ganz nebenbei ist Hatchet 2 wohl einer der wenigen Filme, die Tom Holland - normalerweise Regisseur und maximal Nebendarsteller - in einer Hauptrolle zeigen. Auch Tony Todd - vielen wohl eher bekannt als der Candyman aus dem gleichnamigen Film - kann mit seiner charasmatischen Austrahlung überzeugen. Im Teil 1 noch eine Nebenrolle hat er hier eine Hauptrolle. Zusammengefasst: Für Fans klassischer Horrorfilme ohne Tiefgang eine Empfehlung. Besonders, wenn es mal etwas härter zur Sachen gehen darf. Apropos härter zur Sache: Die deutsche FSK Fassung (siehe Cover oben) ist in allen Versionen geschnitten. Wer den Film unzensiert genießen will (was ausdrücklich empfohlen wird) sollte hier auf die österreichische Fassung von Illusions Unltd. zurückgreifen. filmdetails

Montag, 15. Januar 2018

Filmkritik: Hatchet (2006)

(c) ArieScope Pictures
Jetzt ist dieser Film schon 12 Jahre alt - und ich hab ihn bis jetzt nie gesehen. Drei Teile umfasst die Serie und ein vierter ist bereits ankündigt. So schlecht läuft die Reihe offenbar nicht. Grund für mich jetzt auch mal in die Horror-Serie reinzusehen: Natürlich begonnen bei Teil 1. Die Kritiken gehen bei Hatchet (englisch für Beil, wir können uns also denken, wohin die Reise geht) weit auseinander. Für einen Horrorfilm ist eine Wertung von 5,7 / 10 Punkten bei imdb nicht zu verachten. Während es für das Lexikon des internationalen Filmes ein Stupider Slasherfilm, der entsprechende Serien der 1980er-Jahre kopiert und diese durch ein gesteigertes Folter-Potenzial auf den neuesten Stand widerwärtiger Kinoerzählungen bringt ist, können andere Kritiker dem Werk durchaus einiges abgewinnen. Machen wir uns aber unser eigenes Bild.
Sampson (gespielt von Horror-Ikone  ) und sein Sohn Ainsley machen Nachtfischen in den Sümpfen von New-Orleans. Wie es so kommt, werden bei einer Pinkelpause beide getötet. Szenenwechsel: Ben und seine Kumpels besuchen das Mardi Gras Festival. Dies soll eigentlich zur Ablenkung für Ben dienen, da er gerade eine Trennung hinter sich hat. Doch Stimmung will nicht so richtig aufkommen. Ben und sein Kumpel Marcus seilen sich von der feiernden Truppe ab und buchen einen Grusel-Geister-Boots-Trip. Hier treffen Sie auf die zunächst nicht sehr Gesprächige Marybeth. Es stellt sich heraus, dass diese jedoch an der Geiser-Tour nicht wirklich interessiert ist. Sie erhofft sich mit der Bootsfahrt in den Sümpfen Informationen über das Verschwinden von ihren Vater Sampson und ihren Bruder zu bekommen. Das diese Suche auf eigene Faust - inklusive Touristengruppe im Schlepptau keine gute Idee ist, kann man sich denken. Der Geist in den Sümpfen ist nämlich - wie sich nach kurzer Zeit rausstellt - gar nicht so übernatürlich. Dafür aber umso gefährlicher. Ein Gemetzel in den Sümpfen beginnt.
Gemetzel ist hier tatsächlich eine gute Beschreibung: Regisseur Adam Green orientiert sich tatsächlich sehr stark an 80iger Jahre Slasher-Vorlagen wie Freitag der 13te oder Sleep Away Camp. Das Ganze ist in die Neuzeit transportiert, aber nicht weniger Blutig. Schön auch, dass viele Effekte nicht nur CGI-Blut beinhalten, sondern offenbar ganz Klassisch mit Kunstblut und Farbbeuteln gearbeitet wurde. Auch der geschickte Schnitt fördert den Horror, der hier ganz klar in den Bildern transportiert wird und weniger bzw. gar nicht Subtil daher kommt. Doch dies sollte auch gar nicht das Ziel des Filmes sein. Zwischen den teils harten Splatter-Szenen kommen dann auflockernde Unterhaltungen in der Gruppe, die teilweise ganz witzig sind. Teil 2 steht damit jetzt eindeutig auf meiner zu sehen-Liste. Auch wenn der Film schon etwas älter ist, war dieser Slasher ein wirklich guter Start in das persönliche Horror-Jahr 2018. Wer den Film kaufen will, kann bedenkenlos zugreifen: Teil 1 der Reihe ist in Deutschland FSK 18 und uncut auf Bluray erhältlich. Von der sehr günstigen Trilogie-Box sollte man jedoch die Finger lassen: Auch hier ist Teil 1 ungeschnitten - Teil 2 und 3 liegen jedoch nur in zensierter Fassung bei. filmdetails
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